Monsanto-Aktionäre stimmen Verkauf an Bayer zu

Die Aktionäre der Monsanto Company haben heute auf der außerordentlichen Hauptversammlung dem Zusammenschluss von Monsanto mit einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Bayer AG zugestimmt. Im Rahmen der Fusionsvereinbarung erhalten die Monsanto-Aktionäre bei Abschluss der Transaktion 128 US-Dollar je Aktie in bar.

Bayer und Monsanto hatten sich im September auf einen Kaufpreis von 128 Dollar je Aktie geeinigt (Bildquelle: Logo)

Die Aktionäre der Monsanto Company (NYSE: MON) haben heute auf der außerordentlichen Hauptversammlung dem Zusammenschluss von Monsanto mit einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Bayer AG zugestimmt. Im Rahmen der Fusionsvereinbarung erhalten die Monsanto-Aktionäre bei Abschluss der Transaktion 128 US-Dollar je Aktie in bar.

Laut einer vorläufigen Auswertung der Aktionärsabstimmung haben rund 99 Prozent aller abgegebenen Stimmen für den Zusammenschluss gestimmt. Das entspricht einem Anteil von etwa 75 Prozent aller ausstehenden Aktien zum 7. November 2016, dem Stichtag für die außerordentliche Hauptversammlung. Die Monsanto-Aktionäre haben außerdem eine nicht bindende Empfehlung angenommen, die bestimmte Zahlungen an das Management im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss regelt.

Die Transaktion unterliegt üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der notwendigen behördlichen Freigaben. Mit Unterstützung von Monsanto hat Bayer bereits mehrere Kartellanmeldungen eingereicht, einschließlich des Hart-Scott-Rodino-Act-Filings bei der US-Kartellbehörde. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2017 erwartet.

Nicht alle Investoren waren begeistert

Bayer und Monsanto hatten sich im September nach langen Verhandlungen auf einen Kaufpreis von 128 Dollar je Aktie geeinigt, was damals eine Bewertung von 66 Milliarden Dollar ergab. Für die Monsanto-Aktionäre bedeutete das einen satten Aufschlag von 44 Prozent auf den letzten Aktienkurs vor dem ersten schriftlichen Bayer-Angebot.

Dennoch kam der Deal nicht bei allen Investoren gut an, berichtet die dpa weiter. Im November war in Missouri eine erste Klage von Aktionären gegen die Übernahme eingereicht worden. Experten sehen die Genehmigung durch die weltweiten Kartellrechtsbehörden als größeres Risiko für den Deal als die Zustimmung der Aktionäre.

Wegen der internationalen Ausrichtung der Konzerne müssen Wettbewerbshüter rund um den Globus die Übernahme absegnen. Aufgrund der geballten Marktmacht in einigen Bereichen dürften die Aufseher den Zusammenschluss penibel prüfen. Mit einem Abschluss der Fusion rechnen die Unternehmen nicht vor Ende 2017.

Grüne hoffen auf Veto aus Brüssel

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat unterdessen zusammen mit einer Reihe von Parlamentariern einen Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager verfasst. In dem Schreiben appellieren die Grünen laut Spiegel Online an die dänische EU-Kommissarin, "die Spirale der Hochfusionierung im Agrochemiemarkt zu stoppen". Ihr Argument ist die bereits jetzt hohe Konzentration bei Unternehmen, die Saatgut und Pflanzenschutzmittel produzieren.

74 Prozent des weltweiten Pflanzenschutzmittelmarktes machten sechs Konzerne unter sich aus, 71 Prozent des Saatgutmarktes teilen sich sieben Unternehmen, zitiert der Spiegel weiter aus dem Schreiben. "Diese könnten gegenüber Landwirten und Verbrauchern deutlich höhere Preise durchsetzen und auch viel leichter Preise untereinander absprechen", befürchten die Grünen-Abgeordneten und hoffen nun, dass Vestager mit dem Kartellrecht verhindert, dass es zu dem Zusammenschluss kommt.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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