Mit Pellets Kohlfliegen aus Biogemüse fernhalten

Um Biogemüse besser vor Kohlfliegen schützen zu können und einen Anbau unabhängig von deren Flugzeiten zu ermöglichen, haben Wissenschaftler Pellets aus Cyanobakterien und Gärresten aus ökozertifizierten Biogasanlagen entwickelt, die die Insekten auf biologische Weise vertreiben sollen.

Um Biogemüse besser vor Kohlfliegen schützen zu können und einen Anbau unabhängig von deren Flugzeiten zu ermöglichen, haben Wissenschaftler Pellets aus Cyanobakterien und Gärresten aus ökozertifizierten Biogasanlagen entwickelt, die die Insekten auf biologische Weise vertreiben sollen.

Wie das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) in einem Hinweis auf das neue Verfahren mitteilte, wurde diese neue Methode gemeinsam mit Forschern der westungarischen Universität in Mosonmagyaróvár im Auftrag verschiedener Ökolandbauverbände entwickelt und soll im Rahmen der Hannover-Messe Ende April vorgestellt werden.

„Die Pellets bestehen vorwiegend aus Gärresten, die bei der Biogaserzeugung anfallen, enthalten aber auch 0,1 % Cyanobakterien“, erläuterte IGB-Gruppenleiterin Dr. Ulrike Schmid-Staiger. Bringe man die Pellets rund um das frisch gepflanzte Gemüse auf, würden die Cyanobakterien durch die Bodenflora abgebaut und ein Geruchstoff freigesetzt, der die Kohlfliegen vertreibe. Ferner würden die nährstoffhaltigen Gärreste die Pflanzen düngen. Die Pellets seien gut auszubringen und die Nährstoffe direkt für die Pflanzen verfügbar, berichtete Schmid-Staiger.

Laut IGB-Angaben haben die Wissenschaftler für die Zucht der Cyanobakterien einen Flachplatten-Airlift-Reaktor eingesetzt, den sie ursprünglich für Mikroalgen entwickelt haben. In diesem könnten die Bakterien kultiviert werden. Die Cyanobakterien seien jedoch äußerst empfindlich: In ihrer Struktur glichen sie einer langen Perlenkette; strömten die Gase mit zu viel Druck ein, zerrissen diese Ketten. Die Forscher hätten die Luftzufuhr daher so regeln müssen, dass die Masse zwar durchmische, die Bakterien aber nicht beschädigt würden.

Anschließend würden die Cyanobakterien getrocknet, mit den Gärresten vermischt und dann zu Pellets gepresst. Die Gärreste stammten aus Biogasanlagen von Höfen mit Ökozertifizierung. Innerhalb von 14 Tagen entstünden dabei rund 300 l Biogas pro Kilogramm organische Trockenmasse. Zur Verstärkung der Düngewirkung seien die Gärreste mit üblichen Düngern aus dem Biolandbau wie Hornmehl versetzt worden. Erste Freilandversuche in Ungarn und Spanien seien gut verlaufen; der angebaute Weißkohl und Kohlrabi sei in den Tests nicht von Kohlfliegen befallen worden. (AgE)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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