Neue Düngeverordnung soll ab Mai 2020 gelten

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) plant ein Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung im Mai 2020. Damit bleibt den Landwirten noch eine Saison bis die Verschärfungen, die vor allem die roten, mit Nitrat belasteten Gebiete betreffen, greifen.

Das BMEL will die Verschärfung der Düngeverordnung nun schnell voranbringen. Die noch ausstehenden Verhandlungen sollen so ablaufen, dass die neue Düngeverordnung im Mai 2020 in Kraft treten könnte. Bereits Ende Februar soll es einen ersten Referentenentwurf zur Änderung der Düngeverordnung aus dem BMEL geben. Bis zur Sommerpause Ende Juni 2019 soll dann die Länder- und Verbändeanhörung sowie die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung vollendet sein. Im Herbst wird der dann abgestimmte Entwurf der EU-Kommission zur Notifizierung vorgelegt. Abschließend verabschieden soll das Bundeskabinett die neue Düngeverordnung im Februar 2020. Danach haben die Bundesländer noch Zeit darüber im Bundesrat zu beraten. Die Verabschiedung im Bundesrat und das anschließende Inkrafttreten soll dann im Mai 2020 erfolgen.

EU-Kommission war mit Novelle 2017 nie zufrieden

Vergangene Woche hatte das BMEL seine mit dem Bundesumweltministerium (BMU) abgestimmten Vorschläge für eine erneute Anpassung der Düngeverordnung bei der EU-Kommission in Brüssel eingereicht. Damit soll die EU-Nitratrichtlinie künftig eingehalten werden. Im Juni 2018 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) Deutschland deshalb verurteilt. Zwar bezog sich das Urteil auf die alte Düngeverordnung von 2006, dennoch hatte die EU-Kommission immer auch signalisiert, dass ihr die Verschärfung der Düngeverordnung von 2017 nicht weit genug ging.

Aufzeichnungspflicht trifft alle Betriebe

Die EU-Kommission kritisiert vor allem den Nährstoffvergleich mit dem zulässigen Kontrollwert von 60 kg Stickstoff pro Hektar als zu hoch und hält die Maßnahmen in den mit Nitrat belasteten Gebieten in Deutschland für zu lasch. Den Nährstoffvergleich und den zulässigen Kontrollwert will das BMEL daher nun streichen und durch eine Aufzeichnungspflicht der tatsächlichen Düngung ersetzen. Der errechnete Düngebedarf darf mit den Düngungsmaßnahmen dann nicht überschritten werden. Diese Maßnahme würde dann alle Betriebe deutschlandweit treffen.

Maßnahmen nur für Nitrat belastete Gebiete:

  • Verbot der Herbstdüngung im Spätsommer bei Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung.
  • Der für jede Kultur nach strengen Vorgaben errechnete Düngebedarf wird pauschal um 20 % abgesenkt.
  • Die bisher nur im Betriebsdurchschnitt geltende Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar für Gülle und andere Wirtschaftsdünger muss zukünftig schlagbezogen berechnet werden, d.h. für jedes Feld gilt dann die Obergrenze von 170 kg Stickstoff pro Hektar.
  • Wenn eine Sommerkultur, wie z.B. Mais oder Zuckerrüben, angebaut wird, die erst im Frühjahr ausgesät wird, muss im Herbst davor verpflichtend eine Zwischenfrucht angebaut werden, damit der Boden über Winter mit einer Pflanzendecke bedeckt ist.

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vor von Thomas A. Friedrich

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Diskussionen zum Artikel

von Yvonne Richter

Proben Proben, Proben.....

Was hier gefordert wird, ist wirklich ein "tolles" bürokratisches Instrument, das den Bauern an den Schreibtisch zwingt und ihm die Zeit auf dem Acker oder im Stall raubt, von seiner Freizeit sowieso nicht mehr zu sprechen. Es geht kein Weg an der Bürokratie vorbei, aber wir können ... mehr anzeigen

von Yvonne Richter

Lamentieren hilft nicht--> HANDELN

Lamentieren hilft nicht Solange Politiker sich anmaßen, über die Köpfe von denen die sie gewählt haben hinwegsetzen zu können wird es immer wieder Entscheidungen von Nichtskönnern geben, die ALLES KÖNNEN, egal auf welchem Gebiet. Im Industriebereich muss man ja "Rücksicht" auf ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Die wollen keine vernünftigen Vorschläge aus dem Volk.

