Wie mit dem Düngerstreuer…

Nährstoff-Schwankungen in Gülle? NIRS-Sensor regelt punktgenau Premium

Die Nährstoffe schwanken von Gülle zu Gülle oder sogar von Fass zu Fass. Nah-Infrarot-Sensoren können das Problem lösen und die Nährstoffe wie beim Düngerstreuen punktgenau ausbringen.

Wir müssen jährlich einen Teil unserer Gülle an andere Betriebe abgeben. Um genau die Nährstoffmenge und damit die auszubringenden Kubikmeter zu kennen, nahmen wir in diesem Frühjahr eine Probe aus dem aufgerührten Güllebehälter.“

So, wie in unserem Beispiel aus der Praxis fängt wohl jede Nährstoffabgabe an. Doch uns erklärte der Landwirt weiter: „Wir haben zu dem Zeitpunkt einen Teil des Düngers auf die eigenen Flächen gefahren. Zwei Wochen später stehen im Ergebnis des Labors 2 kg/m³ Stickstoff (N) und 1 kg/m³ Phosphor (P2O5). Anschließend nimmt ein befreundeter Landwirt die überschüssige Gülle auf. Unser Lohnunternehmer bringt 60 m³/ha (120 kgN/ha nach erstem Laborergebnis) aus. Für die Dokumentation ziehe ich am Tag der Ausbringung wieder eine Probe.

Als die Ergebnisse vorliegen, verschlägt es mir die Worte. Nun bescheinigt das Labor einen Wert von 3 kgN/m³ und 1,7 kgP2O5/m³. Ich habe nach dem Wert also viel zu viele Nährstoffe abgegeben und der aufnehmende Landwirt hat zu viel Dünger ausgebracht“, bringt der Landwirt es auf den Punkt.

Kein Einzelfall

Für Ackerbauern ist das bedarfsgerechte und punktgenaue Düngen elementar. Da unser Beispiel aus der Praxis aber lange keine Ausnahme ist, lehnen bisher viele flächenstarke Landwirte eine Düngung mit Gülle auf ihren Äckern ab. Das haben auch die Landtechnikhersteller verstanden und versuchen mit neuen Techniken den Wirtschaftsdünger schon während der Ausbringung zu analysieren. Bisher auf dem Markt angekommen ist die sogenannte NIRS-Technik. Zunhammer, John Deere und Kamps de Wild (Kaweco) bieten zurzeit von der DLG zertifizierte Sensoren an. Wir haben uns diese Technik und die Prüfberichte genauer angeschaut.

Licht misst Nährstoffe

Bei der NIRS-Technik strömt die Gülle an einer kleinen Scheibe aus Saphirglas vorbei. Durch dieses Fenster bestrahlt der Sensor die Flüssigkeit mit Infrarotlicht. Die Stoffe absorbieren und reflektieren teilweise das Licht. Ein Detektor registriert das reflektierte Licht sowie dessen Wellenlängen und gibt diese Daten an einen Prozessor weiter. Dieser Minicomputer gleicht die gemessenen Werte mit einer Datenbank ab. Die NIR-Spektroskopie misst also keine absoluten Werte. Für verlässliche Werte ist also eine möglichst große Datenbasis wichtig.

Referenzwert ermitteln

Hersteller und auch die DLG gehen bei der Generierung der Daten bzw. der Zertifizierung ähnlich vor:

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    Artikel geschrieben von

    Florian Tastowe

    Redakteur Landtechnik

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    Diskussionen zum Artikel

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    von Renke Renken

    Die geben erst auf, wenn

    ein Güllefaß in Vollaustattuung jenseits von 200.0000 € kostet

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