Bundessortenamt

Neue KWS Rapssorten mit Resistenzgen und Schädlingsschutz

ERNESTO KWS besitzt mit dem Resistenzgen RlmS eine völlig neue Resistenzquelle.

Mit IVO KWS und ERNESTO KWS hat das Bundessortenamt für diese Saison zwei neue Rapssorten von KWS zugelassen. Beide zeigen sehr starke Sortenleistungen, überzeugen darüber hinaus aber mit weiteren, außergewöhnlichen Eigenschaften, wirbt das Unternehmen.

So reduziere der frühe Blühbeginn von IVO KWS die Gefahr, dass diese Sorte durch den Rapsglanzkäfer geschädigt wird, auf ein Minimum. ERNESTO KWS besitze mit dem RlmS Gen eine komplett neue Phoma-Resistenzquelle und sei damit auch gegen neue Phomastämme bestens geschützt.

Der frühe bis sehr frühe Blühbeginn von IVO KWS erweist sich laut dem Züchterhaus als strategisch wichtige Eigenschaft, die nur äußerst wenige andere Rapssorten teilen: Rapsglanzkäfer sind Schädlinge, die an den nahrhaften Pollen der Rapspflanze gelangen wollen. Sind die Knospen bei Befall noch klein, schädigt der Käfer die Blütenanlage des Rapses, um an den Pollen zu gelangen. Ab Blühbeginn schädigt der Rapsglanzkäfer die Knospen nicht mehr, da er den Pollen in den offenen Blüten erreicht, ohne die Blütenanlage zu zerstören.

„Ziel ist natürlich, immer ein Maximum an Knospen, Blüten und Schoten für den maximalen Ertrag zu haben“, sagt Andreas Krull, Raps-Spezialist bei KWS. „Das stellen wir sicher, denn die Zeit, in der der Rapsglanzkäfer schädigen kann, wird durch den frühen Blühbeginn reduziert, so dass unter Befallsbedingungen sogar eine Insektizidmaßnahme eingespart werden kann.“

IVO KWS habe relativ beim Kornertrag 111 % und beim Ölertrag 109 % erzielt, zudem eigne sich diese Sorte aufgrund ihrer Wachstumseigenschaften für alle Aussaattermine (früh, mittel und spät), so KWS weiter.

ERNESTO KWS besitzt mit dem Resistenzgen RlmS eine völlig neue Resistenzquelle. Derzeit seien Rapssorten vorwiegend durch das Gen Rlm7 gegen die Pilzerkrankung Phoma lingam geschützt. In Frankreich sind jedoch erste Brechungen von Rlm7 beobachtet worden. „Es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, wann es auch in unseren Regionen zu Brechungen kommt“, erklärt Andreas Krull.

„Mit ERNESTO KWS und dem neuen Resistenzgen sind wir der Natur dann einen Schritt voraus, denn mit dem Resistenzgen können Rlm7 brechende Phomastämme wirkungsvoll zurückgedrängt werden.“

KWS hebt abschließend hervor, dass es gelungen sei, die neue Resistenzquelle mit ausgezeichneten Sortenleistungen zu kombinieren. Die Sorte habe sowohl beim Kornertrag als auch beim Ölertrag mit jeweils 110 % ein sehr starkes Ergebnis über die drei Wertprüfungsjahre hinweg erzielt.


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