EU-Zoll abschaffen?

Preisexplosion bei Stickstoffdünger - DBV und IVA streiten über die Gründe

BASF hat den Ammoniakausstoß gedrosselt, nachdem schon Yara die Produktion gekürzt hatte. Der DBV fordert nun die sofortige Abschaffung der Zölle auf Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL).

Die EU-Zölle auf flüssige Stickstoffdünger sind dem Deutschen Bauernverband (DBV) mit Blick auf die galoppierenden Düngerpreise ein Dorn im Auge. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken forderte die Bundesministerien für Wirtschaft und Landwirtschaft deshalb auf, sich bei der EU-Kommission für eine Aussetzung der im Jahr 2019 verhängten Antidumpingmaßnahme einzusetzen.

Die Zölle auf Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) aus Russland, Trinidad und Tobago sowie den Vereinigten Staaten habe Brüssel seinerzeit mit der Subventionierung des Erdgaseinsatzes in den Herstellerländern begründet, erinnerte Krüsken die beiden Staatssekretäre, Dr. Ulrich Nußbaum und Beate Kasch, in einem gleichlautenden Schreiben.

Den deutschen Landwirten würde es mit Blick auf die Herausforderungen durch die Düngeverordnung und das Precision Farming helfen, wenn durch eine Aussetzung der Zölle wieder ein wirksamer Wettbewerb auf dem Markt für flüssige Stickstoffdünger hergestellt werde.

Aus Sicht des DBV ist die Antidumpingmaßnahme infolge einer Beschwerde der europäischen Düngemittelindustrie von der EU-Kommission aus Gründen eingeführt worden, die heute nicht mehr von Belang sind.

Die Notierungen für Stickstoffdünger seien aufgrund einer weltweit steigenden Nachfrage sowie höherer Gas- und Seefrachtpreise in den vergangenen Monaten drastisch nach oben gegangen. Die Rohstoffpreise seien im gleichen Zeitraum aber nicht annähernd so stark angestiegen. Deshalb...


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