top agrar plus Sortenwahl-Tipps

Das sind die standfesten Gerstensorten für Norddeutschland

Hohe Erträge lassen sich nur erzielen, wenn die Gerste vital bleibt. Mit den schwindenden Wirkstoffen wird dies immer schwerer. Wichtiger wird daher die Ausstattung der Sorten.

Unser Autor: Dr. Ulrich Lehrke, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden zu dieser Ernte in Deutschland etwa 1,22 Mio. ha Wintergerste angebaut. Damit ist die Fläche mit 1,4 % gegenüber dem Vorjahr geringfügig geschrumpft.

Dennoch bleibt die Futtergerste für die kommende Aussaat weiterhin wirtschaftlich interessant, da sie, wie alle anderen Getreidearten, von den gestiegenen Marktpreisen profitiert. Gleichzeitig sind ihre Produktionskosten jedoch deutlich geringer als beim Stoppelweizen. Aktuelle betriebswirtschaftliche Berechnungen sehen die Gerste – u. a. aufgrund ihrer stabilen Erträge in den letzten Jahren – um 200 bis 300 €/ha vor dem Stoppelweizen.

Auch die diesjährige Ernteerwartung lässt erkennen, dass die Wintergerste wieder deutlich vor dem Stoppelweizen im Ertrag liegt, da diese mit der Vorsommertrockenheit deutlich besser zurechtkommt. Obwohl der Zwang zum Fruchtwechsel voraussichtlich noch um ein Jahr geschoben wird und Länder wie Niedersachsen darüber hinaus am Stoppelweizenanbau festhalten wollen, spricht auch in Zukunft vieles für den Anbau von Wintergerste. Zumal die Kultur immer öfter erfolgreich bis Mitte Oktober nach Blattfrüchten wie Mais angebaut wird.

Durch die frühe Ernte ergeben sich weitere ackerbauliche Vorteile: Arbeitsspitzen werden entzerrt und vor allem ist es möglich, Raps und Zwischenfrüchte früh und kostensparend zu säen.

Die gezielte und standortangepasste Sortenwahl unter Berücksichtigung von Ertrag, Gesundheit und auch Standfestigkeit ist eine wichtige Basis für den Anbauerfolg.

Vermehrungsfläche nimmt ab

In diesem Jahr wird in Deutschland auf 27.717 ha Fläche Wintergerste vermehrt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Fläche damit um etwa 7 % zurückgegangen. Aufgrund des vergleichsweise hohen Anteils des Nachbaus ergibt sich daraus jedoch kein Problem für eine ausreichende Saatgutversorgung. Allerdings hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass interessante Sorten schnell vergriffen sind.

Anhand des Vermehrungsumfanges lässt sich ein guter Eindruck von der Anbaubedeutung einzelner Sorten gewinnen. Bei den  mehrzeiligen Sorten  liegt auch dieses Jahr die Sorte KWS Orbit in der Rangliste vorn. Allerdings ist ihr Vermehrungsumfang u. a. wegen ihrer stärkeren Anfälligkeit gegenüber Zwergrost um gut 500 ha zurückgegangen. Infolge hoher Erträge in der letzten Ernte liegt Esprit von der DSV in diesem Jahr etwa gleich auf.

Mit SU Midnight hat sich eine neue Sorte sehr weit nach vorne bewegt. Dahinter verbirgt sich jedoch vor allem die Hoffnung auf einen guten Markteinstieg zur Herbstaussaat, denn diese gegenüber beiden Pathotypen des Gelbmosaikvirus resistente Sorte hat zur letzten Ernte besonders auf schwächeren Standorten hohe Erträge erzielen können.

In der weiteren Reihenfolge steht mit SY Galileoo – die erste  Hybridsorte  – auf Platz 4. Sie hat mit mehr als 600 ha ebenfalls deutlich zugelegt, da sie auf allen Standorten die verlässlichste Leistung aller Hybriden gezeigt hat. Als sehr anfällige Sorte hat KWS Higgins dagegen leicht verloren – ähnlich wie KWS Kosmos. Deutlich zugelegt haben die neuen Sorten Julia von der DSV (+ 900 ha) sowie KWS Exquise (+ 570 ha). Diese besitzt genauso wie Sensation (+ 380 ha) eine Resistenz gegenüber dem Gelbverzwergungsvirus.

Aufgrund guter Leistungen hat auch die ältere Sorte SU Jule wieder aufgeholt. Sie konnte vor allem auf den klassischen Gerstenstandorten durch hohe Erträge und eine optimale Standfestigkeit sowie eine gute Strohstabilität überzeugen.

Bei den  zweizeiligen Sorten , die besonders auf leichten Böden eine höhere Anbaubedeutung haben, dominiert die neuere Sorte Bordeaux (Zulassung 2020), die nochmals deutlich zugelegt hat. Dahinter rangieren die älteren Sorten Sandra und California...

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