Bundesrat

Siegesmund: „70 % der Böden in der EU nicht gesund!“

Die Bodenschäden in der EU verursachen jährlich mehrere zehn Milliarden Euro, sagte Anja Siegesmund am Freitag im Bundesrat. Und in RLP wirbt Katrin Eder für Rückepferde zur Waldbodenschonung.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat am Freitag im Bundesrat die Bedeutung der EU-Bodenstrategie für 2030 hervorgehoben. Ihrer Meinung nach besteht dringender Handlungsbedarf.

„Die Böden leiden unter Verschmutzung, Erosion, dem Verlust von biologischer Vielfalt, dem Rückgang organischer Substanz, der Versiegelung sowie einer nicht nachhaltigen Landnutzung und -bewirtschaftung.“ Das müsse sich ändern.

Die EU-Kommission beschreibe den Zustand der Böden als kritisch: schätzungsweise 60 bis 70 % der Böden in der EU seien nicht gesund, so die Grünen-Politikerin weiter. Die jährlichen Kosten, die durch die Schädigung der Böden hervorgerufen werden, beziffere die EU-Kommission auf mehrere zehn Milliarden Euro. Allein diese Zahl zeige deutlich, wie verschwenderisch wir derzeit noch immer mit unserem „Bodenkapital“ in der EU umgehen, so Siegesmund.

„Böden reinigen Wasser, schützen Pflanzen vor Krankheiten und sind Grundlage unserer Landwirtschaft und Nahrung. Darüber hinaus sind sie der wichtigste Kohlenstoffspeicher der Erde und bremsen so den globalen Klimawandel. Boden ist ein wertvolles und endliches Gut, das für künftige Generationen geschützt und bewahrt werden muss.“

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RLP: „Pferde können wichtigen Beitrag zum Bodenschutz leisten“

Leute mit Pferd

Klimaschutzministerin Katrin Eder mit Rückepferden im Wald (Bildquelle: MKUEM)

Auch in der Waldbewirtschaftung wird der Boden hinsichtlich des Klimawandels und des Artensterbens immer wichtiger, stellte derweil die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder beim Besuch des forstlichen Bildungszentrums Hachenburg fest.

Hier diskutierten unter anderem Georg Schirmbeck, Präsident des deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND, Cosima Lindemann, Landesvorsitzende des NABU, Elmar Stertenbrink, Bundesvorsitzender der Interessensgemeinschaft Zugpferde e. V. sowie die erste Beigeordnete des Westerwaldkreises, Gabriele Wieland, unter anderem darüber, was sich wirtschaftlich, gesellschaftlich und praktisch ändern muss, um den Boden im Wald mehr zu schonen. Eder betonte: „Mir ist es immer wichtig, dass man miteinander, nicht übereinander spricht.“

Die Runde stellte fest, dass neben Bodenseilkränen und Raupen der Einsatz von Rückepferden eine Möglichkeit sei, den Waldboden so wenig wie möglich zu verdichten. Bei allen Ernteverfahren sei jedoch immer ein Forwarder nötig, also eine Maschine, die die Bäume auflädt und aus dem Wald transportiert. „Ganz ohne den Einsatz schwerer Maschinen, wie eines Forwarders oder Harvesters geht es auch in Zukunft nicht. Wir brauchen den Harvester beispielswiese für eine schnelle Aufarbeitung von Käferholz wie in den vergangenen Jahren. Diese Mengenleistung wäre in der kurzen Zeit mit dem Pferd niemals möglich gewesen. Allein schon aus Tierschutzgründen wäre es unverantwortlich, ausschließlich auf Pferde zu setzen. Aber wir sollten darüber diskutieren, wie wir verschiedene Holzernteverfahren ökologisch und ökonomisch sinnvoll kombinieren können“, so Eder.

Bereits jetzt kommen Seilkräne und vereinzelt auch Rückepferde bei Landesforsten zum Einsatz. Dennoch müsse man mehr tun, um die Böden mit sanfterer Waldtechnik zu schützen, so die Ministerin.


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