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Mit diesen Tipps dreschen Sie Qualitätsgetreide richtig!

Die Anforderungen an gute Getreidequalitäten steigen. Vieles lässt sich einfach vor und beim Drusch regeln: Unsere acht Punkte, mit denen Sie viele und intakte Körner dreschen.

Der Drusch bestimmt die Qualität des Ernteproduktes, den Aufwand für Reinigung und Trocknung und letztendlich auch den Vermarktungswert. Über die Ernterückstände wirkt er zudem in der gesamten Fruchtfolge.

Ziel ist, möglichst viele intakte Körner mit wenig Verlusten zu dreschen – denn Verluste sind teuer. Die Druschqualität wird vor allem durch den Fahrer beeinflusst. Beherrscht der Fahrer die Maschine oder fährt er sie nur? Daher sind regelmäßige Schulungen wichtig. Mit den folgenden Punkten planen Sie den Drusch strategisch.

1. Logistische Fragen klären

In der Ernte muss es schnell gehen, die Anforderungen an Saat- und Konsumgetreide sind andere als an Futtergetreide. Klären Sie vor dem Drusch Fragen der Reinigung, Trocknung, separaten Lagerung und der Abfuhrlogistik (z.B. mit Flurkarten):

  • Wollen Sie Partien oder Schläge teilweise oder komplett zur Vermarktung oder als Saatgut verwenden?
  • Welche Qualitäten sind zu erwarten und wie kann man sie vermarkten?
  • Wie weit ist im Ernte- bzw. Zwischenlager eine Separierung von unterschiedlichen Qualitäten möglich?
  • Besteht die Möglichkeit, mindere Qualitäten bei unzureichenden Separierungsmöglichkeiten oder zu geringen Trocknungs- bzw. Lüftungskapazitäten ab Feld zu vermarkten?
  • Ist ausreichend Abfuhrlogistik vorhanden bzw. organisiert, damit die Mähdrescher bei Druschwetter garantiert durchlaufen – auch unter schwierigen Erntebedingungen?

2. Drusch planen

Verschaffen Sie sich vor der Ernte einen Überblick über den Zustand der Bestände, auch vom Büro aus. Dabei helfen z.B. die während der Saison bei Düngung und Pflanzenschutz dokumentierten Problemstellen. Noch besser geeignet sind Luftaufnahmen z.B. von Google Earth oder die Luftbilder aus dem Agrarantrag bzw. Bilder von Sentinel-Satelliten.

Inzwischen sind hierzu auch brauchbare Apps für das Smartphone auf dem Markt, die aktuelle Auswertungen des Vegetationsindexes NDVI von den eigenen Flächen liefern. Sentinel-2-Bilder sind weltweit frei verfügbar und lassen sich auch mit kostenloser Open-Source-Software auswerten. Klären Sie dann Folgendes:

  • Wie schneidet man den Schlag am besten an, um trockenes und stehendes Getreide zuerst dreschen zu können?
  • Lässt sich ein zu langer Schlag aufteilen, um unnötige Abfahrwege zu vermeiden?
  • Welche Abfuhrrouten eignen sich, um unnötige Wege und Lasten auf dem Acker zu vermeiden und schnell wieder befestigte Wege zu erreichen?
  • Wo können bei Nutzung von Überladewagen die Überladepunkte liegen?
  • Wo liegen geeignete Umbauplätze für das Schneidwerk?

Dreschen Sie folgende Bereiche vom Qualitätsgetreide getrennt:

  • Vorgewende, besonders die Bereiche, die durch Pflegemaßnahmen heruntergefahren wurden.
  • Stark verunkrautete und verungraste Teilflächen.
  • Waldränder oder Knickränder, die noch nicht ausreichend abgereift sind und weitere unreife Schattenbereiche.
  • Großflächig lagerndes Getreide.

Qualitätsgetreide muss meist zusätzlich frei von Fremdgetreide sein. Fremdaufwuchs entsteht nicht nur durch Samenausfall nach Unwetter oder krankhafter Abreife. Verluste beim Dreschen sind eine wesentliche Quelle für Ausfallsamen.

3. Mähdrescher-Check

Rechtzeitig vor der Ernte ist der Mähdrescher zu prüfen. Planen Sie genug Zeit für Reparaturen und Ersatzteilbeschaffung ein. Die richtige Wartung und Einstellung der Aufnahme-, Drusch- und Abscheideorgane steht zwar in der Bedienungsanleitung, sie sollte aber auch systematisch und fachgerecht umgesetzt werden. Es lohnt sich zudem, Fahrer und Ersatzfahrer regelmäßig zu schulen.

4. Ährenverluste minimieren

Beim Einsatz lassen sich die ersten Ähren- und Kornverluste bei der Aufnahme und beim Abschneiden der Halme am Tisch vermeiden. Die Halmteiler, Ährenheber und die Haspel müssen das Erntegut so auf den Tisch leiten, dass es mit den Ähren voran von der Querförderschnecke erfasst wird. Die Haspel muss in Höhe und Drehzahl so abgestimmt sein, dass sie weder Ähren mitnimmt (und vor dem Tisch auf den Boden fallen lässt), noch Körner aus den Ähren schlägt.

Montieren Sie mindestens an der rechten Schneidwerksseite einen langen Außenhalmteiler, sofern diese Ausrüstung für den Mähdreschertyp verfügbar ist. So lassen sich überhängende Ähren und Halme in den noch stehenden Bestand drücken. Die inneren Leitbleche des Halmteilers leiten Halme in Flussrichtung mehr zur Mitte und verhindern einen Stau an den Enden der Querförderschnecke. Langstrohiger Roggen stellt an die Einstellung der Halmteiler höhere Ansprüche als kurze, stehende Bestände.

Lagernde Halme müssen die Haspelzinken vor den Messerfingern erfassen und anheben können, damit das Schneidwerk die Halme unterhalb der Ähren abschneiden kann. Die Ährenheber sind dabei meist im Weg. Lagergetreide oder Grassamenvermehrungen sind ohne...

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