top agrar plus Tipps zur Maisaussaat 2022

Nach Wegfall von Mesurol: Mais später legen bringt Erfolg

Seit dem Wegfall von Mesurol schwindet der Status von Mais als Sorgloskultur zunehmend. Schädlings- und Vogelfraß führen immer öfter zu Ausfällen. Eine späte Saat kann Abhilfe schaffen.

Unser Autor: Markus Mücke, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Fachbereich Ökologischer Landbau

Der konventionelle Maisanbau war über Jahre durch wirksame Herbizide und chemische Beizen gegen pilzliche und tierische Schaderreger sowie gegen Vogelfraß gut abgesichert. Das führte zu immer zeitigeren Aussaatterminen der eigentlich wärmebedürftigen Maispflanze.

Ein Saatbeginn in der ersten Monatshälfte des Aprils unter häufig noch kühlen Witterungs- und Bodenbedingungen ist fast zur Regel geworden – auch wenn der Aufgang der Maispflanzen dann teils bis zu drei Wochen dauern kann. Durch den Wegfall diverser Saatgutbeizen ist diese Anbausicherheit nicht mehr vollständig abgedeckt. Wirksame neue Wirkstoffe scheinen nicht in Sicht. Das erfordert ein Umdenken hin zu mehr ackerbaulichen Maßnahmen.

Blick zum Ökolandbau

Silo- und vor allem Körnermais haben auch im ökologischen Anbau in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Weil hier chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Saatgutbehandlungen verboten sind, ist die Integration von Mais in vielfältige Fruchtfolgen mit einem Wechsel aus Winter- und Sommerungen, sowie Halm und Blattfrüchten eine elementare Grundlage. Das Einbinden von Körnerleguminosen und Kleegras spielt ebenfalls eine zentrale Rolle.

Ökolandwirte erreichen dabei Maiserträge, die auf dem Niveau des konventionellen Anbaus liegen können. Zweifelsohne können das Anbaurisiko und die Ertragsschwankungen im ökologischen Maisanbau jedoch wesentlich höher ausfallen. Drei Problembereiche sind hier zu nennen, die auch im konventionellen Maisanbau immer stärker an Bedeutung gewinnen:

  • Vogelfraß – vor allem durch Saatkrähen – kann zu hohen Ausfällen führen.
  • Tierische Schaderreger wie z.B. Drahtwurm, Saaten- und Fritfliege, die den Mais vorrangig in der Jugendentwicklung erheblich schädigen können.
  • Beikrautregulierung, die durch vorbeugende und mechanische Maßnahmen umzusetzen ist. Sie bringt jedoch durch verschiedene Faktoren wie z.B. Witterung auch Unsicherheiten mit sich.

Soll der Maisanbau gelingen, müssen Ökolandwirte besonders präventive ackerbauliche Strategien und Maßnahmen berücksichtigen, die man auch im konventionellen Maisanbau anwenden kann. Sie können aber arbeitsaufwendiger, nicht immer verlässlich und dadurch auch kostenintensiver sein.

Erfolgreich mit späteren Aussaaten

Das Kernziel im Öko-Maisanbau ist es, nach der Saat einen schnellen Aufgang und eine zügige Jugendentwicklung zu erzielen. Damit soll der Mais einen Wachstumsvorsprung gegenüber Beikräutern erreichen und widerstandsfähiger gegenüber Auflaufkrankheiten (z.B. Fusarien, Phytium sp., Rhizoctonia), tierischen Schaderregern und Vogelfraß werden.

Für einen schnellen Aufgang ist es entscheidend, dass der Boden zur Saat eine Temperatur von mindestens 10 bis 12°C in einer Bodentiefe von 5 bis 6 cm erreicht hat. Besser ist es jedoch, erst unter noch wärmeren Bedingungen mit der Aussaat zu beginnen, wie die Übersicht verdeutlicht. Bei Bodentemperaturen von 10°C vergehen rund 21 Tage von Aussaat bis zum Aufgang, bei 16°C sind es nur noch sieben Tage.

Zu beachten ist dabei, dass sich besonders schwere Böden langsamer erwärmen. Das gilt auch für pfluglose Bewirtschaftung. Für die Aussaatplanung ist es daher wichtig, die Wetterprognosen im Blick zu behalten, um in eine anhaltend warme Phase hinein zu säen. Frühe Saaten im April sind im Ökolandbau selten erfolgversprechend. Aussaaten Anfang Mai können zwar passen, aber auch hier ist der weitere Witterungsverlauf entscheidend. Häufig ist es besser, Ruhe zu bewahren und im Zweifel die Aussaat erst um Mitte Mai nach den Eisheiligen vorzunehmen.

Bei späteren Saaten im Mai müssen Sie...

top agrar plus

Mit top+ weiterlesen

top agrar
Digital

Jahresabo

117,60 EUR / Jahr

Spare 6% zum Monatsabo

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital

Monatsabo

9,80 EUR / Monat

1. Monat kostenlos

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital + Print

Jahresabo

124,20 EUR / Jahr

Sehr beliebt

  • Alle Vorteile des Digitalabos
  • 12x pro Jahr ein Heft
  • Zusätzliche Spezialteile Rind und Schwein wählbar
  • Kostenlose Sonderhefte
Jetzt abonnieren
Bereits Abonnent?

Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste zum Thema Ackerbau dienstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.