USA

Roundup-Urteil: Bayer legt Berufung ein

Bayer will gerichtlich geklärt wissen, ob ein Hersteller eines zugelassenen Herbizids überhaupt haftbar gemacht werden kann, wenn es keinen Warnhinweis vor Krebs auf den Kanistern gab.

Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat im Rechtsstreit um mögliche krebserregende glyphosathaltige Herbizide Berufung beim Obersten Gerichtshof in Kalifornien eingelegt.

Konkret geht es um das von dem Krebspatienten Dewayne Johnson ins Laufen gebrachte Verfahren, für das erst im Juli ein Berufungsgericht in San Francisco den Schadens- und Strafschadensersatz, den ein Geschworenengericht Johnson im Jahr 2018 zugesprochen hatte, von ursprünglich 289 Mio. auf 20,5 Mio. USD gesenkt hatte, berichtet aiz.info.

Damals hatte Bayer von einem Schritt in die richtige Richtung gesprochen und bereits betont, dass das Urteil nicht mit der Rechtslage vereinbar sei.



Nun solle das Gericht klären, ob ein Hersteller eines zugelassenen Herbizids dafür haftbar gemacht werden könne, wenn dieser keinen Warnhinweis vor Krebs platziert habe, da das Bundesgesetz eine entsprechende Warnung nicht erlaube, erklärte Bayer und verwies weiterhin auf die Unterstützung durch die US-Regierung und ihr Umweltamt EPA, die Glyphosat weiterhin nicht als krebserregend einstuften.

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Österreichs Alleingang beim Verbot von Glyphosat war nicht rechtmäßig. Das hat die EU dem Land nun mitgeteilt. Glyphosat ist EU-weit zugelassen und muss auch in allen Ländern anwendbar sein.

Wegen dem Vergleich mit US-Klägern im Glyphosat-Streit muss Bayer Rückstellungen in Milliardenhöhe bilden. In seiner Bilanz des zweiten Quartals steht deshalb nun auch ein üppiger Verlust.

Das US-Berufungsgericht reduziert den Schadenersatz im „Johnson-Fall" um fast drei Viertel auf 20,5 Mio. Dollar. Der Schuldspruch wurde jedoch nicht – wie von Bayer gefordert – aufgehoben.

Bayer hat in den Prozessen um Glyphosat, Dicamba und PCB Einigungen bzw. Vergleiche mit den Klägern erreicht. Diese kosten den Konzern allerdings viel Geld.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Bayer wehrt sich, das ist gut so !!!

Was wäre denn. wenn ein (Bio) Bauer verklagt werden würde, falls seine Kartoffeln oder andere Produkte mit Schadpilzen belastet sein sollten und eine X-beliebige Krankheit zum Vorwand einer Klage dienen würde.

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