SH: 23 Bauern haben Gülle-Lagune beantragt

Bis zum vergangenen Wochenende hatten in Schleswig-Holstein 23 Landwirte auf Basis des Noterlasses der Landesregierung eine Güllelagune beantragt. Hintergrund ist die angespannter Lagersituation auf vielen Höfen, nachdem die Gülleausbringung im Herbst aufgrund der Nässe unmöglich war.

Bis zum vergangenen Wochenende hatten in Schleswig-Holstein 23 Landwirte auf Basis des Noterlasses der Landesregierung eine Güllelagune beantragt. Hintergrund ist die angespannter Lagersituation auf vielen Höfen, nachdem die Gülleausbringung im Herbst aufgrund der Nässe unmöglich war.
 
Nach Informationen des NDR sind bereit fünf dieser Becken gebaut. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist das Interesse der Landwirte am größten. Dort wurden insgesamt 15 Lagerstätten beantragt. Im Kreis Schleswig-Flensburg sind nach Angaben der Kreisverwaltung bereits drei Becken fertig, in Dithmarschen sind es zwei.

Die Gülle-Lagunen sind 40 mal 40 Meter große Erdlöcher, die mit Spezialfolie ausgekleidet sind. Damit will das Land verhindern, dass die Landwirte ihre Jauche illegal entsorgen. Ein Becken kostet nach Angaben betroffener Landwirte rund 10.000 Euro und muss aus eigener Tasche finanziert werden. "Für die Landwirte ist es eine Notsituation", sagte der Vize-Präsident des Bauernverbandes, Klaus-Peter Lucht, dem Schleswig-Holstein Magazin.

Seit Juni gilt zudem eine neue Düngeverordnung. Darin ist geregelt, dass die Landwirte nach der Ernte nur noch in Ausnahmefällen Gülle fahren dürfen. "Das ist ein Umstand, auf den sich Bauern vorbereiten konnten. Es war lange vorher klar, dass diese Regelung kommt", meint Friedhelm Taube, Agrarwissenschaftler an der Uni Kiel. Für genügend Gülle-Lagerkapazitäten hätten die Landwirte seiner Meinung nach also sorgen können.

Bauernverbands-Vize Lucht hält dagegen: "Das ist ein Hin und Her gewesen. Die Politik war da für uns als Unternehmer nicht sehr zuverlässig."

Zusätzliche, dauerhafte Lagermöglichkeiten könnten Notsituationen zukünftig entschärfen, berichtet der NDR weiter. Problematisch sei aber die Verteilung von Tierhaltungs- und Ackerbetrieben in Schleswig-Holstein. Während der Nord-Westen eine extrem hohe Tierdichte mit verhältnismäßig wenig Ackerland aufweist, gibt es in Ostholstein große Ackerbaubetriebe und wenig Vieh. Wissenschaftler Taube schlägt Kooperationsverträge vor - allerdings wären dann die Transportkosten hoch, um die Gülle von Nord-West nach Ost zu bekommen. Eine andere Lösung sieht Taube nur in erhöhten Lagerkapazitäten.

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