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Präziser düngen mit Sensoren

Strenge Düngeregeln erfordern ein Höchstmaß an Düngeeffizienz. Was optische Sensoren mittlerweile leisten, haben wir zwei Praktiker gefragt.

Beim ersten Einsatz auf einem Triticaleschlag bekam ich kalte Füße – der Sensor regelte die Düngermengen rauf und runter, obwohl das Getreide auf der Fläche vorher augenscheinlich immer gleichmäßig und gut stand“, berichtet Landwirt Bernd Kneer, der im Kreis Mettmann im Bergischen Land (NRW) für die Kneer & Kuhles GbR 200 ha Ackerbau bewirtschaftet. Doch bei der Ernte zeigte sich, dass der Next GreenSeeker-Sensor seine Arbeit offensichtlich gut gemacht hatte. Denn die Ertragskarte auf seinem Mähdrescher wies über den gesamten Schlag hinweg gleichmäßige Erträge aus, siehe unten.

Welche Gründe sprechen für einen Sensor?

„Ursprünglich wollte ich mit der Sensordüngung vor allem die Proteingehalte im Weizen sichern“, sagt Landwirt Kneer, der den Next GreenSeeker vom Softwareanbieter Next Farming nach mehreren Tests 2017 schließlich kaufte. Jetzt, nach einigen Jahren im Einsatz, konnte er über die bessere Verteilung auch Düngereinsparungen feststellen. Die Höhe der Einsparungen – so seine Beobachtung – hängt aber von vielen Faktoren ab, wie z.B. der Vorwinterentwicklung der Bestände oder der Jahreswitterung.

Für eine teilflächenspezifische Düngung per optischem Sensor hat sich auch Landwirt Stefan Vogelsang entschieden, der im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück einen 160 ha-Gemischtbetrieb bewirtschaftet. „Wir möchten mit der Technik den Düngereinsatz über eine präzisere Verteilung reduzieren, die Lagergefahr senken und somit die Erträge stabilisieren und steigern“, erklärt er. Außerdem war für ihn der Schritt zum Sensor nicht weit, da ein Schlepper bereits mit ISO-Bus und GPS ausgerüstet war.

So sieht Kneers Düngestrategie aus

Das Prinzip des Next GreenSeekers, der in der Fronthydraulik des Schleppers hängt, funktioniert wie folgt: Vier Sensoren, die an einem hydraulisch klappbaren Gestänge montiert sind, scannen den Pflanzenbestand aus ca. 1,10 bis 1,30 m Höhe. Während der Überfahrt ermitteln sie die Bestandesdichte und anhand des Blattgrüns (Chlorophyllgehalt) die Vitalität der Pflanzen. Daraus ergibt sich ein sogenannter NDVI-Wert, nach dem das Anbaugerät dann gesteuert wird.

Landwirt Bernd Kneer nutzt den Sensor in Kombination mit seinem Amazone Düngerstreuer ZA-TS Hydro. In Getreide führt er vor der ersten Gabe eine Düngebedarfsermittlung durch, welche die Gesamtmenge vorgibt. Dann erfolgt für jede Fläche eine kurze Kalibrierfahrt, um den Sensor an die Bestandsentwicklung und sortenspezifische Reflexion anzupassen. „Bei der ersten Düngergabe im Frühjahr, meist mit KAS, geht es darum, den Bestand zu homogenisieren“, so der Landwirt.

„An Stellen, an denen das Getreide zu dünn steht, düngt der Sensor dann ein höhere Menge. Und andersherum bekommen zu dicke Stellen weniger N-Dünger.“ Den Regelbereich kann er mit einem Minimal- und Maximalwert begrenzen. Jahres- und sortenabhängig regelt der Sensor bei dieser...


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