Göttingen

Neue Züchtungstechniken gegen versteckten Hunger

Ein internationales Forscherteam arbeitet daran, wie man die Gehalte an Mikronährstoffen in Pflanzen durch neue Züchtungsmethoden erhöhen kann. Mit dabei ist u.a. auch Prof. Matin Qaim aus Göttingen.

Wie Methoden der Gentechnik helfen können, die weltweite Ernährungssituation zu verbessern, hat ein internationales Team von Wissenschaftlern in einer aktuellen Studie beleuchtet.

Nach Angaben von Erstautorin Prof. Dominique Van Der Straeten von der Universität Gent können mit gentechnischen Ansätzen deutlich höhere Gehalte an Mikronährstoffen in Pflanzen erreicht werden, als dies mit ausschließlich konventionellen Züchtungsmethoden möglich sei. Dies habe bereits für Folsäure in Reis und Kartoffeln gezeigt werden können; außerdem sei es gelungen, die Vitaminverluste nach der Ernte erheblich zu verringern.

Laut Mitautor Dr. Howarth Bouis vom International Food Policy Research Institute ist ein weiterer Vorteil der Gentechnik, dass hohe Gehalte verschiedener Mikronährstoffe in der gleichen Pflanze miteinander kombiniert werden könnten. Das sei wichtig, weil arme Menschen häufig unter verschiedenen Nährstoffdefiziten gleichzeitig litten.

Die Wissenschaftler verweisen zudem darauf, dass es durch gentechnische Methoden erleichtert wurde, hohe Mikronährstoffgehalte mit agronomisch relevanten Eigenschaften zu kombinieren, wie etwa Dürre- oder Schädlingstoleranzen.

„Bauern sollten sich nicht entscheiden müssen, ob sie Sorten anbauen, die entweder nährstoffreich sind oder stabile Erträge liefern“, so Mitautor Prof. Matin Qaim von der Universität Göttingen. Es sei wichtig, beide Aspekte in den gleichen Sorten zu kombinieren, das könne auch zu einer Verbreitung gerade im Kleinbauernsektor beitragen. Die Wissenschaftler sind sich nach eigenen Angaben bewusst, dass viele Menschen Gentechnik mit Skepsis betrachten.

Prof. Matin Qaim

Prof. Matin Qaim (Bildquelle: Uni Göttingen)

Einer der Gründe für die ablehnende Haltung sei die Assoziation mit großen Agrarkonzernen. Abhilfe könnten die sogenannten biofortifizierten Pflanzen schaffen, weil diese speziell zum Wohle armer Bevölkerungsgruppen entwickelt würden.

Die Biofortifikation beschreibt laut der Universität Göttingen die Züchtung von Grundnahrungsmittelpflanzen auf höhere Mikronährstoffgehalte zum Anbau bei Kleinbauern. Der Hochschule zufolge leiden weltweit mehr als 2 Mrd. Menschen an Mikronährstoffmangel aufgrund einer unzureichenden Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen. Arme Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern seien besonders betroffen, weil sie sich überwiegend von Grundnahrungsmitteln ernährten, die viele Kalorien, aber wenig Mikronährstoffe enthielten.


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Die Zeichen hör ich wohl, doch allein, mir fehlt der Glaube

Ich habe große Zweifel, dass die Versprechungen der Gentechnik, gesündere Pflanzen etc. die nich nun schon seit ca. 30 Jahren höre und bisher nicht eingehalten wurden, sich auch einmal erfüllen!

von Wilhelm Grimm

Wir stehen am Anfang einer unglaublichen Entwicklung,

die bei uns be-und verhindert wird. Die Welt ist nun mal nicht statisch, sie dreht sich nach wie vor. An den" Golden Rice" muss man nicht glauben, es gibt ihn.

von Wilhelm Grimm

Die Veränderung

Wert bestimmender Inhaltsstoffe ist bestimmt lukrativ und eine spannende Entwicklung.

von Andreas Gerner

Nur Türöffner.

Soll dafür dienen, die Methoden salonfähig zu machen. Danach züchtet man nur noch an den Dingen die viel Geld bringen. Resistenzen in Kombination mit den passenden Spritzmitteln und natürlich patentiertem Saatgut. So gibt der Bauer alle Macht an die Konzerne ab. Nicht mit uns!

von Wilhelm Grimm

Ich bin anderer Meinung !

von Wilhelm Grimm

Unsere Wissenschaftler müssen stärker in die Öffentlichkeit gehen.

Sie dürfen sich nicht vor den Ideologen ihrer Branche und der NGOs und deren Verbreitung in den Medien fürchten.

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