Reportage

Regenerative Landwirtschaft: Boden als System begreifen

Dieter Weber stellte vor zwei Jahren auf Regenerative Landwirtschaft um und beherzigt seither konsequent deren Prinzipien. Aber nicht alles klappt auf Anhieb.

Webers bewirtschaften das Hofgut Obere Wanne in Liestal (Schweiz) in siebter Generation – seit 25 Jahren nach den Knospe-Richtlinien. Doch Dieter Weber wurde immer unzufriedener: "Irgendwann dachte ich, dass wir uns im Denken kaum von konventionellen Betrieben unterscheiden. Unkraut-, Krankheits- und Schädlingsbekämpfung waren die Hauptaufgaben. Im Unterschied zu den konventionellen Kollegen einfach mit biologischen Mitteln und Methoden."

Auf der Suche nach neuen Ideen besuchte er den "Bodenkurs im Grünen" von Friedrich Wenz und Dietmar Näser, zwei Pionieren der Regenerativen Landwirtschaft. "Nach den ersten 30 min habe ich gewusst: Das ist es!" Seitdem setzt Weber den ganzheitlichen Ansatz der Regenerativen Landwirtschaft auf dem gesamten Betrieb konsequent um.

Pflügen ist tabu

Der Boden solle möglichst nicht durch unbelebte Dünger, Pflanzenschutzmittel oder intensive (wendende) Bodenbearbeitung gestört werden, damit sich die Aktivität und Diversität des Bodenlebens erhöhten und Humus aufgebaut werde. Als allererste Maßnahme verkaufte der Landwirt also den Pflug: "Pflügen ist komplett tabu bei uns."

Stattdessen fräst er den Aufwuchs als Flächenrotte flach ein oder, wo es möglich und sinnvoll ist, wählt er Direktsaat. Zudem solle der Boden möglichst immer bedeckt sein. "Ich habe schon immer Gründüngungen angesät, doch nicht in den Zusammenhängen gedacht", sagt er.

Auch das konsequente Anlegen von Unter- oder Beisaaten mit hoher Artenvielfalt in allen Kulturen gehört zum System. Gegen Fäulnis im Boden beim Einfräsen der Organik verwendet er milchsaure Pflanzenfermente, die direkt beim Einarbeiten der Grünmasse eingespritzt werden. Auch legt er großen Wert auf eine weite Fruchtfolge und Vielfalt in den Kulturen. Alle Prinzipien der Regenerativen Landwirtschaft beherzigt er,...

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