#WirSindZucker / Aktion Rübenkampagne

Rübenanbauer setzen Zeichen gegen Wettbewerbsverzerrungen

Im Rahmen der Kampagne #WirSindZucker starten Rübenanbauer und Zuckerwirtschaft bundesweit die „Aktion Rübenkampagne“. Ein Aus des Rübenanbaus in Deutschland hätte gravierende Folgen.

Die Zuckerrübenkampagne 2019 hat begonnen. Von jetzt an ernten rund 25.000 Landwirte in Deutschland Zuckerrüben. Dabei fragen sich viele, ob sie das zum letzen Mal machen, schreibt die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ).

Der Verein weist darauf hin, dass der Zuckerrübenanbau in Deutschland massiv bedroht sei. Im brandenburgischen Elbe-Elster Kreis und dem westfälischen Kreis Höxter müssen bereits zwei der insgesamt 20 Zuckerfabriken schließen und Landwirte den Anbau aufgeben. Unter den Landwirten und Beschäftigten herrsche daher große Sorge.

Laut der WVZ ist der Zuckerrübenanbau in Deutschland wettbewerbsfähig, wahrscheinlich sogar der wettbewerbsfähigste in Europa. Doch politisch gemachte Wettbewerbsverzerrungen würden den Anbau und die Verarbeitung existenziell bedrohen: Subventionen in Drittländern, Sonderprämien für Anbauer in anderen EU-Ländern sowie Diskriminierungen beim Pflanzenschutz führten zu massiver Ungleichheit im Wettbewerb. Diese gingenb zu Lasten deutscher Landwirte und Verarbeiter, warnt der Verband.

#WirSindZucker – die Aktion Rübenkampagne

Gottfried Schulte, Rübenanbauer und Lohnunternehmer aus der Region Rhein-Sieg, setzt ein Zeichen und klebt den ersten Aufkleber der „Aktion Rübenkampagne“ auf einen LKW. (Bildquelle: Rheinischer Rübenbauer-Verband (RRV))

Im Rahmen der Kampagne #WirSindZucker starten Rübenanbauer und Zuckerwirtschaft daher bundesweit die „Aktion Rübenkampagne“ und fordern: „Fair Play für heimische Zuckerrüben“. Ob auf Schildern am Feld oder mit Aufklebern auf Transportern: Deutschlandweit zeigen Betroffene, welche Bedeutung die Zuckerrübe für die Umwelt, das Klima und nicht zuletzt für ihre Region hat. Unter dem Hashtag #WirSindZucker und auf www.wir-sind-zucker.de beziehen sie Stellung.

„Ein Ende des Zuckerrübenanbaus in Deutschland würde sehr negative wirtschaftliche, ökologische aber auch soziale Folgen für ländliche Räume bedeuten. Das kann nicht im Interesse der Bundesregierung sein. Die Krise ist politisch gemacht und kann daher auch nur politisch gelöst werden“, sagt Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker.

Sollte sich der Anbau nicht mehr rechnen, hätte das auch weitreichende Folgen für über 5.000 Beschäftigte in der deutschen Zuckerindustrie. Mit vor- und nachgelagerten Arbeitsplätzen sichert die deutsche Zuckerindustrie heute das Einkommen von rund 80.000 Menschen.

Die Zuckerrübe ist darüber hinaus auch ein regelrechter Klimaretter. Ein Hektar Zuckerrüben bindet rund 36 Tonnen CO2 – drei Mal mehr als ein Hektar Wald. Zudem produziert sie pro Jahr etwa 26 Tonnen Sauerstoff pro Hektar. Auch zur Reduktion von Pflanzenschutz- und Düngemitteln trägt die Rübe bei. Die Zuckerrübe gilt als „Gesundungsfrucht“ für getreidereiche Fruchtfolgen. Durch sie sinkt der Befall von Schädlingen und Krankheiten im Folgejahr. Das wiederrum reduziert den Pflanzenschutzmitteleinsatz im Getreide.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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