Ackerbau

Mais-Stangenbohnen – ein Gemenge der Zukunft? Premium

Der Gemengeanbau von Mais und Bohnen steht im Fokus zahlreicher Projekte. Optimierte Bohnensorten machen den Ansatz nun interessanter.

Ein verändertes Klima, die neue Düngeverordnung und das Streben nach mehr Biodiversität – all das verstärkt die Suche nach alternativen Kulturen. In diesem Rahmen wurde kürzlich der Gemengeanbau von Mais und Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris) wiederentdeckt. In diesem Jahr lag die Anbaufläche bei rund 4000 ha.

Diese Mischkultur, das sogenannte Mixed Cropping, funktionierte bereits bei den Inkas. Bislang hat sie sich in der Praxis jedoch nicht durchgesetzt. Gründe sind vor allem die aufwendige Aussaat und ein geringerer Ertrag im Vergleich zum reinen Maisanbau. Zudem fehlen Praxiserfahrungen und auch die Sortenfrage blieb lange ungeklärt.

Sortensuche in vollem Gang

Für den Mischanbau eignen sich nicht alle Sorten. Die passende Maissorte muss standfest sein, um das Gewicht der Stangenbohnen tragen zu können. Denn die sich am Mais hochrankenden Bohnen können eine Frischmasse von bis zu 200 dt/ha bilden. Da das Mikroklima durch den Mischanbau im Bestand feuchter ist, steigt der Krankheitsdruck. Daher muss der Mais resistent gegenüber Stängelfäule sein.

Schwieriger war es, die passende Bohnensorte zu finden. Rund 200 Sorten untersuchte die Uni Göttingen zusammen mit dem Züchter KWS und der Sativa Rheinbau AG. Das Problem: Bislang stammten die Stangenbohnensorten aus dem Gartenbau. Diese sind frühreif, haben eine geringe Blattmasse und sind zudem sehr kälteempfindlich. Gesucht sind aber eher spätreife und kältetolerante Sorten, die möglichst Phasin-arm sind.

Mit der Phasin-armen Stangenbohne WAV 612 mit einem TKG von 230 g ist so eine Sorte nun am Markt. Sie ist zu 33% in der Mischung mit Benedictio KWS oder KWS Figaro erhältlich. Laut Liste kostet eine Einheit rund 145 €. Die aufwendige, händische Bohnenzucht beeinflusst den Preis stark.

Dass Mais und Stangenbohnen als Partner generell gut funktionieren, hat seine Gründe: Sie haben ähnliche Ansprüche an die Umwelt und...

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Artikel geschrieben von

Friederike Mund

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Die müssen nur zusammen abreifen, dann wäre es Hammermäßig!

Ich lasse mich gerne begeistern, es muss nur machbar bleiben! Ist die Züchtung soweit, dass sie gleichzeitig gesät werden können? Ein paar Fragen bleiben, incl. des Pflanzenschutzes! Die Idee auf jeden Fall weiterverfolgen, wir sind für alle offen, was hilft, und uns weiterbringt!

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