Wasserrahmenrichtlinie

Nur wenige Flüsse in einem „guten“ ökologischen Zustand

Das Umweltbundesamt ist noch skeptisch, ob die neue Düngeverordnung den Gewässerzustand verbessern kann. Nur 7 % der Flüsse haben einen guten Zustand, heißt es.

Lediglich 7 % der Flüsse in Deutschland sind in einem „guten“ ökologischen Zustand. Damit werde das Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) weit verfehlt, wonach mit Fristverlängerung bis 2027 alle Flüsse mindestens in einem „guten“ ökologischen Zustand oder Potential sein sollten, stellt das Umweltbundesamt (UBA) fest.

Als Ursache macht das UBA hierfür insbesondere die immer noch zu hohe Nährstoffbelastung der Gewässer aus, „vor allem verursacht durch die Landwirtschaft“. In welchem Umfang die seit Mai 2020 geltende neue Düngeverordnung die Belastung verringern werde, werde sich im Rahmen des vorgesehenen Wirkungsmonitorings zeigen, so das UBA.

Die Behörde rät dazu, anstelle pauschaler Flächenprämien über die EU-Agrarförderung ökologische Leistungen wie Gewässerrandstreifen und eine ökologische Bewirtschaftung zu honorieren.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts hat die Ausweitung des Ökolandbaus positive Wirkungen auf die Gewässerqualität. Derzeit würde jedoch das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 insgesamt 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) ökologisch zu bewirtschaften, bei gleichbleibender Entwicklung wie in den Vorjahren verfehlt. Es würde vielmehr „noch mehrere Jahrzehnte“ dauern, diesen Zielwert zu erreichen.

UBA-Präsident Dirk Messner sieht trotz kurzfristiger Verbesserungen wie etwa gesunkener Treibhausgasemissionen angesichts des eher schlechten Zustandes der Gewässer „noch erheblichen Handlungsbedarf im Umweltschutz“. Ein Ausruhen auf kurzfristigen Effekten hält er für „keine gute Strategie“.

Zu wenig Dauergrünland

Weiterhin ambitionierte Anstrengungen sind nach Bewertung des UBA darüber hinaus bei der Entwicklung der Dauergrünlandflächen notwendig. Zwar sei deren Umfang in den vergangenen Jahren wieder leicht gestiegen, doch über den Zeitraum 1991 bis 2019 betrachtet sei die Grünlandfläche in Deutschland um rund 11 % zurückgegangen.

Zum „Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft“ heißt es im Umweltmonitor, dass die Auswirkungen der neuen Düngegesetzgebung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgebildet werden könnten. Ob weitere Anpassungen notwendig seien, hänge auch von der Ausgestaltung der Stoffstrombilanzverordnung und der finalen Ausweisung der Roten Gebiete mit hohen Nitratgehalten im Grundwasser ab.

Das Umweltbundesamt geht nach jetzigem Kenntnisstand davon aus, dass für einen umfassenden Schutz von Umwelt und Klima noch weitere Anstrengungen notwendig sein werden.

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Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Das Wort Skepsis in der Verlautbarung des UBA

ist das allergrößte Lob, das wir von den selbsternannten Weltverbesserern erwarten dürfen, mehr geht nicht.

von Andreas Gerner

Die Skepsis ist berechtigt.

Natürlich kann die Düngeverordnung den Zustand der Gewässer kaum nennenswert verbessern, wenn die Herkunft der Nährstoffe in Flüssen vornehmlich Einleitungen aus Kläranlagen (bzw. an denen vorbei) sind und waren, statt die Landwirtschaft. - - - - - - - - - Paradoxerweise geht der ... mehr anzeigen

von Kreb Herbert

Bodenseefischerrei

siehe Bodenseefischerrei - keine Nährstoff eintäge ins Gewässer - keine Nahrung für Fische.

von Eike Bruns

Niedersachsen

Nach dem aktuellen Nährstoffbericht gibt es in Nds. keinen N Überschuss mehr. Was soll also so eine Aussage im Wahljahr. Im LK Oldenburg gibt es im Bereich unseres Hofes eine dieser Messstellen. Diese ist von 2013 bis 2020 stark gesunken 130,140,97,90,88,88,82,77 sind die exakten Werte. ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Eigentlich

Ist jede Minute zu schade um zu kommentieren. Nur kurz gefragt, kennt das UBA die Definition des guten ökologischen Zustand eines Gewässer? Stichwort Verbauung, Einleitungen usw. Ist dem UBA bekannt wie viel Grünland täglich zubetoniert wird?

von Wilhelm Grimm

Diese Definition ist diesen Leuten sehr wohl bekannt,

aber daraus lassen sich keine Hetzkampagnen gegen die Landwirtschaft konstruieren. Die mit dem UBA verbündeten Medien manipulieren mit diesen Halbwahrheiten die Gehirne der Menschen.

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