Saatgut

Mit Fruchtfolge und Sortenwahl zum Erfolg?

Künftig sollen Sorten mit neuen Resistenzen den Pflanzenbau weiter sichern. Für die neue Saison empfiehlt die Saaten-Union den Landwirten zudem, zügig Z-Saatgut zu ordern.

Mit zunehmenden Wetterextremen, zunehmender Düngeregulierung und wegfallenden Pflanzenschutzmitteln ändern sich die Rahmenbedingungen im Pflanzenbau. Die Hoffnungen vieler Landwirte beruhen deshalb momentan auf der Pflanzenzucht. Resistenzen und die effiziente Nutzung von Wasser sowie insbesondere Stickstoff rückt daher auch bei der Saaten-Union verstärkt in den Fokus, wie das Unternehmen kürzlich bei einem Pressegespräch in Münster in Nordrhein-Westfalen mitteilte. Zudem gab das Unternehmen einen kurzen Überblick über den Saatgutmarkt.

Ausreichend Saatgut für die Saison 2021/22

Die Getreideernte verläuft dieses Jahr stark verzögert und ist in einigen Regionen auch noch nicht beendet – das betrifft auch den Saatgutmarkt. „Durch die verbreitete Kleinkörnigkeit sind die Erträge niedriger und wir haben höhere Siebabgänge bei der Aufbereitung“, sagt dazu Gero Heumann, Spartenleiter Lizenzkulturen und Hybridgetreide bei der Saaten-Union. Dass das Saatgut knapp wird, erwartet Heumann nach aktuellem Stand dennoch nicht. Denn die niedrigeren Tausendkorngewichte führten auch zu geringeren Aussaatstärken. „Die Landwirte sollten trotzdem das Z-Saatgut möglichst frühzeitig bestellen“, so Heumann. So ließen sich Engpässe bei der ohnehin knapp getakteten Lieferlogistik zu vermeiden.

Dinkel-Versuchsfeld

Mit der Zucht vieler Kulturarten – wie hier Dinkel – will die Saaten-Union zur Auflockerung der Fruchtfolgen beitragen. (Bildquelle: Werkbild)

Neuer Wintergersten-Stamm resistent gegen Gelbverzwergungsvirus

„Für die zukünftigen Herausforderungen sind neue Lösungsansätze und eine breite genetische Vielfalt erforderlich. Dabei werden Resistenzen und sogar Multiresistenzen immer wichtiger“, erklärt Heumann die Zuchtziele des Unternehmens. Gut aufgestellt sieht sich die Saaten-Union in diesem Bereich mit

  • der gegen Mosaikviren resistenten Wintergerste SU Midnight sowie
  • dem zur Zulassung anstehenden Gelbverzwergungsvirus-resistenten Wintergersten-Stamm Amaranta.

Zusätzlich lege das Unternehmen viel Wert auf eine möglichst effiziente N-Ausnutzung, eine gute Unkrautunterdrückung und die Zucht vieler Kulturarten, um den Krankheits- und Unkrautdruck auf den Ackerflächen zu reduzieren.

Mehr Mais für sichere Erträge

Dass der Klimawandel in Deutschland spürbar ist, zeigt Daniel Ott, Produktmanager Mais bei der Saaten-Union: Ein Plus von 1,6 °C im Temperaturmittel seit 1881 und seit 1951 gab es 196 % mehr heiße Tage, 5 % mehr Tage mit Starkregen sowie eine um rund drei Wochen verlängerte Vegetationsperiode. Doch bei allen negativen Auswirkungen sieht Daniel Ott Chancen für den Maisanbau. Als wärmeliebende C4-Pflanze könne Mais vom Klimawandel profitieren und gerade der Anbau von Körnermais werde zunehmend attraktiver. Besonders in roten Gebieten biete der Mais mit seiner hohen N-Effizienz einen großen Mehrwert in der Fruchtfolge.

Maissorte Sumumba

Als Sommerung und C4-Pflanze mit einer hohen N-Effizienz kann Körnermais nach Einschätzung der Saaten-Union vom Klimawandel profitieren. (Bildquelle: Werkbild)

Es gelte, mit der Sortenwahl die richtigen Antworten auf die Veränderungen zu finden. „Wichtig ist beispielsweise eine frühzeitig große und gesunde Blattfläche, um das Ertragspotenzial auszuschöpfen“, so Ott. Mit Sumumba S 260, K 250 stellte die Saaten-Union eine neue Sorte vor, die als hoch ertragreicher und umweltstabiler Körnermais eine maximale Ausnutzung der Fläche ermöglichen soll. Zudem biete die Sorte als Marktfrucht, Kraftfutter oder CCM-Mais auch maximale Flexibilität.

Daniel Ott, Gero Heumann und Stefanie Rinne

Daniel Ott, Gero Heumann und Stefanie Rinne, Pressesprecherin der Saaten-Union, präsentierten die Antworten der Saaten-Union auf aktuelle Herausforderungen (Bildquelle: Osthues)


Mehr zu dem Thema