Gülledüngung

Nährstoffbericht Nds. beweist: Bauern düngen immer weniger

Die Düngung in Niedersachsen geht weiter deutlich zurück. Das BMEL müsse daher diesen positiven Trend bei den Verhandlungen mit der EU-Kommission zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie aufnehmen.

Ein verringerter Dung- und Nährstoffanfall aus der Tierhaltung und ein weiterer, deutlicher Rückgang des Mineraldüngereinsatzes: Diese beiden Trends zeichnen sich bei einer ersten Auswertung für den niedersächsischen Nährstoffbericht 2020/2021 ab, der im März 2022 veröffentlicht wird.

"Der Trend zeigt, dass wir mit unseren Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind", freut sich Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Die Richtung stimme, die Maßnahmen würden greifen. So zeigten insbesondere die intensive Beratung, Anpassungen der Landwirte an die neuen Anforderungen der Düngeverordnung von 2017 sowie die stetig verbesserte Transparenz und Überwachung der Nährstoffströme in Niedersachsen ihre Wirkung. Der Dung- und Gärrestanfall im Land von zuletzt rund 56 Mio. t ist weiterhin rückläufig.

Der sich bereits seit einigen Jahren abzeichnende Rückgang beim Stickstoff-(N)-Mineraldüngerabsatz auf Landesebene hält unvermindert an und hat nun nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes einen neuen Tiefststand seit dem Bestehen der Düngeverordnung im Jahre 1996 von rund 186.000 t N-Mineraldüngerabsatz im Land erreicht. Der erneute Rückgang beim N-Mineraldüngereinsatz wird sich entsprechend positiv auf den Stickstoffdüngesaldo (nach § 3 Abs. 3 der Düngeverordnung) auswirken, der auf Landesebene bereits im aktuellen Nährstoffbericht mit einem N-Überhang von knapp 700 t N nach einem Höchststand von über 80.000 t N im Berichtszeitraum 2014/15 annähernd ausgeglichen ist.

Niedersachsen würde es daher laut Otte-Kinast begrüßen, wenn das Bundeslandwirtschaftsministerium diesen positiven Trend bei den Verhandlungen mit der Europäischen Kommission zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie aufnehmen würde.

Details aus dem letzten Bericht vom März 2021

Dung- und Gärrestmenge und daraus resultierender Nährstoffanfall
Die Wirtschaftsdüngermenge hat sich in Bezug auf den Vorjahresbericht 2018/2019 wie schon im Vorjahr um rund 2,8 % verringert. Der daraus resultierende Stickstoff- und Phosphoranfall ist um rd. 2,5 % gesunken.

Stickstoffobergrenze
Im Vergleich zum vorherigen Berichtszeitraum, in dem noch fünf Landkreise die Obergrenze von 170 kg N/ha überschritten, kommt es aktuell noch im Landkreis Cloppenburg zu einer Überschreitung der Obergrenze, die absolut gesehen noch 2.732 t N beträgt. Damit hat sich der bestehende N-Überschuss aus dem Nährstoffbericht 2018/2019 in Höhe von 5.536 t N nahezu halbiert.

Stickstoff-Düngesaldo
Im Vergleich zum Vorjahresbericht 2018/2019 hat sich der Stickstoffdüngesaldo, also die Stickstoffmenge, die über die berechnete Düngeempfehlung der Landwirtschaftskammer hinaus von den Landwirten eingesetzt wird, von rund 31.000 t N weiter auf noch 692 t N reduziert. Damit weist Niedersachsen erstmals eine rechnerisch nahezu ausgeglichene Stickstoffdüngebilanz auf Landesebene auf. Dieser Rückgang resultiert in erster Linie aus einem weiter gesunkenen Mineraldüngerabsatz.

Stickstoffabsatz aus Mineraldünger
Der Stickstoff-Mineraldüngerabsatz ist im Vergleich zum Berichtszeitraum 2018/2019 um rd. 22.000 t von rd. 222.000 t N auf rd. 200.000 t N gesunken.

Auswertung für Phosphat
Im Berichtszeitraum 2019/2020 ist der landesweite Phosphat-Überschuss, der sich aus dem Vergleich der aus Wirtschaftsdünger und Mineraldünger insgesamt ausgebrachten Phosphatmenge und dem tatsächlichen Phosphatbedarf der angebauten Pflanzen ergibt, von rund 33.000 t Phosphat auf rund 28.000 t Phosphat leicht gesunken. Für die Landkreise bzw. kreisfreien Städte Ammerland, Cloppenburg, Emsland, Grafschaft Bentheim, Oldenburg, Osnabrück, Rotenburg (Wümme), Vechta sowie Wilhelmshaven (Stadt) ergibt sich ein Flächendefizit von rund 146.000 ha.


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