Neue Bekämpfungsmethoden gegen Maiswurzelbohrer

Sorgen um die diesjährige Maisernte macht sich die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Steiermark, Maria Pein. Der Grund dafür ist der Maiswurzelbohrer, der bereits die steirischen Maisflächen befallen hat.

Sorgen um die diesjährige Maisernte macht sich die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Steiermark, Maria Pein. Der Grund dafür ist der Maiswurzelbohrer, der bereits die steirischen Maisflächen befallen hat.

Laut Pein gehen die Ackerbauern bei der Bekämpfung neben der Fruchtfolge neue Wege, und zwar mit zwei von der Agentur für Gesundheit- und Ernährungssicherheit (AGES) zugelassenen Mitteln, einem Fadenwürmer-Präparat und einem Granulat. Dies ist notwendig, da in diesem Jahr die Maisaussaat ohne die Beizung des Saatguts mit den umstrittenen Neonikotinoiden erfolgen musste. Entsprechend groß war der Druck, eine wirksame Methode zur Bekämpfung der gefährlichen Larven des Maiswurzelbohrers zu finden.

Aufgrund des starken Käferdrucks sei es derzeit noch unklar, wie die Alternativmittel tatsächlich in der Praxis wirkten, da es keine Forschungserkenntnisse aus großflächigen Praxisversuchen gebe, erklärte Pein. Die neuen Mittel seien aber samt den erforderlichen Umrüstungen für die Ausbringung kostenintensiv. Für den Einsatz der Fadenwürmer müssten beispielsweise die Sägeräte umgerüstet werden, und für die Ausbringung am Traktor sei ein zusätzlicher Wasserbehälter erforderlich. Das schlage bei einem vierreihigen Gerät mit etwa 1 000 Euro zu Buche, und die Nematoden kosteten 119 Euro pro Hektar.

Auch für den Einsatz des von der AGES vorübergehend zugelassenen Granulats Belem hätten die Bauern einen erheblichen Mehraufwand zu verkraften, so die Kammer-Vizepräsidentin. Notwendig für die Ausbringung sei die Anschaffung eines Granulatstreuers, der rund 1 400 Euro koste.

Pein sprach sich für eine Forschungsoffensive mit umfassenden, großflächigen Praxisversuchen und neuen Fruchtfolgekombinationen aus, um herauszufinden, wie der Maiswurzelbohrer wirksam und ökologisch nachhaltig bekämpft werden kann. Die Vizepräsidentin forderte vom Bund eine „Fruchtfolge-Million“ sowie entsprechende Forschungsmittel vom Land Steiermark für Praxisversuche, um die Maisernte zu sichern. Schon in diesem Jahr bauen die Landwirte in der Steiermark aufgrund der Fruchtfolge bis zu 10 000 ha weniger Mais an als im Jahr zuvor.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen