Strategie-Ratgeber

Pflanzenschutzmittel einsparen: Fünf Tipps für weniger Befallsdruck

Gesunde und saubere Bestände mit weniger Pflanzenschutzmitteln? Das kann unter bestimmten Bedingungen funktionieren. Dabei helfen folgende fünf Maßnahmen.

Unsere Autorin: Dr. Ute Kropf, Fachhochschule Kiel

Den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu minimieren, muss nicht zwangsläufig kranke Bestände zur Folge haben. Meist fördern mehrere Faktoren gleichzeitig die Anfälligkeit einer Kultur oder leisten der Verunkrautung Vorschub. Diese zu erkennen und auszuschalten und mit positiven Fruchtfolgeeffekten sowie gesunden Sorten zu kombinieren, kann die Erträge mittelfristig sogar stabilisieren.

Wer die folgenden fünf Tipps beherzigt und Maßnahmen anpasst, kann Pflanzenschutzmittel einsparen, ohne dabei Ertrag oder Qualität zu riskieren. Wichtig ist, die Rahmenbedingungen zu analysieren und optimieren sowie die Bestände regelmäßig zu beobachten.

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1. Richtig versorgen

Stimmen Kalzium- und Nährstoffversorgung?

Alle Nährelemente sind direkt oder indirekt daran beteiligt, wie widerstandsfähig Pflanzen gegenüber Pilzerkrankungen und Schädlingsbefall sein können. Einige Nährstoffe stärken Zellen und Gewebe und fördern die Verholzung, was wiederum Schaderregern das Eindringen und Vermehren erschwert.

Über den Ernährungsstatus der Pflanze wirken die Nährelemente zudem auf die Attraktivität der Pflanzen als Nahrungsgrundlage – sowohl oberirdisch als auch über die Wurzelausscheidungen (Nematoden, Viren, Bodenpilze).

Ein Mangel macht die Pflanzen anfälliger für Krankheiten.  So spielen bei den genetisch bedingten Resistenzmecha­nismen Spurenelemente eine wichtige Rolle . Sind z. B. Kartoffeln mit Mangan unterernährt, hat Phytoph­thora leichtes Spiel.

Bei einem Mangel an Zink steigt die Anfälligkeit von Pflanzen für Rhizoctonia und bei zu wenig Kupfer die für Mutterkorn und Mehltaupilze. Auch ein Zuviel kann schädlich wirken – wenn sich z. B. Nitrat in der Pflanze anreichert. Das passiert auch, wenn Nährelemente durch einen niedrigen pH-Wert (Molybdän, Eisen) oder hohen Humusgehalt (Kupfer) nicht verfügbar sind. Von dem guten Nahrungsangebot profitieren nicht nur Mehltau und Roste, sondern ebenso Blattläuse als Virusvektoren sowie Frit- und andere Fliegen.

Ist der Stickstoff-Stoffwechsel im Ungleichgewicht, erhöht sich der Druck von Schwarzbeinigkeit, DTR und Fusarium-Stängelfäule im Mais. Winterfäulen wie Typhula und Schneeschimmel profitieren ebenfalls von angereichertem Herbst-Nitrat in den Pflanzen.

Kalzium besonders beachten

Bei den Hauptnährelementen sollte man besonders Kalzium im Blick haben: Ein Mangel (weiche Zellwände) fördert Fäulnisbakterien (z. B. Erwinia im Feldgemüse, Pectobacterium und Dickeya bei Kartoffeln), aber auch Pilze wie Fusarium und Rhizoctonia. Den Befall mit Kohlhernie können frischer Kalk sowie die Cyanamid-Phase des Kalkstickstoffs mindern.

Auch im Boden spielt die  Kalziumversorgung eine zentrale Rolle:  Kalzium (Ca) stabilisiert die Bodenstruktur und puffert die Bodenversauerung ab. Die Bodenreaktion (pH-Wert) beeinflusst, wie verfügbar Haupt- und Spurenelemente sind. Wer die Nährstoffversorgung optimieren will, sollte...

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