Pflanzenschutz

So bleibt Ihr Weizen gesund Premium

Richten Sie den Fungizideinsatz nach Witterung und Sortenanfälligkeit aus. Um die Wirksicherheit zu erhalten, ist es wichtig, die Wirkstoffe in den Strategien geschickt zu kombinieren.

Nur so viel Pflanzenschutz wie notwendig – das ist langfristig wohl die einzige Strategie, um noch dauerhaft Ackerbau betreiben zu können. Das gilt vor allem für den Fungizideinsatz im Getreide. Behandlungen nach Termin, getrieben von dem Argument „haben wir schon immer so gemacht“ sind heute nicht mehr tolerierbar.

Krankheiten treten sehr unterschiedlich auf und der Befall hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist immer die jahresspezifische Witterung. Auch die Anfälligkeit der Sorte spielt eine wichtige Rolle. Davon hängt es ab, ob keine oder bis zu drei Fungizidbehandlungen erforderlich werden.

Die Praxis, aber auch die Beratung ist gefordert, je nach Situation zu entscheiden. Zudem muss die Industrie nach dem Prinzip „nur so viel wie nötig“ entsprechende Lösungen anbieten. Breit wirksame Packlösungen sind oft wenig hilfreich, vor allem dann, wenn es Produkte wie Unix, Talius, Comet oder Proline nur im Pack gibt. Viel besser und umweltschonender wäre es, Einzelprodukte zur Verfügung zu stellen, sodass man situativ das notwendige Potenzial über Soloprodukte zumischen kann. Kaufmännische Argumente dürfen beim Thema Pflanzenschutz nicht zählen.

Wirkstoffe sichern ist A und O

Immer wichtiger wird die Wirkstoffsicherung, auch deshalb, weil jetzt und künftig die Wirkstoffvielfalt durch massive Einschränkungen bei der Neubewertung durch die Zulassungsbehörden verloren geht. Nur Prothioconazol und Revysol werden längerfristig als momentan noch gut wirksame Azole nutzbar bleiben. Ein einseitiger Einsatz führt aber immer schnell zu nachlassender Wirksamkeit. Carboxamide und Strobilurine werden zunehmend an Bedeutung gewinnen, sind selbst aber resistenzgefährdet.

Jeder Anwender muss deshalb die Regeln eines Resistenzmanagements beachten. In 2020 ist zwar noch ein breites Wirkstoffangebot verfügbar. Zudem lässt sich mit auslaufenden Produkten, die im Herbst bzw. Winter vorverkauft wurden, eine preiswerte Strategie realisieren. Grundsätzlich sollte man aber versuchen, jeden Wirkstoff nur einmal einzusetzen. Das gilt besonders für Carboxamide und für das neue Revysol.

Falls notwendig, kann man z.B. zur Kontrolle von Septoria Kontaktwirkstoffe zumischen. Chlorthalonil aus Amistar Opti bringt die effektivste Wirkung gegen Septoria tritici. Dessen Einsatz ist allerdings nur noch bis zum 20. Mai 2020 erlaubt. Etwas schlechter wirkt Dithane NeoTec – noch darunter liegt das neue Folpan 500 EC. All diese Kontaktwirkstoffe sind nicht resistenzgefährdet und können zur Entlastung der Azole und Carboxamide beitragen.

Nachfolgend finden Sie Fungizidstrategien für die Saison 2020, zugeschnitten auf unterschiedliche Situationen.

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Frühe Weizensaat, nasses Frühjahr

Ist der Druck mit Pilzkrankheiten hoch, können bis zu drei Fungizideinsätze erforderlich werden.

Mit einem hohen Krankheitsdruck müssen Sie in früh gesätem Weizen (Ende September/Anfang Oktober), bei Anbau höher anfälliger Sorten (Tobak, Benchmark, Kashmir, Rumor) und in feuchten Frühjahren rechnen. Frühsaaten sind generell stärker gefährdet, weil in diesen der Ausgangsbefall mit Septoria tritici immer höher ist als in Normalsaaten. In Spätsaaten entwickeln sich dagegen im Herbst und milden Wintern kaum Krankheiten.

Empfehlungen zum Spritzstart

Strategien für Situationen mit höherem Krankheitsdruck – wenn also ab dem 20. April anhaltend bis in den Mai hinein wiederkehrende Niederschläge für günstige Septoria-Infektionsbedingungen sorgen (andauernde Blattnässe über 30 Stunden) – entnehmen Sie der Übersicht 1. Es gilt: Je mehr Regen, umso höher ist die Ausbreitungsgefahr von Septoria.

Bei der ersten Behandlung ist es in diesen Fällen wichtig, in anfälligen Sorten und früh gesäten Beständen viel Wert auf eine gute Septoriawirkung zu legen. Spritzungen vor EC 31 sind in der Regel allerdings wenig wirtschaftlich. Wegen der besseren Dauerwirkung empfehlen sich Einsätze um EC 32. Dann schiebt der Weizen bereits das drittletzte Blatt, was von den Fungiziden dann geschützt wird. Letztendlich bestimmt der Regen, sprich die Infektion, den genauen Termin.

Neben Septoria ist in solchen Situationen zu...

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