Göttingen

Qaim hebt großen Chancen durch CRISPR/Cas hervor

Prof. Qaim aus Göttingen ist überzeugt, dass neue Züchtungstechniken wie CRISPR/Cas die Landwirtschaft produktiver und gleichzeitig umweltfreundlicher machen können

Für die Anwendung der neuen Züchtungstechnologien (NBT) wie CRISPR/Cas hat sich der Göttinger Agrarökonom Prof. Matin Qaim ausgesprochen. Eine aktuelle Studie zeige, dass neue Züchtungstechnologien - wie Gentechnik und Genomchirurgie - dabei helfen könnten, die Landwirtschaft produktiver und gleichzeitig umweltfreundlicher zu machen, erklärte Quaim, der im Rahmen dieser Studie weltweite Forschungsergebnisse der vergangenen Jahrzehnte ausgewertet hat.

Mit den NBT könnten Pflanzen so verändert werden, dass sie ertragreicher seien, gleichzeitig aber weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel benötigen, hob der Wissenschaftler in Göttingen hervor. Außerdem könne die Züchtung neuer Eigenschaften deutlich beschleunigt werden, was eine schnellere Anpassung der Pflanzen an den Klimawandel ermögliche.

„Obwohl Methoden wie CRISPR erst vor wenigen Jahren entwickelt wurden, sind sie bereits erfolgreich in vielen verschiedenen Pflanzenarten eingesetzt worden“, stellte Qaim fest. Die Methoden seien relativ einfach und kostengünstig, so dass auch kleinere Labore sie verwenden könnten, um lokale Arten zu verbessern. „Ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Vielfalt“, resümierte der Agrarökonom. Er wies außerdem darauf hin, dass gentechnisch veränderte Sorten bereits seit rund 25 Jahren angebaut würden, aber vor allem in Europa umstritten seien.

Als sicher eingestuft

Obwohl die gentechnisch veränderten Sorten wissenschaftlich als sicher gelten würden, gebe es in der Öffentlichkeit nach wie vor Ängste vor Umwelt- und Gesundheitsrisiken, führte Qaim aus. Genomchirurgische Methoden seien jedoch anders, weil hierbei meist keine artfremden Gene übertragen würden. Die gezielten genetischen Veränderungen könnten prinzipiell auch auf natürlichem Wege entstehen.

Das Problem sei, dass die Zulassungsbehörden in Europa genomchirurgisch entwickelte Pflanzen genauso behandelten wie gentechnisch veränderte Pflanzen mit artfremden Genen. Dadurch werden dem Agrarökonom zufolge die öffentlichen Ängste geschürt und die Weiterentwicklung und Nutzung dieser Technologie in der Landwirtschaft verhindert.

„Leider hat die europäische Haltung auch weitreichende Auswirkungen auf viele arme Länder, vor allem in Afrika, wo neue Agrartechnologien für die kleinbäuerliche Landwirtschaft besonders wichtig sind“, beklagte Qaim. Gebraucht werde daher dringend ein anderer gesellschaftlicher Diskurs über die NBT, denn diese könnten einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherung leisten.


Diskussionen zum Artikel

von Reiner Matthes

Die Bauern brauchen kein patentiertes Saatgut.

Das hilft nur den Inhabern der Patente. Wie auch immer Gentechnik genannt oder verpackt wird. Noch können wir in Deutschland gentechnikfreie Lebensmittel anbieten. Und die wird nachgefragt von den Kunden, obwohl das dem Handel gar nicht gefällt.

von Klaus Fiederling

Drei Systembrüche innerhalb kürzester zeitlicher Verläufe:

Nun, werter Herr Brauchle, ich sehe hier tatsächlich Bedarf für eine Ergänzung, damit man beim Rätselraten nicht auf die falschen Lösungen kommt -> Systembruch 1: Der Computer (basierte auf dem ersten Rechner Zuse 1 aus den 1937er, in den 1980er hielten die Heimcomputer Commodore 64, ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Herr Fiederling

Wen sie mit dem ersten Systembruch 1945 meinen gehöre ich nicht zu jener Genaration, da zu diesem Zeitpunkt meine Eltern erst im Vorschulalter waren. In meinem Kommentar habe ich keine Wertung abgegeben über Sinn oder Unsinn von Gentechnik und ähnlicher Verfahren, sondern wollte zum ... mehr anzeigen

von Christian Kraus

Wieder mal...

