Getreideherbizide

Schlag den Fuchsschwanz!

Ackerfuchsschwanz und Windhalm aus Getreide fernzuhalten, entwickelt sich zur Mammutaufgabe – das hat die letzte Saison gezeigt. Umso wichtiger ist es jetzt, die Mittel im Herbst überlegt einzusetzen.

Unser Autor: Lars Beke-Bramkamp, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover

Nach der Ernte richtet sich der Blick auf die kommende Aussaat des Wintergetreides. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Kontrolle von Unkräutern und Ungräsern.

In diesem Jahr konnte man z.B. in Niedersachsen auf vielen Getreideschlägen beobachten, dass Ackerfuchsschwanz oder Windhalm kurz vor der Ernte aus den Beständen herausschauten. Mit so einem massiven Besatz hatte man aufgrund der häufig guten Wirkungsgrade im Herbst 2020 nicht gerechnet. Ein erneut milder Winter und eine schützende, dicke Schneedecke gefolgt von einem feuchten sowie milden Frühjahr waren für den Ackerfuchsschwanz optimal, um neu aufzulaufen.

Zwar wurden häufig Feldkontrollen durchgeführt, dennoch waren optimale Bekämpfungstermine eher die Seltenheit. Gründe dafür sind z.B. Beschränkungen einiger Herbizide, die den Einsatz vor dem 15. März verbieten. Das hat zur Folge, dass der Ackerfuchsschwanz nach diesem Termin häufig schon zu weit entwickelt ist. Zunehmende Resistenzen bei Ackerfuchsschwanz und Windhalm, aber auch bei Kamille und anderen Unkräutern erschweren die Bekämpfung ebenfalls.

Nutzen Sie mechanische Maßnahmen…

Neben dem gezielten Einsatz von Herbiziden spielen ackerbauliche Faktoren, wie z.B. Saattermin, Bodenbearbeitung und Fruchtfolge bei der Unkrautkontrolle eine entscheidende Rolle. Denn enge Fruchtfolgen führen zu einer Selektion der jeweiligen Unkrauttypen und bieten – wie beschrieben – bei frühen Saatterminen und milden Wintern den Ungräsern/Unkräutern einen langen Entwicklungszeitraum.

Eine gute und gleichmäßige Einarbeitung der Erntereste ist genauso wichtig, wie ein gutes Saatbett. Eine genaue Tiefenablage und ein feinkrümeliges Saatbett sorgen für einen gleichmäßigen Feldaufgang des Getreides, das dann konkurrenzfähiger gegenüber Ungräsern und Unkräutern ist. Die Ungräser laufen ebenfalls sicherer auf und die Wirkung der Bodenherbizide verbessert sich.

…und denken Sie in Fruchtfolgen

Da keine neuen Wirkstoffklassen verfügbar sind – sondern nur neue Mittel mit bekannten Wirkstoffen – ist es notwendig, den Herbizideinsatz auf der Fläche über die gesamte Fruchtfolge zu planen. Resistenzgefährdete Wirkstoffgruppen, wie z.B. die ALS-Hemmer (HRAC-Klasse B, z.B. Atlantis Flex oder Nicosulfurone im Mais), sollten möglichst nur einmal in der gesamten Fruchtfolge zum Einsatz kommen. Auch ist bei der Fruchtfolgeplanung zu berücksichtigen, dass einige Produkte Nachbaubeschränkungen haben und gegebenenfalls die Folgekultur noch schädigen können. Beachten Sie dies bei der Produktauswahl.

Herbstbehandlung – ein Muss!

Die jeweilige Behandlungsstrategie richtet sich nach der Verungrasung und/oder Verunkrautung auf der Fläche. Bei einer guten Bodenfeuchte bietet sich im Wintergetreide der Einsatz von Bodenwirkstoffen im Vor- bis...