Uni Kassel-Witzenhausen

Prof. Dr. Finckh: „Eine Reduktion chemischer Pflanzenschutzmittel muss sein“

Eine falsche Zusammensetzung des Mikrobioms führt zu dem Krankheitsbild der Dysbiose. Neue Erkenntnisse der Wurzel-Bodenmikrobiom-Zusammenhänge zeigt die Folgen des Spritzmitteleinsatzes.

Ein Gastkommentar von Prof. Dr. Maria R. Finckh, Uni Kassel:

Die molekularbiologische Forschung hat in den letzten Jahren unser Verständnis von individuellem Leben grundlegend verändert. So erbt der Mensch ca. 22.000 Gene von seinen Eltern, aber mehr als 8 Mio. Gene von den Mikroorganismen, die ebenfalls mit vererbt werden. Ohne diese Mikroorganismen könnte kein Mensch existieren.

Dasselbe gilt für Tiere und Pflanzen und so ist das biologische System als Gesamtlebewesen, der „Holobiont“, anstatt dem Individuum in den Fokus gerückt.

Jeder Landwirt weiß um die zentrale Bedeutung des Mikrobioms bei den Wiederkäuern, jeder Imker bei den Bienen, deren Immunsystem auf der Darmmikroflora beruht. Eine falsche Zusammensetzung des Mikrobioms führt zu dem immer mehr anerkannten Krankheitsbild der „Dysbiose“.

Auch das Bodenleben, vor allem in unmittelbarer Umgebung der Wurzel, wird immer mehr als den Pflanzen zugehörig akzeptiert. Viele aktuelle Forschungsprojekte zielen darauf ab, die Wurzel-Bodenmikrobiom-Zusammenhänge besser zu verstehen und damit neue Wege unter anderem im Pflanzenschutz zu entwickeln. Gemeinsam ist all diesen Bemühungen der Fokus auf die Mikroorganismen, von deren Vielfalt wir maßgeblich abhängen.

Höchst komplexes Umfeld

Der negative Zusammenhang zwischen intensivem Pestizideinsatz und der Artenvielfalt von Beikräutern, Insekten, Vögeln und...

Die Redaktion empfiehlt

top agrar-Chefredakteur Guido Höner vertrat bei einer am Montag ausgestrahlten Radiodiskussion des SWR die Seite der Landwirtschaft. Es ging um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.


Diskussionen zum Artikel

von Hans Gresshoener

Verkehrsmittel sind tödlich!

Alle Verkehrsmittel verletzen oder töten stündlich Menschen. Warum kommt niemand auf die Idee,Autos abzuschaffen

von Erwin Schmidbauer

Für eine umfassende Erwiderung ist die Kommentarzeile zu kurz

Nun ist der Kommentar der Prof. Finckh keine wissenschaftliche Abhandlung und kann durchaus Vereinfachungen und wissenschaftliche Unsauberkeiten enthalten. Trotzdem sollten gewisse Standards gewahrt werden, die nicht irreführend sind. So etwa das mit den Genen des Mikrobioms. Oder der ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Fachgebiet "ökologischer Pflanzenschutz" -

an der Uni Kassel-Witzenhausen. Passender wäre wahrscheinlich nur "Witzenhausen". Denn dieses Statement kann man doch nur als schlechten Witz auffassen. __ __ Es ist ja bezeichnend, daß sich die "Gute" nur mal wieder in erster Linie auf die Herbizide einschießt. Die hat man ja im ... mehr anzeigen

von Hans Spießl

50% Ertrag Bio Landbau

reden wir lieber nur von 25% Ertrag. Was interessiert derzeit das täglich mehr als 10.000 Kinder weltweit Coronabedingt zusätzlich verhungern. So Leute wie die gute Frau Prof. sind der Kategorie der Bedenkenträger zuzuordnen es sind Helfer der ... mehr anzeigen

von Heinrich Albo

Falsch!!!

Zitat"So gibt es den Verdacht, dass die massive Zunahme der Unverträglichkeit von Weizen in Nordamerika auf Dysbiosen im Magen-Darmtrakt, das heißt falsch zusammengesetzte Mikroorganismengesellschaften z. B. infolge von Pestizid­residuen verursacht sein könnten. " In Amerika geht ... mehr anzeigen

von Werner Backer

Pflanzeneigenes Fungizid, Nennung der Quelle

Hallo Herr Albo bitte nennen Sie die Quelle ihrer Aussage. Ich würde gerne mehr darüber lesen.

von Jürgen Donhauser

Nicht erst zu nehmen

Also die Aussagen sind so oberflächlich und teilweise sogar falsch, da lohnt es gar nicht zu reagieren. Für mich ist nur schockierend, dass dies unter „Wissenschaft“ publiziert wird. Aber bei Coronaleugner und Querdenker soll es ja auch „Wissenschaftler“ geben.

von Wilhelm Grimm

Kassel,

mehr braucht man nicht zu sagen.

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