Zukunft Pflanzenschutz

Paetow: "Integrierten Pflanzenschutz stärker beachten“

Hubertus Paetow bemängelt, dass immer noch zu viele Pflanzenschutzmaßnahmen nach dem Vorsorgeprinzip erfolgen. Er mahnt zudem, schon jetzt Alternativen zu suchen.

Ein Kommentar von Hubertus Paetow. Er bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb in Mecklenburg-­Vorpommern und ist seit 2018 Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG).

Die Vorschläge zum Insektenschutz und das Glyphosatverbot lassen keinen Zweifel zu: In der Zukunft stehen uns weniger Wirkstoffe zur Verfügung, und auch der Gesamteinsatz von Pflanzenschutzmitteln wird zurückgehen müssen.

Als Unternehmer stehen wir vor der Aufgabe, trotzdem Erträge und Gewinne stabil zu halten. Die Wirkstoffverluste und auch die Resistenzentwicklung der Schädlinge betreffen alle Bereiche des Pflanzenschutzes.

Die Rentabilität von Pflanzenschutzmaßnahmen ist aber nicht in allen Bereichen gleich hoch. Während Herbizidmaßnahmen im intensiven Weizenanbau immer hoch sinnvoll sind, trifft dies in vielen Jahren für das Standardfungizid- oder Wachstumsreglerprogramm nicht zu.

Fakt ist, dass immer noch zu viele Maßnahmen nach dem Vorsorgeprinzip erfolgen. Beim Fungizideinsatz in Getreide z. B. muss sich die Intensität unbedingt mehr nach der Witterung und Sortenanfälligkeit richten. Dann lassen sich Weizenbestände in sehr trockenen Jahren auch mal mit nur einer einmaligen Fungizidmaßnahme gesund halten.

Auch bei Insektiziden ist der wirtschaftliche Erfolg von Standardmaßnahmen nicht immer gegeben. Hier gilt es, künftig die Schadschwellen mehr im Blick zu halten.

Wir müssen uns...

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