Saaten-Union setzt voll auf Hybridgetreide

Das Thema „Nachbaugebühren“ wird über kurz oder lang Geschichte sein bei Getreide. Daran arbeitet die Saaten-Union mit Volldampf. Unter dem Namen „HySEED“ intensiviert der Zusammenschluss von 8 deutschen Züchtern auch international seine Hybridgetreideaktivitäten in Roggen, Weizen, Gerste und Triticale.

Das Thema „Nachbaugebühren“ wird über kurz oder lang Geschichte sein bei Getreide. Daran arbeitet die Saaten-Union mit Volldampf. Unter dem Namen „HySEED“ intensiviert der Zusammenschluss von 8 deutschen Züchtern auch international seine Hybridgetreideaktivitäten in Roggen, Weizen, Gerste und Triticale. Dies ist auch eine Reaktion auf das schwieriger werdende Marktumfeld, wie Marcus Iken, Geschäftsführer der Saaten-Union auf der Pressekonferenz in Isernhagen kürzlich erklärte. Die Aktivitäten sehen wie folgt aus:

  • In 2018 – spätestens 2019 – hofft man die Zulassung für erste Hybridgerstensorten zu erhalten. Bislang ist Syngenta der einzige Anbieter von Hybridgerste.

  • „Hybridtriticale ist in Vorprüfungen“, so Sönke Koop, Cropmanager Hybridgetreide.

  • Hybridweizen ist in Deutschland derzeit noch eine „Nischenkultur“. Zwar ist die Saaten-Union europaweit das einzige Weizenzuchtunternehmen mit Hybridtechnologie, doch ist die Saatgutvermehrung schwierig und das Saatgut teuer. Europaweit sei Hybridweizen mit ca. 500.000 ha bereits eine „Erfolgsgeschichte“ und in Deutschland ein „Zukunftsmarkt (derzeit ca. 20.000 ha), erklärte Gero Heumann, Spartenleiter Hybridgetreide. Aufgrund ihrer hohen Stressstabilität eigneten sich die Hybridweizensorten derzeit für Grenzstandorte. Auf den guten Standorten reicht ihr Ertragsniveau derzeit nicht, um die höheren Saatgutkosten auszugleichen. „In 20 Jahren wird es aber maßgeschneiderte Hybridweizensorten für die guten Standorte geben“, so Sven Böse, Leiter Fachberatung. Für 2016 sind 3 neue Hybridweizensorten in Deutschland zugelassen: Hyvento A (Vertrieb Saaten-Union), HyFi B (Vertrieb Baywa) und LG Alfa C (Vertrieb Limagrain).

  • Bei Roggen sind leistungsfähige Hybridsorten bereits Standard.

Für die Herbstaussaat bietet die Saaten-Union zwei neue Linien-Winterweizensorten an: Nordkap (A) und Porthus (B).  Nordkap soll über eine herausragende Kornprotein-Leistung kombiniert mit hohem Ertrag sowie Proteingehalt mit ausgezeichneter Backqualität verfügen. Die Sorte besitzt nach angaben des Züchters Nordsaat eine herausragende N-Verwertungseffizienz, die im Wesentlichen auf eine gute Wurzelleistung zurückzuführen sei.  Dies mache sie auch zur    neuen Düngeverordnung kompatibel. Sie ist auch als Stoppelweizen geeignet. 
 
Der frühe Backweizen Porthus (B)  aus dem hause Strube verfügt über eine mittelfrühe Reife bei sehr zügiger kräftiger Jugendentwicklung. Dies macht ihn sehr sicher in Qualität, Reife und Gesundheit. In den drei Wertprüfungsjahren zeigte er sich sehr standfest, blatt- und ährengesund. Damit steht eine neue frühe Allroundsorte für alle Standorte und jede Fruchtfolge, auch als Stoppelweizen vor Raps und nach Mais, zur Verfügung. Aufgrund der guten Standfestigkeit und Gesundheit bietet Porthus (B) auch kostensparende Anbauverfahren mit weniger Behandlungen.

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