Herbizidstrategien

Raps: Kluge Strategien für saubere Bestände

Abhängig vom Wetter und der Verunkrautung sind unterschiedliche Herbizidstrategien denkbar – auch die mechanische Unkrautkontrolle kann sinnvoll sein. Hier die aktuellen Empfehlungen.

Unser Autor: Günter Klingenhagen, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Einmal etabliert, ist Raps in der Lage, Unkraut gut zu unterdrücken. Sind beim Drusch der Vorkultur Stroh- bzw. Spreuansammlungen entstanden, ist es wichtig, diese zu mulchen und/oder zu verteilen. Denn andernfalls läuft der Raps an diesen Stellen meist schlecht auf. Zudem fühlen sich Mäuse in diesen Bereichen besonders wohl. Kann der Raps dann – evtl. nach einer tiefen Lockerung – ohne Hindernisse in die Tiefe wurzeln, ist der Grundstein für kräftige, konkurrenzfähige Pflanzen gelegt.

Strategie 1: Den Raps hacken?

Einige Landwirte, z.B. in der Nähe des Haarstrangs, sind seit dem Herbst 2019 dazu übergegangen, Flächen mit viel Altraps zu hacken. Dazu säen sie den Raps per Einzelkornsaat mit einem Reihenabstand von 45 cm.

Sind die Einzelkornsämaschine und das Hackgerät zu 100% aufeinander abgestimmt (gleiche Abstände der Aggregate) und fährt man in die gleiche Richtung, ist es mit kameragesteuerten Geräten möglich, bis auf 2 cm an die Reihen heran zu hacken. In diesem Fall liegt die bearbeitete Fläche bei 91%. Wer Abschirmbleche verwendet, kann vom 1. Laubblattstadium des Rapses bis ins Frühjahr hinein hacken. Je nach Fahrgeschwindigkeit, Maschinenausstattung und Flächengröße sind Kosten von 45 bis 65 €/ha für einen Durchgang zu kalkulieren.

Bei geringem Unkrautdruck und passender Witterung kann die Hacke zur Regulierung der zweikeimblättrigen Unkräuter ausreichend sein. Ein Nachteil der mechanischen Maßnahmen ist allerdings die höhere Erosionsgefahr.

Möglich ist es, die breite 45er-Reihe mit der Anlage eines falschen Saatbetts zu kombinieren. In den uns bekannten Beispielen war dies die effektivste Maßnahme zur Altrapsbekämpfung. Bei diesem Verfahren wird das Saatbett ca. 4 Wochen vor der Saat erstellt und der Aufwuchs kurz vor der Rapssaat (Scheibenschar, Einzelkornsaat) mit Glyphosat abgetötet. Durch die breite Reihe wird wenig Boden bewegt und man kann später noch hacken. Läuft nur wenig Altraps auf, kann der Hackgang gegebenenfalls erst im Frühjahr erfolgen. Hinweis: Mit Inkrafttreten des Insektenschutzprogramms werden die Einsatzmöglichkeiten von Glyphosat eingeschränkt. Dies kann auch die oben genannte Anwendung betreffen. Genaue Definitionen stehen noch aus.

Strategie 2: Behandlung im Vorauflauf mit Clomazone

Das Folgende gilt unabhängig vom Bestellverfahren: Sofern Sie die besonderen Clomazone-Auflagen einhalten können (siehe Zusatzinfo „Clomazone“), das Saatbeet abgesetzt ist, mit dem Auflauf des Rapses zu rechnen ist und sich keine Starkniederschläge in den nächsten Tagen ankündigen, bietet sich der Einsatz Clomazone-haltiger Produkte an. Das gilt insbesondere für Standorte mit Wegrauke.

Geeignet ist u.a. Angelus mit 0,3 l/ha. Solo eingesetzt, lassen sich damit Wegrauke, Hirtentäschelkraut, Vogelmiere und Klettenlabkraut erfassen. Verbleibende Unkräuter wie Kamille, Mohn, Kornblume, Storchenschnabel, Hundskerbel und Stiefmütterchen können Sie dann im Nachauflauf mit Belkar + Synero (evtl. + Gräserpartner) erfassen.

Clomazone-Produkt + Mischpartner: Durch die Zumischung von 0,75 l/ha Fuego kann man die Wirkung um Kamille, Ehrenpreis, Besenrauke und Vergissmeinnicht ergänzen. Geht es auch um Mohn und Krummhals, bietet sich die weitere Zugabe von 0,6 l/ha Stomp Aqua an. Mit dieser relativ...


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