Pressekonferenz

Nufarm führt ein neues Graminizid für den Raps ein

Das australische Unternehmen Nufarm präsentierte im Rahmen seiner jährlichen Fachpressekonferenz in Köln Neuheiten im chemischen Pflanzenschutz.

Für die Herbstsaison stellt Nufarm mit Flua Power ein neues Graminizid für Rapsbauern vor, das sich vor allem durch hohe Kulturverträglichkeit auszeichnen soll. 150 g/l Fluazifop-P der ISOlink-Formulierung sorgten für eine schnelle und gleichmäßige Verteilung über das gesamte Blatt und damit für eine sehr schnelle Wirkstoffaufnahme, erklärt Nufarm weiter. Mit der breitesten Zulassung würden nicht nur Ausfallgetreide und alle wichtigen Ungräser, sondern auch die Quecke nachhaltig und effektiv bekämpft.

Nufarm Chlortoluron heißt jetzt Lentipur 700

Mit Lentipur 700 bekommt die bekannte Chlortoluron-Lösung von Nufarm einen neuen Namen. Das Produkt sei als einziges Chlortoluron Mittel auf dem deutschen Markt neben Winterweichweizen und Wintergerste auch in den Kulturen Winterroggen und -triticale zugelassen, heißt es. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sei die Anwendung im Vorauflauf. Mit dem Wirkstoffgehalt von 700 g/kg Chlortoluron sei Lentipur 700 zudem ein wichtiger Mischpartner in der Gräserbekämpfung im Getreide im Herbst.

Lentipur 700 wirkt stark gegen Windhalm, Kornblume und Kamille. Zudem sichert Chlortuluron die Wirkung gegen Acker-Fuchsschwanz ab, dem zunehmend bedeutender werdenden Schadgras.

Herbizidlösung Saracen Delta Pack

Der Saracen Delta Pack vereint die Produkte Saracen Delta und FranziTM und ist die Herbstlösung für alle Standorte. Die Wirkstoffe Flufenacet, Diflufenican und Florasulam bekämpfen neben Schadungräsern wie Windhalm oder Rispengras auch dikotyle Unkräuter wie Ausfallraps, Kamille, Klette oder Vogelmiere.

Zur Bekämpfung von Acker-Fuchschwanzgras wird FranziTM in der Mischung auf die volle Aufwandmenge erhöht. Damit ist der Saracen Delta Pack laut Nufarm eine Lösung für alle Standorte, einzusetzen in Winterweichweizen und -gerste gegen Acker-Fuchschwanz, Windhalm und allen bedeutenden Unkräutern.

Carmina Complett und Carmina 640

Carmina 640 wirkt mit Chlortuluron und Diflufenican gegen Windhalm, Rispengras, Kornblume und Kamille. Sowohl Chlortoluron als auch Diflufenican bleiben über eine längere Zeit im Boden wirksam, sodass auch später keimende Ungräser und Unkräuter erfasst werden. Chlortuluron eignet sich als Wirkstoffalternative für aktives Resistenzmanagement in der Windhalm- und Ackerfuchsschwanzbekämpfung.

Carmina Complett ist die Packlösung bestehend aus den Produkten Carmina 640 und Alliance für alle Weizensorten. Nach eigenen Erfahrungen ist Carmina 640 mit 1,5 l/ha in allen Winterweizensorten verträglich. Ergänzt wird die Carmina 640 durch 65 g pro Hektar Alliance, dem Herbizid mit den Wirkstoffen Metsulfuron und Diflufenican. Diese Mischung wirkt gegen Kamille und Kornblume, Hundskerbel oder Storchschnabel.

Pressekonferenz

Pressekonferenz, Katrin Morgenstern (Bildquelle: Nufarm)

Alliance

Das Herbizid Alliance bekämpft schwierige Unkräutern wie Storchschnabel oder Hundskerbel. Zudem bekämpft das „Spezial“-Herbizid die Wirkstoffe Metsulfuron und Diflufenican Kornblume, Knöterich-Arten oder Ausfallraps. Beide Wirkstoffe werden überwiegend über den Boden aufgenommen. Diese Eigenschaften ermöglichen sowohl einen frühen Einsatz gegen kleine oder in der Keimung befindliche Unkräuter als auch gegen größere Unkräuter. Alliance ist nach Unternehmensangaben die einzige Metsulfuron-haltige Wirkstoffkombination mit Herbstzulassung. Mit 65 je Hektar Aufwandmenge wird Alliance ab Blattentwicklung in Weizen, Gerste, Roggen und Triticale eingesetzt.

Kyleo

Kyleo ist ein nichtselektives Herbizid das sowohl im Sommer und Herbst auf der Stoppel als auch im Frühjahr vor der Saat von Mais und Getreide eingesetzt werden kann. Es bringt bei einer maximalen Aufwandmenge von 5 l/ha insgesamt 800 g/ha 2,4-D und 1200 g/ha Glyphosat auf den Acker. Gemeinsam formuliert mit einem speziellen Additiv werden die Wirkstoffe schnell in der Pflanze aufgenommen und verteilt. Durch eine zusätzlich hohen Regenfestigkeit könne Kyleo eine bessere und nachhaltige Wirkung im Vergleich zu reinen Glyphosat-Produkten gegen schwer bekämpfbare Wurzelunkräuter, Ausfallkulturen und Quecken erreichen.

