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Monsanto soll Wissenschaftler Schmitz für Glyphosat-Studien bezahlt haben Premium

Recherchen von ARD und LobbyControl sollen belegen, dass der frühere Gießener Agrarwissenschaftler Michael Schmitz bezahlte Studien für Monsanto geschrieben habe und diese über die Uni veröffentlichte

Monsanto wird schon länger vorgeworfen, an Studien zu Glyphosat mitgeschrieben oder sie zumindest finanziert zu haben, um den Ausgang positiv zu beeinflussen. Verschiedene Medien berichten nun unter Berufung auf Recherchen von LobbyControl, dass auch der renommierte Agrarökonomen Michael Schmitz (70), bis 2015 an der Uni Gießen beschäftigt, mindestens zwei Studien verdeckt für Monsanto geschrieben haben soll.

Darüber berichtete am Donnerstagabend auch das ARD-Magazin Monitor. 20 Jahre lang sei Schmitz Sachverständiger für das Bundeslandwirtschaftsministerium gewesen und habe als Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft gearbeitet.

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In einer Studie von 2011 schrieb der Forscher, dass ein Verzicht auf Glyphosat Deutschland und die EU teuer zu stehen käme. Pro Jahr seien bis zu 1,4 Mrd. US-Dollar "Wohlstandsverlust" möglich, hieß es damals. Und 2015 kam er laut dem Magazin zu dem Schluss, dass der Glyphosat-Einsatz ökologisch von Vorteil sei. Er schone den Ackerboden und senke den CO2-Ausstoß. Positive Einschätzungen, die nicht alle Wissenschaftler teilen. Wie Tagesschau, Süddeutsche Zeitung und andere berichten, sollen beide Studien von Monsanto mitfinanziert worden sein. Schmitz gab das jedoch nicht an.

Verein für Agribusiness-Forschung

Angeblich soll er jahrelang unter der Adresse der Hochschule den Verein für Agribusiness-Forschung und ein dazugehöriges Institut betrieben haben. Dort entstand die Studie. In internen Protokollen, auf die LobbyControl bei Recherchen gestoßen ist und die der ARD vorliegen, schreibt der Verein selbst, die Studien seien mit "finanzieller Förderung" durch Monsanto zustande gekommen.

Auf Anfrage von Monitor wollte Schmitz zur verdeckten Finanzierung keine Stellung nehmen. Er habe aber betont, dass die Arbeiten wissenschaftlich nicht zu beanstanden seien. "Die Unabhängigkeit der Wissenschaft ist am Output zu messen, also an den Veröffentlichungen und deren Qualität."

Was wusste Bayer?

Auch der Bayer-Konzern soll bis zuletzt eine der Studien von Schmitz für seine Öffentlichkeitsarbeit genutzt haben, heißt es weiter. Monitor behauptet weiter, hochrangige Vertreter von Bayer CropScience hätten jahrelang im Vorstand von Schmitz' "Verein für Agribusiness" gesessen und die Hintergründe kennen müssen. Bayer teilte auf Anfrage des Magazin mit, der fehlende Hinweis auf die Finanzierung entspreche nicht den Grundsätzen des Unternehmens. Man habe aber "keinen Anlass, an den...

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von Anton Bedenk

Studien verdeckt finanziert

A bisla a gsmäckla hat`s scho!

von

Wo kann man die Studie lesen ?

Wundert mich auch, dass in online Medien, sei es jetzt hier topagrar oder zeit.de, süddeutsche etc. etc. kein link zur Studie angegeben wird. Sollen wir die nicht lesen ? Hier der link: ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Gesunder Menschenverstand -

hätte schon gereicht, anstatt diese Studien machen zu müssen. Bzw. dieser würde die Studien bestätigen. Aber nachdem dieser anscheinend in deutschen Landen, genauso wie die Landwirte, zur Mangelware verkommt, braucht man immer mehr "Spezialisten". -- Bei "Lobby-Control" sollte man ... mehr anzeigen

