Sojaanbau kann auch in Brandenburg echte Alternative werden

Der Anbau von Leguminosen kann in Brandenburg die Versorgung mit heimischen Eiweißträgern verbessern und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Zuvor müssen allerdings noch züchterische und agronomische Hürden überwunden werden. Das ist beim Zukunftsdialog Brandenburg deutlich geworden, der am 14.11. stattgefunden hat

Der Anbau von Leguminosen kann in Brandenburg die Versorgung mit heimischen Eiweißträgern verbessern und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Zuvor müssen allerdings noch züchterische und agronomische Hürden überwunden werden. Das ist beim Zukunftsdialog Brandenburg deutlich geworden, der am 14. November unter dem Motto „Die Zukunft unserer Ernährung“ in Berlin stattgefunden hat.

Die Leiterin des Instituts für Landnutzungssysteme am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Prof. Sonoko Bellingrath-Kimura, wies darauf hin, dass Klimawandel und wachsende Weltbevölkerung auch im kleinen regionalen Maßstab zunehmende Anforderungen an die Ernährungssicherung stellten. Da der Stickstoffkreislauf enorme Auswirkung auf die Umwelt habe, gelte dies in besonderem Maße für die Produktion von pflanzlichem Eiweiß. Leguminosen böten hier mit insgesamt 730 Gattungen und rund 20 000 Arten ein riesiges Reservoir an potentiell nutzbaren Pflanzen, die gleichzeitig hohe Ökosystemdienstleistungen erbrächten.

Laut Bellingrath-Kimura wird durch den Anbau von Leguminosen nicht nur die Fruchtfolge erweitert und Stickstoff im Boden fixiert. Die Pflanzen sorgten zudem für die Unterdrückung von Unkräutern und erhöhten die Biodiversität. Nicht vergessen werden dürfe der Beitrag zur Versorgung mit heimischem Eiweiß für Futter- und Lebensmittelzwecke, der zur Verringerung von Importfuttermitteln beitrage und regionalen Wertschöpfungsketten zugutekomme.

Nach den Forschungsergebnissen der ZALF-Wissenschaftlerin besteht insbesondere in der Südhälfte Brandenburgs das Potential für einen wirtschaftlich tragfähigen Anbau von Leguminosen, insbesondere Sojabohnen. Mehrjährige Anbauversuche hätten hier teils hohe Deckungsbeiträge und beachtliche Erträge gezeigt.

Problematisch sind nach Darstellung von Bellingrath-Kimura allerdings die jährlich stark schwankenden Niederschläge und dementsprechende Ausreißer bei den Erträgen und wirtschaftlichen Ergebnissen. Ein langfristig etablierter Sojaanbau auf märkischen Böden hängt ihr zufolge maßgeblich von einer bedarfsgerechten künstlichen Bewässerung und besser an die Standortbedingungen angepassten Sorten ab.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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