Die wollen uns nicht mehr. Wir wollen die aber auch nicht mehr, denn die da oben schaden dem deutschen Bürger. Die ziehen das kaltschnäuzig durch, wir Bäuerchen sollen die Trottel der Obrigkeit spielen. Wenn ihr euch da man nicht irrt.

von August Friedl

Winterharte Begrünungen

Mit Winterharte Begrünungen hat man kein Nitrat Probleme! Mann spart sich bis zu 100 kg N für die Folgekultur!

von Hans Merk

Seht euch mal den Vorschlag des Bauernbund Brandenburg an!!

Kann so natürlich nicht kommen, zu einfach für die Politik, zu ehrlich für den Bauernverband und die Abl samt ihrer linksversifften grünen Freunde und zu billig für alle unsere Kontrolleure.

von Andreas Gerner

Von wegen schlechter Grundwasserzustand

Erst ein Aussagekräftiges Messnetz, dann über Verschärfungen Nachdenken!

von Christian Aukamp

Die Stoffstrombilanz

ist bis heute komplett praxisuntauglich ! Spätestens seit 1.7.18 hätten Vorgaben aus den Verwaltungen da sein müssen. Die -Papierarbeit- auf den Höfen ist jetzt schon Irrsinn! Dringend wird auf den Höfen vor Ort ein schlankes, funktionierendes -Düngegesetz- gebraucht, das würde ... mehr anzeigen

von Renke Renken

2 GV pro ha ,

kontrollierbar über Hi-tier und Flächenantrag, und alles ist in Butter. Ohne endlosen bürokratischen Aufwand. Am sonsten wird´s langsam Zeit, daß wir uns gelbe Westen anschaffen

von Willy Toft

Da wir schon wieder mal eben aus der Hüfte geschossen!

Und wenn es dann immer noch nicht passt, setzen wir eben mal den oberen Wert 20 % runter, wenn man sich nicht anders zu helfen weiß! Das die DüV noch nicht greift, war vorhersehbar, das Regenwasser der letzten Jahre ist auch noch nicht überall beim Grundwasser angekommen, bzw. es ... mehr anzeigen

von Eike Bruns

Was wieder fehlt

ist die Gleichbehandlung von org.- und Mineraldünger. Warum muss bei org. Dünger 170 kg gelten und bei Mineraldünger der Pflanzenbedarf. Auch diese Novelle wird ihr Ziel im eigentlichen Sinne nicht erreichen, ein anderes sehr wohl. Der Druck auf Betriebe mit kleiner und mittlerer ... mehr anzeigen

von Markus Bauer

Verbot Düngung im Herbst

Die neuen Vorschläge stellen wieder mal einen riesigen bürokratischen Aufwand dar und zeigen mit wie wenig Sachverstand diese ausgearbeitet werden. Es stellt sich für mich die Frage wie ein Anbau von Zwischenfrüchten, in den roten Gebieten, vor Sommerkulturen verpflichtend ... mehr anzeigen

von Heinrich Esser

Ehrlich gesagt,

muss das so kommen. Die N-Bedarfswerte wurden im Gegensatz zur vorherigen DüV teilweise noch angehoben und außer der Düngebedarfsermittlung habe ich persönlich keine Veränderung zu vorher feststellen können. Wieso sollte dann die EU damit einverstanden sein, wenn sie Änderungen ... mehr anzeigen

von Anton Heukamp

Wahnsinn. Landwirtschaft wird nun zur reinen Bürostuhlakrobatik. Der Bauernverband wird die, von der Politik eingepreiste, Verhandlungsmasse ausnutzen und zum Schluß sind alle glücklich, nach dem Motto "hätte ja noch schlimmer kommen können". Viel Erfolg bei den Verhandlungen. Ein ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

Was ist mit Grünland?

man spricht oder schreibt immer wieder von Kulturen im Bereich des Ackerlandes. Was ist mit dem Grünland?? - gibt es unter Grünland keine Nitrateintragungen oder Auswaschungen?. Müssen die Grünlandbetriebe besonders geschützt werden?. Diese Verschärfung der Düngeverordnung ist ... mehr anzeigen

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