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Rote Gebiete – warum gibt es Unterschiede?

Die roten Gebiete sind ausgewiesen. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift hat hierfür einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Ländern.

Die Bundesländer haben die Binnendifferenzierung fast vollständig vollzogen. Schaut man genau hin, fällt auf, dass sich dabei die roten Gebiete in den einzelnen Ländern unterschiedlich stark verändert haben.

Teils zeigen sich für Landwirte, die an Ländergrenzen wirtschaften, irritierende Bilder: Sind Schläge oder auch ganze Gebiete in einem Land als nitratbelastet eingestuft, kann das Nachbarland zu anderen Ergebnissen kommen. Woran liegt das? Lässt es sich alleine durch standortspezifische Faktoren begründen?

AVV soll’s einheitlich machen

Damit die Bundesländer die roten Gebiete einheitlich ausweisen, hat die Bundesregierung im November 2020 eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift (AVV) erlassen. Darin sind die Anforderungen an die Vorgehensweise definiert. Damit gibt die AVV einen Rahmen vor. Gleichzeitig gibt es innerhalb dieses Rahmens verschiedene Punkte, die dazu führen, dass die Länder mit unterschiedlichen Methoden oder Daten arbeiten können.

Immissionsbasierte Abgrenzung der Gebiete

Ausgangspunkt bei der Ausweisung der roten Gebiete sind die Nitratmesswerte der Grundwassermessstellen. Erstmals gelten für die Messstellen durch die AVV einheitliche Anforderungen.

Ist ein Grundwasserkörper aufgrund der Messergebnisse als gefährdet eingestuft, erfolgt in einem weiteren Schritt eine Gebietsabgrenzung innerhalb des Grundwasserkörpers. Da Grundwasserkörper Ausmaße von bis zu 1.250 km2 haben können, waren früher auch z.T. große Bereiche ohne Gefährdung rot.

Die nun nach AVV geregelte, differenziertere Betrachtung ordnet die Flächen stärker den betroffenen Messstellen zu. Diese Differenzierung der Flächen innerhalb eines Grundwasserkörpers hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie stark sich die roten Gebiete verändern. Die Länder können dabei hinsichtlich dieser Abgrenzung zwischen verschiedenen Verfahren wählen:

  1. Regionalisierungsverfahren
  2. Eine Abgrenzung nach hydrologischen und/oder hydraulischen Kriterien.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Wasserschutzgebiete gesondert zu betrachten. Davon machen u.a. Hessen und Bayern Gebrauch. Die einzelnen Verfahren können die Länder isoliert oder auch kumulativ anwenden.

Das Regionalisierungsverfahren ist ein standardisiertes statistisches Modell und in der Anlage 2 der AVV detailliert beschrieben. Um das Modell zu kalibrieren, wird auf vergleichsweise viele weitere Messpunkte, sogenannte Stützmessstellen, zurückgegriffen. Dadurch führt das Regionalisierungsverfahren, unter der Voraussetzung ausreichend vorhandener Messstellen, zu einer recht genauen Abgrenzung.

Die Einteilung nach hydrogeologischen Kriterien in der Verwaltungsvorschrift ist nicht weiter beschrieben und damit vergleichsweise offen gehalten. Im Grundsatz geht es aber darum, Gebiete mit vergleichbarer Untergrundbeschaffenheit zu bestimmen, um daraufhin die Gebiete von belasteten und unbelasteten Messstellen voneinander abzugrenzen. Oft stehen aber wenig umfassende Daten zur Verfügung, um die Grundwasserkörper noch differenzierter hydrogeologisch einzuteilen. Daher sind die so abgegrenzten Bereiche in der Regel gröber gefasst als beim Regionalisierungsverfahren.

Während ein Großteil der Länder das Regionalisierungsverfahren angewendet hat, setzen u.a. Niedersachsen,...

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