von Nikos Förster

Systemfehler

Es ist doch absurd, dass die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln bei der Zulassung eigene Studien vorlegen und diese nur einem begrenzten Kreis zugänglich sind. Was soll man denn von börsennotierten Unternehmen wie Bayer oder Dow Agro-Chemical erwarten? Dass sie ihre Studien nach ... mehr anzeigen

von Guido Müller

Sachverständige und Berater

"20 Jahre lang sei Schmitz Sachverständiger für das Bundeslandwirtschaftsministerium gewesen und habe als Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft gearbeitet." "Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, ... mehr anzeigen

von Josef Putz

NGO's

veröffentlichen permanent "Beobachtungsstudien" als Studien rein zu ihren Gunsten, mit viel Erfolg, obwohl Beobachtungsstudien so gut wie keine Aussagekraft besitzen und nur die breite Masse beeinflussen sollen. Da ist das natürlich völlig egal.

von Ludwig Huber

Verdeckte Finanzierung ist nicht in Ordnung, aber...

Es ist immer richtig und notwendig, Ross und Reiter zu nennen. Aber die Frage der Finanzierung sagt noch nichts Substanzielles aus über die Richtigkeit einer Studie. In unsere Zeit passt es aber, wenn sich die Medien mit Wucht auf eine solche Nachricht stürzen, die in die allgemeine ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Nikolausgruß

Ist das Wissenschaft, die Wissen schafft!?

von Hermann Reinmuth

Sprüche oder Lügen

Hauptsache es Passt in die Welt der Politiker und wenn die Merkel 1Mill. den Zeitungen gibt(freiwelt.net) https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Grundwasser-nicht-mit-Nitrat-belastet,hamj89070.html

von Klaus Jensen

Nur soviel dazu....und ich komme aus Norddeutschland....

https://www.youtube.com/watch?v=4exKf95CwAY

von Roland Opitz

Alles...

was Prof Schmitz schreibt ist richtig. Der Schaden für die Wirtschaft und Umwelt ist riesig. Ohne Glyphosat wird mehr gepflügt, das Bedeutet mehr Erosion, mehr Freisetzung von Nitrat, zu Zeiten wo es nicht gebraucht wird, also Grundwassebelastung. Weniger Mulch und Direktsaat die ... mehr anzeigen

von Bernd Schmitz

Gießener Prof. schon länger unter Verdacht

Geflügelzüchter finanzieren Studie Anlass für die Recherche des Vereins war eine Einladung des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft an Politiker im März. Bei einem "Parlamentarischen Frühstück" im Bundestag-Restaurant wolle Schmitz Erkenntnisse erläutern, die das ... mehr anzeigen

von Günter Bliwernitz

BUND

Gerade die Grünen und die NGOs sollten bzgl bezahlter Studien sich in Zurückhaltung üben. Schließlich ist das deren Steckenpferd!

von Klaus Mugele

Ökonomische Bewertung

und Vergleich des CO2-Ausstoßes dürfte nach Fakten nachzuvollziehen sein. Oder zu widerlegen. Dann bitte, Fakten auf den Tisch!

von Klaus Mugele

Warum

erfahren wir Leser nichts über den Inhalt der Studien? Haben sie überhaupt etwas mit der Zulassung zu tun?

von Heinrich Albo

Ich denke das

LobbyControl bei den Medien noch viel erfolgreicher wäre.

von Hartmut Kümmerle

Also ich Teile die Meinung von Herr Schmitz,

Wenn auf den Wirkstoff Glyphosat verzichtet wird. Wird es in Europa zu einem großen Volkswirtschaftlichen Schaden Kommen( keine Direktsaat wie in vielen Europäischen Länder üblich). Ökologisch haben viele Bodenbrüter und Insekten weniger Chancen bei einer mechanischen ... mehr anzeigen

von Yvonne Richter

Gier

Gier frisst Hirn, ist ein altes Sprichwort das wohl auf die Entfaltung von Charakterlosigkeit ausgewertet werden muss. " Wir dienen der Wissenschaft................. hahahahahahah!

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