Saaten-Union steht zu dreijähriger Wertprüfung für neue Sorten

Der Saatgutmarkt ist enorm in Bewegung und immer schneller werden Sorten durch neue abgelöst. Dabei sind die offizielle Wertprüfung und die Landessortenversuche Grundlage für eine objektive Sortenbewertung, sagt Saaten-Union-Geschäftsführer Marcus Iken. „Produktzyklen werden immer kürzer.

Der Saatgutmarkt  ist enorm in Bewegung und immer schneller werden Sorten durch neue abgelöst. Dabei sind die offizielle Wertprüfung und die Landessortenversuche Grundlage für eine objektive Sortenbewertung, sagt Saaten-Union-Geschäftsführer Marcus Iken.
 
„Produktzyklen werden immer kürzer. Das ist durchaus von Vorteil für die Landwirte, denn nie zuvor gab es ein solches Angebot hochleistungsfähiger Hybriden“, so Iken. Wichtig sei aber dennoch, dass die Praxisreife und Anbausicherheit unter den regionalen Bedingungen sichergestellt wird. „Die Landwirte dürfen nicht als Versuchskaninchen missbraucht werden. Für eine zuverlässige Einschätzung einer Sorte müssen diese über mehrere Vegetationszyklen geprüft werden. Deshalb spricht vieles dafür, die Prüfdauer für Getreideneuzüchtungen bei drei Jahren Wertprüfung zu belassen“, stellt der Geschäftsführer klar.
 
Nach weiteren zwei LSV-Jahren erfolgt dann eine neutrale, regionale Empfehlung. Dies selbstverständlich immer nur dann, wenn hohe Leistungen in der Gesamtheit der Ertrags-, Resistenz- und Verarbeitungseigenschaften nachgewiesen sind. Die Saaten-Union bekennt sich daher ausdrücklich zu neutralen, mehrjährigen Sortenprüfungen.
 
Dass andere Züchterunternehmen ihre Sorten selbst prüfen, sieht Iken kritisch. Zwar führe die Saaten-Union auch selbst eine Vielzahl eigener Exakt-Versuche durch, allerdings ausschließlich für die Sortenentwicklung, nicht für den Sortenvertrieb. Wichtig sei, für den Anbauer glaubwürdig zu sein – deshalb lasse man jede Sorte neutral prüfen. Wenn es modern sein sollte, auf eine neutrale Prüfung zu verzichten und damit das „Unternehmen Pflanzenbau“ zum „Unternehmen Glücksspiel“ verkäme - ja, dann sind wir gerne etwas altmodisch. Und wir stehen mit dieser Überzeugung nicht allein“, so der Züchter.

Für sein Unternehmen sei es entscheidend, dass die Sortenergebnisse nicht vom Vertrieb unter Verkaufsaspekten generiert werden, sondern von neutraler, unabhängiger Stelle. Nur so könne der Zuchtfortschritt glaubwürdig zum Landwirt kommuniziert werden. Wenn das mit Landessortenversuchen funktioniert, diese also den Zuchtfortschritt praxisorientiert dokumentieren, sei es gut. Wenn nicht, wären auch andere Prüfsysteme denkbar.

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