Fachbeirat

Mehr Verunkrautung wagen!

Ein Plädoyer des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für einen Perspektivwechsel in der Unkrautbekämpfung im Ackerbau

Der Fachbeirat „Nachhaltiger Pflanzenbau“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat geprüft, wie die Biodiversität der Ackerunkräuter auf Ackerflächen erhöht werden kann. Dazu hat er ein Positionspapier veröffentlicht.

So seien Artenvielfalt und Häufigkeit der Ackerunkräuter in den letzten Jahrzehnten in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach Ansicht der Ratsmitglieder liegt das an einer Bevorzugung von Getreide-, Raps- und Maisanbau und der mit diesen Kulturen einhergehenden intensiven Unkrautbekämpfung. Dem Rückgang von Ackerwildkräutern könne daher nur bedingt durch Ersatzbiotope wie beispielsweise Blühstreifenmischungen entgegengewirkt werden. Maßnahmen des Greenings, Vertragsnaturschutz- und Agrarumweltmaßnahmen sowie geltende Anwendungsbestimmungen für Herbizidanwendungen würden laut den Fachleuten des Fachbeirates allein nicht ausreichen, um den Artenrückgang bei Ackerwildkräutern in den Ackerbaulandschaften aufzuhalten.

Deshalb sollten biodiversitätswirksame Maßnahmen nicht nur auf Ausgleichsflächen, sondern auch in den Ackerflächen stattfinden. Der Fachbeirat „Nachhaltiger Pflanzenbau“ hat dazu eine Reihe von Vorschlägen in einem Positionspapier zusammengestellt. Die Vorschläge richten sich an Anwender, Berater und politische Entscheidungsträger.

Download des 11 seitigen Positionspapiers

Wer sitzt im Fachbeirat?

Die Mitglieder des Fachbeirates kommen aus Länder- und Bundesbehörden sowie anderen Forschungseinrichtungen. Der Fachbeirat trifft sich in der Regel zweimal pro Jahr.

  • Dr. Gert Berger, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung e. V. (ZALF), Müncheberg
  • Dr. Stephan Goltermann, Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg Vorpommern, Rostock
  • Dr. Anton Dissemond, Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bonn
  • Dr. Carolin von Kröcher, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Pflanzenschutzamt, Hannover
  • Prof. Dr. Roland Kubiak, RLP AgroScience GmbH, Institut für Agrarökologie, Neustadt/Weinstraße
  • Dr. Andreas Maier, Regierungspräsidium Karlsruhe, Pflanzenproduktion, Karlsruhe
  • Dr. Daniel Neuhoff, Institut für Organischen Landbau, Universität Bonn
  • Dirk Rautmann, Julius Kühn-Institut, Institut für Anwendungstechnik im Pflanzenschutz, Braunschweig
  • Dr. Horst-Henning Steinmann, Forschungs- und Studienzentrum Landwirtschaft und Umwelt, Universität Göttingen
  • Dr. Arnd Verschwele, Julius Kühn-Institut, Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland, Braunschweig,
  • Dr. Jens Zimmer, Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Frankfurt (Oder)


Diskussionen zum Artikel

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von Gregor Grosse-Kock

Zum Beirat

Es war schon immer so das ein Ackerbauer Monokulturen ohne viel Verunkrautung und nachher ohne Fremdsamen haben möchte! Das war so und das bleibt so. Stadtträumer, die meinen uns jede Dummheit als was gutes verabreichen zu können, beleidigen unseren Verstand und geben ihren Null Sachverstand Preis. Mit dem Zenario werden Backwaren so teuer - ich möchte nicht in der Haut der Dummen - Schlauen stecken. Ihr begrabt die Zufriedenheit derer, die euch beipflichtend zuhören - noch!

von Heino Fullriede

Ackerfuchsschwanz

muss immer zu 100% ausgeschaldet werden !! Eine Behandlung im Herbst die Zweite im Frühjahr , sonst wirste den "Krieg" verlieren.

von Ernst Storm

Fachbeirat

Fachbeirat ohne Fachleute(Bauern) ???? ernst Storm

von Gerhard Steffek

Wer sitzt im Fachbeirat?

Wenn das liest, dann haben wir einen großen Teil des "Who is who" ausgerechnet derjenigen die uns immer wieder vorgebetet haben warum keine Unkräuter zu dulden sind. Jetzt aber auf einmal diese Kehrtwende? Diese Herrschaften sollten sich bitte zuerst einmal selber an die eigene Nase fassen.

von Christoph Schulte Tüns

Fachbeirat

Viele Doktoren aber leider keine Bauern in den Gremien. Also alles wie immer!

von Wilhelm Grimm

Ja, Herr Muenzebrock,

aber dafür brauchen wir in der Züchtung die Gentechnik. Deutschland braucht dringend die Agrarwende, aber nach vorne und nicht zurück in das vorige Jahrtausend.

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Herbizideinsatz

durch die zunehmende Belastung durch Hitze, Trockenheit oder auch Nässe, ist man als Landwirt gezwungen jede Konkurrenz für die Kulturpflanzen auszuschalten. Mais, als Beispiel, verträgt überhaupt keine Konkurrenz durch Unkräuter und reagiert sofort durch Störungen in der Entwicklung. Gerade bei Trockenstress haben Unkräuter, durch ihre teilweise vorhandene Toleranz gegenüber Trockenheit, oftmals Vorteile und sind ein Grund für Ertragsausfälle bis hin zum Totalausfall. Ich würde, bedingt durch den "Klimawandel" sogar soweit gehen, dass die Züchter die genetischen Eigenschaften der Unkräuter in Puncto Toleranz gegenüber Trockenstress auf unsere Kulturpflanzen übertragen sollten um die Erträge zu sichern.

von Wilhelm Grimm

Man kann sich auch die Hose

mit der Kneifzange anziehen !

von Erhard Kunz

Man kann alles machen

nur muss es auch bezahlt werden und bei dem knappen Erlös ist irgendwann die Schere zu. Und dann wird noch mehr importiert und Regenwald gerodet. Diese Vorschläge bedeuten Ertrags und damit Erlösverzicht mindestens 10 %. Vorschlag dazu: Jeder in Deutschland gibt 10 % seines Gehaltes ab für die Biodiversität auf unseren Feldern.

von Albert Maier

Wer sitzt im Fachbeirat?

....... (vom Verfasser gelöscht)

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