Schwerpunkt 2020

Schwere Zeiten für den Pflanzenschutz

Der Zulassungsstau, die Diskussion um Biodiversitätsauflagen beim Einsatz bestimmter Mittel und die noch schwelende Glyphosatdebatte erschweren den Pflanzenschutz enorm. Wie geht’s nun weiter?

Der chemische Pflanzenschutz steht im Kreuzfeuer zwischen Landwirtschaft und Umwelt. Dafür stehen beispielhaft die Diskussion über Glyphosat, der Dauerstreit der an der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln beteiligten Behörden und im speziellen die Forderung des Umweltbundesamtes, Wirkstoffe künftig nur noch mit einem verpflichtenden Biodiversitätsausgleich zuzulassen. Die Folge davon ist, dass immer mehr Mittel vom Markt verschwinden. Welche Fungizide z.B. betroffen sind, lesen Sie ab Seite 68.

Doch ohne eine Bandbreite zugelassener Mittel steigen die Ertragsrisiken, werden Ungräser und Schaderreger noch schneller gegen einzelne Wirkstoffe resistent und sind die steigenden Qualitätsanforderungen des Handels kaum zu erfüllen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen den aktuellen Stand der Streitthemen vor. Denn die teils kürzlich getroffenen Entscheidungen wirken sich maßgeblich auf die künftig zur Verfügung stehenden Produkte aus.

-------------------------

Glyphosat: Einjährige Verlängerung für Glyphosat-Produkte

Kürzlich hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Zulassungen einiger glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel bis zum 15. Dezember 2020 verlängert. Im aktuellen Fall betrifft das Mittel wie Durano, Clinic, Taifun forte, Roundup Ultra oder Dominator Ultra.

Hintergrund für diese Entscheidung war, dass einige Hersteller nach der Genehmigung des Wirkstoffs durch die EU-Kommission im Dezember 2017 eine Erneuerung der Zulassung ihrer glyphosathaltigen Herbizide beantragt haben. Weil die Bearbeitung dieser Anträge aber nicht innerhalb der vorgeschriebenen EU-Fristen abgeschlossen werden konnte, besteht nun ein Rechtsanspruch auf eine Zulassungsverlängerung.

Je nach Pflanzenschutzmittel gibt das BVL unterschiedliche Gründe für die Fristüberschreitungen an. So habe z.B. der zonale berichterstattende Mitgliedstaat (zRMS) seine Bewertung der Anträge noch in Bearbeitung. Zudem ließe sich noch nicht prüfen, ob und unter welchen Bedingungen diese Pflanzenschutzmittel in Deutschland zugelassen werden sollten.

Das BVL ist nach der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 in solchen Fällen verpflichtet, die betroffenen Zulassungen zu...


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen