Münster

NRW will das Grundwasser-Messnetz überprüfen und ausbauen

„Wir werden jede Messstelle im Land überprüfen und schauen, ob die Messungen korrekt ablaufen. Und wir werden auch Ort und Verteilung der Messstellen anschauen und weitere Messstellen einrichten“, versprach NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser.

Die nordrhein-westfälische Landwirtschafts- und Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) will das umstrittene Grundwasser-Messnetz überprüfen und ausbauen. Zugleich wird die Landesregierung die Wasserkooperationen zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft auch finanziell stärken und aufstocken. Das versprach die Ministerin den über 6.000 Landwirtinnen und Landwirten bei der Großkundgebung gegen die erneute Verschärfung der Düngeverordnung am Donnerstag in Münster.

Der Bauernverband kritisiert seit langem das aus seiner Sicht ungenaue und unzureichende Messstellennetz, das Grundlage für die Abgrenzung der sogenannten „Rote Gebiete“ ist. Das sind die Gebiete, in denen die Nitratwerte oberhalb des Grenzwertes liegen. Der Berufsstand hält das Messnetz für zu grobmaschig und befürchtet, dass es dadurch zu verzerrten Ergebnissen zu Lasten der Landwirtschaft kommt.

„Wir werden jede Messstelle im Land überprüfen und schauen, ob die Messungen korrekt ablaufen. Und wir werden auch Ort und Verteilung der Messstellen anschauen und weitere Messstellen einrichten“, erläuterte Heinen-Esser ihr Vorgehen. „Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass die Messergebnisse dann besser werden. Ich kann ihn aber versprechen, dass korrekt gemessen wird und dass wir die ‚Roten Gebiete‘ korrekt abgrenzen können“, sagte die Ministerin.

Kooperation stärken

Auch sie habe gehofft, dass es den Behörden und den Landwirten möglich sein würde, die Reform der Düngeverordnung von 2017 zunächst wirken zu lassen. „Das scheint uns die EU-Kommission nicht ermöglichen zu wollen“, rief sie den Landwirten zu. Nordrhein-Westfalen setze weiter auf den erfolgreichen kooperativen Ansatz. Die rund 200 Wasserkooperationen im Land leisteten hervorragende Arbeit. Das sehe man an der rückläufigen Entwicklung der Nitratwerte.

Ein weiterer Erfolg für den Wasserschutz sei die erreichte Reduzierung von Gülleimporten aus den Niederlanden. Durch einen gegenseitigen Abgleich der Daten und engermaschige Kontrollen, seien die illegalen Gülletransporte um rund ein Drittel zurückgegangen.