Interview

Prof. Tscharntke über Streifen für mehr Artenvielfalt Plus

Prof. Tscharntke berichtet über einen Versuch, bei dem ein Nebeneinander schmaler Felder mit vielen Rändern entsteht. Für diesen Streifenacker wurden abwechselnd Weizen und Raps in Streifen angebaut.

Der Streifenanbau auf den Feldern ist eine alte Anbaumethode. Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Göttingen vermuten darin jedoch eine Lösung für moderne Probleme.

Herr Tscharntke, zusammen mit Kollegen der Universitäten Göttingen und Kiel begleiten Sie das Projekt Streifenanbau. Was steckt hinter der Idee?

Prof. Tscharntke: Mehr Vielfalt auf den Äckern soll die Biodiversität von Insekten und Vögeln steigern. Diese Diversifizierung soll zudem den Schädlingsdruck verringern und Bienen sowie ihre Bestäubungsleistung fördern. Die Idee stammt von Dr. Gunnar Breustedt, Landwirt und Privatdozent der Uni Kiel. Er wollte mit begrenzten Kosten auf einem konventionell wirtschaftenden Betrieb einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Wie funktioniert diese Diversifizierung auf dem Acker?

Tscharntke: Anstelle eines großen Feldes entsteht ein Nebeneinander schmaler Felder mit vielen Rändern. Für diesen Streifenacker (strip intercropping) wurden auf großen, konventionell bewirtschafteten Ackerflächen abwechselnd Weizen und Raps in Streifen angebaut. Das funktioniert mit automatischen Lenksystemen zentimetergenau und kostengünstig. Mit 12 bis 36 m haben die Streifen die Arbeitsbreite des Düngerstreuers bzw. der Pflanzenschutzspritze auf den Betrieben. Pro Feld gibt es mindestens vier Paar Streifen. Ihre Ränder können den Insekten als Orientierung...

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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

Wie sieht die Fruchtfolge dazu aus?

Die Idee ist ja: im Jahr 3 folgt Gerste. ---- Also ist der halbe Acker Raps-Weizen-Gerste, die andere Hälfte ist Weizen-Raps-Gerste. Ersteres macht Sinn, Letzteres verschenkt Vorfruchteffekte. Dazu der Sonderaufwand mit dem zusätzlichen Anfahren, Vorgewende doppelt verdichten usw. ---- ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

Geistiger Dünnschiss!!

Mit verlaub mehr kann man dazu nicht sagen! Da sind wir Landwirte gut ausgebildet, gute, sehr gute fachliche Kompetenz und Praxis, haben trotz aller Widrigkeiten in teure, supergenaue Technik investiert, müssen durch die ewig niedrigen Weltmarktpreise, lanciert durch unsere ach so ... mehr anzeigen

von Alfons Hümmer

Im Prinzip hat der Proffesor Recht.

Aber wieso hat man dann in Deutschland in den letzten 50 Jahren überhaupt Flurbereinigungen durchgeführt, wenn man wieder zur kleinparzelligen Bewirtschaftung zurückkehren möchte oder aus Umweltschutzgründen sollte? Wenn ein Lohnunternehmer zweimal zur gleichen Flächen fahren ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Herr Hümmer -

es steht ja im Text drin, "anstelle eines großen Feldes"! __ __ Aber genau mit diesem Vorhaben werden all die Errungenschaften der Flurbereinigung kaputtgemacht. Wollen sie damit all ihre Vorgänger lügen strafen? Sicherlich gibt es an den heutigen Strukturen auch etwas zu bemängeln. ... mehr anzeigen

von Hermann Sudhop

Ganz alter Wein in neuen Schläuchen...

So wie im Beitrag beschrieben, sah die Feldflur vor 50, 60 Jahren in weiten Teilen Deutschlands aus... 1ha Weizen neben 2haZuckerrüben, dazu etwas Grünland...das wurde staatlicher seits mittels vieeel Geld und Flurbereinigung bereinigt. Nun sollen die schönen neuen großen Flächen ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Absurdistan , die angestrebten Pläne zur Agrarwende sind Wahnsinn.

unser Staat und die EU haben mit Frans Timmermann und Svenja Schulze Führungskräfte, die von Greenpeace und dem NABU gesteuert werden und das politische Leben vergiften. Und sie haben Höflinge, deren Pläne dazu beitragen.

von Heinrich Esser

Schön zu lesen,

wie aufgeschlossen manche Bauern doch gegenüber Neuerungen sind. Immer wieder amüsant.

von Gerhard Steffek

gesunder Menschenverstand!

Der Wirklichkeitssinn des Bauern, beruht auf der Grausamkeit der Natur. (Thomas Niederreuther 1909 - 1990) dt. Kaufmann, Maler und Schriftsteller. __ __ Da kann, Herr Esser, nunmal kein Theoretiker mit Schritt halten.

von Stefan Lehr

Kostenstruktur

Was hier nicht beleuchtet wurde ist die Kostenstruktur. Nach unseren Auswertungen haben wir festgestellt, dass wir auf kleinen Parzellen (in der Auswertung waren 4 ha und 20 ha durchschnittliche Schlaggroesse) im Schnitt 150 Euro/ha einbuessen. Setze ich hier mal nur die Haelfte an sind ... mehr anzeigen

von Albert Maier

God in heaven!

"Zusammen mit Kollegen analysieren wir die Artenvielfalt, deren Funktionen sowie die Kosten und Erträge für die beteiligten Landwirte. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt die Studie finanziell." Haben die wirklich nichts besseres zu tun?? PS: Eigentlich wollte ich einen ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Mischkulturen sind ein überaus spannendes Thema, jedoch nicht in Streifen auf Fläche

Solche Reihen-Mischkulturen scheitern zunächst einmal grandios an Cross Compliance, subventionsfähig sind diese Flächen nach aktuellem Stand unserer Förderrichtlinien nicht! // Kaum umsetzbar in der Praxis sind dieselben, egal innerhalb welcher Nutzungskonstellationen. Highlights für ... mehr anzeigen

von H. K.

Na sauber, ideologisch währe der streifenanbau machbar.

Praktisch ist es der letzte scheiss was ich jemals gelesen habe. Haben wir Landwirte nicht schon genug Arbeit? Und will so ein daher gelaufener Prof. Tscharntke uns noch mehr Arbeitsstunden aufdrücken ? was haben wir für einen Mist an Professoren in unseren Unis ? Wer soll diesen ... mehr anzeigen

von Christof Garriss

Fruchtfolge

Im ersten Jahr mit Raps und Weizen anfangen ist einfach. Aber wie soll sowas bei Gerste, Weizen,Zuckerrüben und Silomais funktionieren? Da möchte ich mal den Lohnunternehmer bei der Feldbestellung und Ernte sehen und hören.

von Johann Schneider

In Franken

Gibt es Landkreise da besteht fast die ganze Fläche aus 10-30m breiten Streifen.dazwischen Bäume Hecken Ranken Lesesteinhaufen und....

von Stefan Lehr

Dort koennen sich die Wanderer dann auch vor lauter Insekten nicht mehr bewegen (Ironie Ende)

von Wilhelm Grimm

Und die Professoren bauen mir dann den Mähdresscher, Rübenroder usw. um.

Windstille beim Pflanzeschutz muss beim Lieben Gott vorher beantragt werden und an den Rändern kommen die Professoren mit der Hacke. ..... Lasst euch Besseres einfallen. Zum Zirkus fahre ich in die Stadt.

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