Artenvielfalt

Monitoring zum Insektenrückgang in Nordrhein-Westfalen gestartet

Die Anzahl und Verbreitung von Insekten soll dauerhaft ermittelt werden - Das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit fast 480 000 Euro.

In Nordrhein-Westfalen werden jetzt der Zustand und die Entwicklung der Insektenvielfalt nach einem einheitlichen Standard erfasst. Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Rückgang von Insekten“ sollen mittels ausgewählter Artengruppen die Anzahl und Verbreitung von Insekten im Bundesland dauerhaft ermittelt werden. Wie das nordrhein-westfälische Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Montag vergangener Woche (11.3.) mitteilte, wird es dazu in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit der Universität Osnabrück die Grundlagen für das Monitoring schaffen.

Das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit fast 480 000 Euro. Ressortchefin Ursula Heinen-Esser betonte, dass nicht nur einzelne Insektenarten gefährdet seien und immer weiter zurückgingen; auch die Biomasse flugfähiger Insekten nehme insgesamt ab. „Es sind zwar etliche Rückgangsursachen bereits bekannt, andere liegen jedoch noch im Dunkeln“, so die CDU-Politikerin. Deswegen solle neben der Förderung konkreter Maßnahmen zum Insektenschutz parallel in die Forschung investiert werden. Ziel sei es zu erfahren, welche Artengruppen wie stark betroffen seien, ob es Unterschiede in verschiedenen Lebensräumen gebe und ob die Auswirkungen regional unterschiedlich seien. In einem ersten Schritt sollen laut dem Landesamt Tagfalter und Heuschrecken genauer unter die Lupe genommen werden.

An Lebensräume angepasst

Der Projektleiter der Universität Osnabrück, Prof. Thomas Fartmann, erläuterte, Tagfalter und Heuschrecken seien eng an ihre Lebensräume angepasst und damit sehr gute Indikatoren für die Vielfalt an Lebensräumen und die Intensität der Landnutzung. Tagfalter und Heuschrecken stünden damit stellvertretend für viele andere Artengruppen und ermöglichten allgemeine Aussagen zum Zustand der Insektenvielfalt hierzulande. Zudem seien sie gut zu erfassen und daher ideal für ein dauerhaftes Monitoring geeignet. Durchgeführt werden die Untersuchungen dem LANUV zufolge im Rahmen der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS).

Nach Einschätzung von LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen ist das ÖFS-Flächennetz für die Überwachung der Insektenbestände hervorragend geeignet, da es die Regionen und Landschaften Nordrhein-Westfalens exakt repräsentiere und so landesweit gültige Ergebnisse garantiere. Das Forschungsprojekt baut laut LANUV auf den bereits bestehenden Aktivitäten auf; berücksichtigt würden dabei die derzeit vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) erarbeiteten Empfehlungen für die Erhebungsmethoden, um die Aktivitäten zum Insektenmonitoring zwischen Bund und Ländern zu harmonisieren.

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Diskussionen zum Artikel

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von Kurt Brauchle

Ein Insektenmessnetz

anlaog zum Belastundsmessnetz Nitrat müsste da doch die "richtigen" Ergebnisse bringen.

von Willy Toft

Ob da auch in den Städten geforscht wird?

Die Schadinsekten aus den südlicheren Gebieten setzen uns jetzt schon enorm zu, sie übertragen Krankheiten auf Menschen und unsere Nutztiere. Der Höhepunkt der Population ist wahrscheinlich im Urlaub der Menschen, die sie zählen sollen. Die Städte sind steril, auf Betonwüsten gedeiht kein Leben! So ergibt sich ständig ein schiefes Bild, bei solchen Auswertungen, aber der Landwirt hat schuld, das soll dann das Ergebnis werden. Ich möchte einmal noch erleben, dass objektiv alles beim Namen genannt wird, was für unser Insekten- Sterben forciert!

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