nichts neues. Das liest sich wie Bio-Öko-Genfutter das alle Probleme lösen kann. Wenn es das Genfutter schafft das es ohne Spritzen und Düngen gute Erträge bringt dann wäre das natürlich gut. Wo ist es denn? Wenn es da eine "neue" Studie gibt wo haben sie denn das Genfutter ... mehr anzeigen

von

stimmt

genau auf den Punkt gebracht. Otto Hochmuth

von Christian Bothe

Neue Züchtungsmethoden

Was Prof.Qaim sagt, ist vollkommen in Ordnung. Er vertritt ja diesen Standpunkt schon immer und hat das auch publiziert.Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

von Bernd Schmitz

Als Gentechnik kennzeichnen

ist dabei weiter mit höchster Priorität zu fordern. Wenn sich an die Zulassungsverfahren der Gentechnik gehalten wird und später eine Kennzeichnung erfolgt, wird alles seinen Weg gehen. Wir brauchen aber keine Gentechnik durch die Hintertür auf den Äckern und im Trog!

von Jörg Meyer

Endlich

kann man mal wieder den Hut vor einem Agrarwissenschaftler ziehen, der nicht dem Mainstream verfallen ist und sich auf fundierte Kenntnisse stützt, danke es besteht noch Hoffnung auf eine faktenbasierte Diskussion, wenn es um Landwirtschaft und Zukunft geht, die ganzen grünen ... mehr anzeigen

von Jörg Meyer

Endlich

kann man mal wieder den Hut vor einem Agrarwissenschaftler ziehen, der nicht dem Mainstream verfallen ist und sich auf fundierte Kenntnisse stützt, danke es besteht noch Hoffnung auf eine faktenbasierte Diskussion, wenn es um Landwirtschaft und Zukunft geht, die ganzen grünen ... mehr anzeigen

von

Wo sind die Spitzensorten?

Sehr gehrter Herr Meyer, seit 3 oder 4 Jahrzehnten gibt es Gentechnik in der Züchtung. Wo sind die versprochenenen Spitzensorten (salztolerant, trockenheitsresistent)? Fehlanzeige! Riesensummen wurden verpulvert für das Ego selbstverliebter Wissenschaftler. Überlassen wir das ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Sorgen und Nöte der Bauern

Wer nicht vom Verkauf der Erzeugnisse vom Acker u. in den Ställen sein Ein- u. Auskommen sichern muss, setzt sich natürlich extrem kritisch mit meinen Aussagen zur grünen Gentechnik und CRISPR/CAS auseinander. Bei mir ist dem nicht so, ich lebe und existiere ausschließlich von meiner ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Geld kostet manchmal einfach zuviel

Hat man nun also das sogenannte „Luft-und-Liebe-Gen“ endlich gefunden und kann dieses hoffentlich jetzt auch entschlüsseln? Sämtliche Managercliquen in der verarbeitenden Lebensmittelindustrie und im LEH vernehmen diese euphorischen Wissenschaftlerbekundungen sicherlich mit Freuden: ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Herr Fiederling,

Mit kleine Labore sind mittelständische Züchter gemeint. Bisher können nur sehr große Unternehmen einsteigen. Es wäre ein riesiger Fehler, die Züchtung nur den Weltkonzernen zu überlassen.

von Wilhelm Grimm

Ein deutscher Professor gegen die grüne Seuche in der Landwirtschaft ist zu wenig,

wir brauchen mehr mutige Wissenschaftler, die bereit sind, den wissenschaftsfeindlichen Mainstream in der Landwirtschaft zu bekämpfen. Ministerin Klöckner hat in ihren Wissenschaftlichen Beirat zu wenig oder gar keine mutigen Wissenschaftler berufen. Anscheinend haben diese Angst, sich ... mehr anzeigen

von Kurt Brauchle

Karriereschaden?

Ganz richtig, wie sonst ist es zu erklären das erst sich im Ruhestand befindliche Wissenschaftler und weitere involvierte zu ihren Themenbereichen äussern und bei ihren Nachfolgern oder NGO`s anecken. Beispiel Feinstaubdebatte, da wurden die kritischen Lungenärzte auch gleich als ... mehr anzeigen

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