Rüben: Ausnahmegenehmigung für Neonics?

Gegen Blattläuse, Moosknopfkäfer am Blatt und Rübenfliegen gibt es in Kürze keinen Beizschutz mehr!

Ohne Beize gegen Blattläuse steigt das Risiko für Rübenvergilbungsvirus (Bildquelle: LIZ)

Wegen des Verbots der neonicotinoiden Beizen auf EU-Ebene gibt es zur kommenden Saison keinen Beizschutz mehr gegen Blattläuse, Moosknopfkäfer am Blatt und Rübenfliegen. Dadurch steigt die Gefahr von Viruserkrankungen in Rüben stark an.

Daher haben mehrere Mitgliedstaaten der EU Notfallzulassungen für den Einsatz von Neonics für die Aussaat 2019 beantragt. Bislang liegen bereits Genehmigungen z.B. für Tschechien, Ungarn, Kroatien und Polen vor. Für Belgien ist Anfang November die Zulassung mit der Auflage einer fünfjährigen Anbaupause erteilt worden. Deutschland hat hingegen keine Notfallzulassung beantragt.

Für deutsche Anbauer wäre eine Lösung wichtiger denn je. Denn ohne Beizung lassen sich die oberirdischen Schädlinge nur flächig mit Insektiziden aus den zwei Wirkstoffgruppen Pirimicarb und Pyrethroide bekämpfen. Abhängig von dem Befallsdruck ist mit mehreren Behandlungen zu rechnen. Das erhöht die Resistenzgefahr bei gleichzeitig ungenügender Wirkung.

Erste Erfahrungen mit einem Blattlaus-Monitoring hat der Landwirtschaftliche Informationsdienst Zuckerrübe (LIZ) in diesem Jahr gesammelt. Gemeinsam mit dem Pflanzenschutz-dienst Nordrhein-Westfalen und dem Rheinischen Rübenbauerverband wird LIZ im Jahr 2019 ein Gelbschalen-Monitoring durchführen. Ziel: Das Blattlausvorkommen und den Befallszeitpunkt der Rüben vor allem mit der Grünen Pfirsichblattlaus dokumentieren und besser einschätzen.

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