Kaiso Sorbie

Kaiso Sorbie ist ein lambda-Cyhalothrinhaltiges Insektizid, dass als Kontakt- und Fraßmittel gegen eine Vielzahl saugender und beißender Schadinsekten eingesetzt werden kann. Es ist sowohl im Getreide und Raps als auch weiteren Ackerbaukulturen, im Grünland und Gemüsebau mit einer Aufwandmenge von 150 g/ha zugelassen. Bei der SorbieTM Formulierung wird der als EC formulierte Wirkstoff an einen Trägerstoff gebunden, der sich im Wassertank sekundenschnell auflöst und somit eine einfache Handhabung garantiert.

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Nufarm bringt hybridelektrische Unkrautbekämpfung Nucrop auf den Markt

Einsatz

NUCROP - Die Innovation der Unkrautbekämpfung (Bildquelle: Pressebild)

Gemeinsam mit dem Aachener Agtech-Startup Crop.Zone bringt das australische Unternehmen Nufarm in diesem Sommer eine hybridelektrische Sikkations- und Unkrautbekämpfungslösung mit dem Namen Nucrop auf den deutschen Markt. Durch den Einsatz einer leitenden Flüssigkeit (volt.fuel) und elektrischem Strom (volt.apply) werden die behandelten Pflanzen abgetötet.

Volt.fuel weicht die Wachschicht der Pflanzen auf und überbrückt die Luftspalte. Der Strom kann so bei niedrigerer Spannung in die Blätter eindringen, erklärte Nufarm am Mittwoch.

Der Strom bewege sich dann in stark wasserhaltigen Zellbereichen und werde deshalb besonders durch die Leitbündel zum Wassertransport weitergeleitet. Hier gebe es wenige und dünne Zellwände, die durchschlagen werden müssten.

Aus den zerstörten Zellen läuft leitfähiger Zellsaft in die Zellzwischenräume, die dadurch dunkler erscheinen. Die zerstörten Leitbündel leiten den Strom dann auch noch besser bis in die Wurzeln, erklärten die Entwickler weiter. Je nach Bodenfeuchte und Wurzeldicke werde so in 10-15 cm Tiefe der große Bodenquerschnitt besser leitfähig als die Wurzeln. Der Strom verteilt sich im Erdreich, um später wieder vom zweiten Applikator zusammengezogen zu werden.

Die zerstörten Leitbündel bleiben zurück und die Pflanzen vertrocknen, so der Plan. Die Gesamtmenge der eingesetzten Energie soll z. B. in der Kartoffel-Sikkation mit 15-30 kWh/ ha so klein sein, dass die Vertrocknung nicht auf eine thermische Zerstörung, sondern nur auf die spezifische Zerstörung der Wasserzufuhr zurückgeführt werden kann, da die Pflanzen insgesamt um weniger als 2 °C erwärmt werden.

Nucrop steht diesen Sommer, im Rahmen des Early-Adopters-Programms Landwirten primär für die Sikkation in Kartoffeln zur Verfügung.

Maschine

Die 75 cm breiten und 1 m langen Applikatoren sind der eigentliche Clou des Systems: Sie wurden als sogenannte Kurzstrecken-Applikatoren speziell für die Sikkation von Kartoffelbeständen entwickelt. (Bildquelle: Nufarm)

Trecker

Momentan haben die Testgeräte eine Arbeitsbreite von 12 m. (Bildquelle: Nufarm)

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Nufarm Deutschland wächst im ersten Halbjahr

Das erste Halbjahr (Oktober 2020 bis März 2021) war für Nufarm weltweit, aber auch in Europa sehr erfolgreich. Das europäische Geschäft konnte den Umsatz um 18 % und das EBITDA um 135 % auf 75 Mio. Euro steigern. [AUD$117 Mio.]

Die Treiber der Verbesserung sind Volumenwachstum, niedrigere Rohstoffpreise für Insektizide und Fungizide, sowie bessere Verarbeitungskosten aber auch durch Kosteneinsparungen erzielte Effekte. Nufarm konnte in Europa höhere Umsätze aus den 2018 übernommenen Century und Surf Portfolios generieren. Die Produkte aus Century und Surf tragen zu einem verbesserten Produktmix bei und trugen im ersten Halbjahr mehr als die Hälfte des Ergebnisses bei.

In Deutschland konnte Nufarm im ersten Halbjahr ein Volumenwachstum aufgrund verbesserter saisonaler Bedingungen erzielen und sein Geschäft in den Hauptkulturen Getreide, Mais und Raps weiter ausbauen. Insgesamt wächst Nufarm in Deutschland weiter und konnte seinen Marktanteil auf über 5% ausbauen.

Das zweite Halbjahr hat sich nach, wetterbedingt, schwächerem Geschäft im April und Mai gut erholt und vor allem die Verkäufe von Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden lagen auf hohem Niveau, so die Firma.


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