WWF-Umweltpreis

Mecklenburger Ackerbauer ist „Ostseelandwirt 2021“

Ackerbauer Axel Böttcher aus Nordwestmecklenburg ist Ostseelandwirt des Jahres. Im Einzugsgebiet der Ostsee verbindet er N-Effizienz mit Gewässerschutz.

Axel Böttcher ist der deutsche „WWF-Ostseelandwirt 2021“. Er erhält den Preis stellvertretend für das Gut Groß Voigtshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg. Die Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Funde for Nature) zeichnet Landwirtinnen und Landwirte im Einzugsgebiet der Ostsee aus, die den Austrag von Nährstoffen in die Gewässer mindern und damit zum Schutz dieses Binnenmeeres beitragen.

Ökonomie und Ökologie verbunden

„Gut Groß Voigtshagen zeigt, dass auch ein konventioneller, auf hohe Erträge ausgerichteter Ackerbaubetrieb Maßnahmen für den besseren Schutz von Boden und Gewässern ergreifen kann“, sagt WWF-Agrarexperte Michael Berger. Das Team um Axel Böttcher nutzt digitale Präzisionstechnik ebenso wie vielfältige Kulturen und Fruchtfolgen, um die eigene Stickstoffbilanz zu mindern. Gewässerrandstreifen von 20 Metern entlang der Fließgewässer und in den Äckern belassene kleine Tümpel ergänzen diese Bemühungen. Betriebsleiter Böttcher arbeitet unter anderem mit Biomassenkarten, um den tatsächlichen Bedarf an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln möglichst genau zu bestimmen.

Wichtiges Ziel: N-Effizienz

„Wir freuen uns über diese Auszeichnung und nehmen sie mit Stolz entgegen. Es ist schön, dass der WWF uns als konventionellen Betrieb auszeichnet für unsere Bemühungen, Ökologie und Ökonomie erfolgreich zu verbinden“, sagt. Axel Böttcher vom Gut Groß Voigtshagen. Den Preis sieht er auch als Auszeichnung für viele andere Betriebe, die sich gleichermaßen engagieren.

Geförderte Vielfalt

Seit 2018 nimmt der Gutsbetrieb am Förderprogramm „Vielfältige Kulturen“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern teil. Es fördert den Anbau von jährlich mindestens fünf verschiedenen Hauptfruchtarten in Kombination mit dem Anbau von stickstoffbindenden Leguminosen wie Ackerbohne auf der Ackerfläche des Betriebes. Um Nährstoffe zu binden und den Humusaufbau zu erhöhen, setzt Axel Böttcher auf Zwischenfrüchte und Sommerungen.

Breites Teilnehmerfeld

Mit dem Wettbewerb will der WWF Bauern dazu anregen, eine aktive Rolle im Kampf gegen die Überdüngung einzunehmen. Bislang hat die Jury aus Vertretern der Wissenschaft, der Bauernverbände Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, des Naturschutzes und der Landesbehörden über 50 Höfe rund um die Ostsee für ihre innovativen Methoden ausgezeichnet. Dabei unterscheiden sich die Bauernhöfe in Form und Größe. Unter den Teilnehmern finden sich sowohl biodynamische Höfe als auch konventionelle Betriebe.

Internationaler Wettbewerb

Der WWF und die Swedbank haben 2009 gemeinsam mit dem Baltic Farmers Forum for the Environment (BFFE) und Bauernverbänden aus verschiedenen Ländern den Wettbewerb „Ostsee-Landwirte des Jahres“ ins Leben gerufen. Der WWF Deutschland vergibt den Preis zum sechsten Mal national. Teilnehmende Länder in 2021 sind Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Schweden, Weißrussland und die Ukraine.


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