Klimaschutz

Pflanzenreste speichern CO2

Pflanzenreste spielen eine entscheidende Rolle dabei, Kohlenstoff im Boden zu halten. Das wiesen Forschende der TUM nun in neuen Studien nach.

Dieser Artikel erschien zuerst in f3 farm. food. future.

Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben die Rolle von pflanzlichen Kohlenstoffeinträgen für die Bodenkohlenstoffspeicherung genauer untersucht. Das teilte die Uni kürzlich mit. Deutlich wird, die Rolle von Pflanzenresten bei der CO2-Speicherung im Boden ist größer als angenommen.


„Kleine Teile von abgestorbenen Pflanzen werden oft nur als Fast Food für Bakterien und Pilze im Boden gesehen. Wir haben gezeigt, dass Pflanzenreste tatsächlich eine größere Rolle bei der Bildung und Speicherung von Kohlenstoff im Boden spielen als bisher angenommen", sagt Kristina Witzgall, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Bodenkunde an der TUM.

Laboruntersuchungen

Die Aktivität und das Wachstum von Pilzen führte dazu, dass Kohlenstoff aus den Pflanzenresten nach unten transportiert wurde. Das ziegen die Proben. (Bildquelle: Carsten W. Müller)

Wichtige Rolle von Pilzen

Die Forschungsgruppe ahmte in einer Studie mit Bodenproben den natürlichen Zersetzungsprozess von Pflanzenresten im Labor nach. Damit sollte analysiert werden, wie genau Kohlenstoff im Boden gespeichert wird. „Es zeigte sich, dass Pilze eine besonders wichtige Rolle bei der Zersetzung der zugegebenen Pflanzenreste spielen - mehr als Bakterien. Wir konnten sehen, dass eine Verlagerung von pflanzlichem Kohlenstoff tiefer in den Boden stattfindet. Dies geschieht als Folge der Ausdehnung der Hyphen-Netzwerke von Pilzen“, sagt Witzgall. Die Pilze sollen diese weißen Fäden um die Pflanzenreste wickeln und mit dem Boden „verkleben“ . Darauf verwerten die Pilze den Kohlenstoff in den Pflanzen und speichern diesen im Boden.

Es zeigte sich, dass Pilze eine besonders wichtige Rolle bei der Zersetzung der zugegebenen Pflanzenreste spielen - mehr als Bakterien." - Kirsten Witzgall

Großes Potenzial

In der Vergangenheit hat sich die Wissenschaft laut TUM hauptsächlich auf die Kohlenstoffspeicherung an der Oberfläche von Mineralien konzentriert. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass aber auch wichtige Prozesse direkt an der Oberfläche der Pflanzenreste ablaufen und somit eine Speicherung stattfindet.

„Pflanzenreste zur Speicherung von Kohlenstoff sind für fruchtbare und klimafreundliche landwirtschaftliche Böden ein wichtiger Faktor. Wir planen in Zukunft auch Versuche, bei denen wir verrottende Pflanzen tiefer in den Boden einbringen, damit der Kohlenstoff dort länger gespeichert werden kann", sagt Carsten Müller, Professor an der Universität Kopenhagen. Wenn bessere Bedingungen für die Kohlenstoffspeicherung im Boden geschaffen werden, könne das zwischen 0,8 und 1,5 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr speichern. Die Weltbevölkerung hat in den letzten zehn Jahren 4,9 Gigatonnen Kohlenstoff pro Jahr ausgestoßen.


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