Zweitbeste Ernte im Norden

Nordzucker beendet Zuckerrüben-Kampagne mit überdurchschnittlichen Erträgen

Nordzucker hat in seiner jetzt beendeten Rübenkampagne 17 Mio. t Zuckerrüben (davon 184.000 t Öko-Rüben) verarbeitet. Die Erträge pro Hektar lagen bei 72,1 t mit 17,7 % Zuckergehalt.

Nordzucker hat in den meisten Werken die Zuckergewinnung aus Zuckerrüben und Zuckerrohr erfolgreich abgeschlossen. Die Kampagne wurde in Finnland und Litauen noch im alten Jahr, in Polen und der Slowakei in der ersten Januardekade und in Deutschland zwischen dem 18. und 27. Januar beendet.

Die Verarbeitungsstätten in Dänemark (Ende Januar) und Schweden (Anfang Februar) sind noch in Betrieb. Im Durchschnitt aller Werke wird die Kampagne 122 Tage dauern. In Deutschland, Dänemark und Litauen wurden außerdem in den ersten Tagen der Kampagne wieder Öko-Rüben zu Biozucker verarbeitet.

Hohe Erträge und gute Preise für Zuckerrüben

Ausreichende und gut verteilte Niederschläge während des Sommers in fast allen europäischen Anbauregionen haben zu überdurchschnittlichen Rüben- und Zuckererträgen geführt (12,8 t Zucker pro Hektar). In Deutschland wurde sogar mit durchschnittlich fast 80 t Rüben pro Hektar (73 t im 5-Jahresdurchschnitt) und einem Zuckergehalt von etwa 18 % einer der höchsten jemals erreichten Zuckererträge mit 14,2 t Zucker pro Hektar (13,3 t) erzielt.

Zusätzlich zu den guten Erträgen werden sich höhere Zuckerpreise positiv auf die Rübenpreise der Verträge mit einem variablen Preismodell auswirken. „Bei den variablen Zuckerrüben-Verträgen mit unseren Anbauern werden die besten Preise seit dem Ende der Zuckermarktordnung und spürbar höhere Preise als im Fixpreis-Modell erreicht“, betont Dr. Lars Gorissen, CEO. „Die Wettbewerbsfähigkeit und attraktive Rolle der Zuckerrübe in der ackerbaulichen Fruchtfolge wird damit bestätigt“.

Die Rübenverarbeitung verlief an allen Standorten nahezu störungsfrei. in einigen Werken wird im Frühjahr außerdem der jetzt eingelagerte Dicksaft zu Kristallzucker und Bioethanol für Kraftstoffe und chemische Produkte weiterverarbeitet. Wie in anderen Wirtschaftszweigen gab es Lieferengpässe und Kostensteigerungen für Hilfsstoffe und Energie. Hinzu kamen logistische Engpässe, zeitweilig auch bei Zuckerrüben, die dank der Initiative aller Beteiligter zügig behoben werden konnten.

Landvolk: Zweitbeste Zuckerrübenernte in Norddeutschland

Feld

Im Durchschnitt der Kampagne wurde ein Rübenertrag von rund 80 t/ha mit einem Zuckergehalt von 17,8 % erzielt. (Bildquelle: Zuckerübenanbauerverband (ZAV))

„Die Rübenerträge sind höher als erwartet, allerdings sind die Rüben nicht so süß wie in den Vorjahren“, sagt Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). Grund dafür sei die Witterung.

Zwar stand den Zuckerrüben in Niedersachsen fast überall während des Vegetationszeitraums ausreichend Wasser in Form von Niederschlag zur Verfügung, allerdings führte der Regen auch zu einer Verdünnung des Zuckergehaltes. „Zudem hat die Nässe in einigen Regionen zur Ausbreitung von Pilzen in Zuckerrüben geführt“, erklärt Geschäftsführer Dr. Helmke gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Für das gesamte DNZ-Verbandsgebiet errechnet er einen Zuckerertrag von gut 14,2 t pro Hektar. „Damit fahren Norddeutschlands Zuckerrübenanbauer nach 2014 das zweitbeste Ernteergebnis ein. In einigen Regionen wurden sogar 15 t Zucker je Hektar erreicht“, führt DNZ-Geschäftsführer Helmke mit dem Beispiel aus.

Bei den Öko-Rüben, die schon im September geerntet und verarbeitet worden sind, konnte im Durchschnitt mit knapp 8,9 t Zucker ebenfalls deutlich mehr als vergangenes Jahr mit 7,4 t/ha geerntet werden. Seit der ersten Öko-Rübenkampagne 2017 hat sich die Zahl der Öko-Rübenanbauer im Verbandsgebiet des DNZ von 30 auf 120 vervierfacht. Dementsprechend hat die Anbaufläche für Öko-Rüben im DNZ-Verbandsgebiet zugenommen. Erntearbeiten, Verladung, Transport und Verarbeitung liefen auch hier relativ problemlos.