Ohne Mesurol

Mais: Tipps gegen Vogelfraß und Fritfliege

Weil Mesurol fehlt, nimmt die Gefahr von Vogelfraß im Mais zu. Auch die Larven der Fritfliege schädigen die Bestände verstärkt. Erfahren Sie mehr über alternative Beizen und pflanzenbauliche Maßnahmen

Unser Autor: Norbert Erhardt, LWK Nordrhein-Westfalen

Schon zur Maisaussaat 2020 standen Beizen mit den Wirkstoffen Thiram und Methiocarb (Mesurol) nicht mehr zur Verfügung. Regional hatte dies im letzten Frühjahr erhebliche Vogelfraßschäden zur Folge.

Dass sich diese mit dem Wegfall der bewährten Beizmittel in Verbindung bringen lassen, konnte man eindeutig beobachten. Gleichzeitig waren auch Schäden durch Larvenfraß der Fritfliege in den Maisbeständen zu finden.

Während ein fungizider Schutz gegen Auflaufkrankheiten als Alternative zum Thiram auf Basis von Metalaxyl (Redigo M) bzw. Metalaxyl-M (Maxim XL, Maxim Quattro) und anderen Produkten aktuell noch gewährleistet ist, fehlt nun ein systemisch wirkender insektizider Beizschutz, insbesondere gegen Fritfliegen.

Mesurol konnte diesbezüglich in der Regel mit ausreichenden Wirkungsgraden überzeugen. Vor allem aber kam es auch wegen der vogelvergrämenden Wirkung zum Einsatz. Schätzungsweise waren in Nordwestdeutschland bis 2019 ca. 75 % aller Saatgutpartien mit Mesurol gebeizt. In Ostdeutschland lag dieser Anteil laut des Deutschen Maiskomitees (DMK) mit ca. 25 % deutlich niedriger.

Sind Korit und Co. eine Alternative?

Als alternative Vergrämungsmittel werden seit 2020 verstärkt Zusatzbeizen auf Basis des Wirkstoffs Ziram angeboten (z.B. Korit 420 FS oder Duvitt). Die Beizquote mit diesen Produkten erreicht momentan aber bei Weitem nicht das Niveau von Mesurol.

Das liegt vermutlich zum einen an der fehlenden insektiziden Wirkung bei vergleichbaren Kosten. Zum anderen aber auch daran, dass sich Praxis und Beratung wegen der neuen Zulassungssituation erstmalig wieder intensiver mit dem Thema Maisbeizung beschäftigen müssen, während Mesurol über Jahrzehnte oftmals standardmäßig geordert wurde.

Nach den Fraßschäden im vergangenen Jahr ist davon auszugehen, dass zur anstehenden Aussaat vermehrt auch Saatgut zum Einsatz kommt, das wegen der vogelvergrämenden Wirkung mit Ziram-Zusatzbeizen ausgestattet ist.

Doch wie ist die Leistung von Korit und Co. zu bewerten? Während aus Österreich von guten Repellenteffekten des Zirams berichtet wird, konnten diese Zusatzbeizen bei uns in Deutschland in 2020 nicht immer überzeugen – zumindest nicht in Bezug auf Schäden durch Krähen und Dohlen.

Denn: Fraßschäden bis hin zum Teilumbruch waren auch auf Flächen zu finden, die mit Ziram-behandeltem Saatgut bestellt wurden. Ähnlich wie bei Mesurol ist – wenn überhaupt – eher eine Verdrängung des Vogelfraßes hin zu Flächen mit unbehandeltem Saatgut zu erwarten. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn die Vögel die ungebeizten Flächen auch finden. Die vergrämende Wirkung des Mesurols dürfte in der Vergangenheit durch die Kombination mit Thiram gesteigert worden sein.

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