Problemunkräuter

Strategien für saubere Maisbestände

Bromoxynil ist in dieser Saison letztmalig einsetzbar. Immer wichtiger wird es daher, die verbleibenden Wirkstoffe geschickt zu kombinieren. Gegen Problemunkräuter sind spezielle Lösungen gefragt.

Unser Autor: Dr. Josef Kuhlmann, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Bei optimalen Wachstumsbedingungen besitzt Mais ein enormes Ertragspotenzial mit erheblichen Nährstoffentzügen – das macht den Anbau vor allem vor dem Hintergrund der Düngeverordnung (DüV) sehr interessant.

Voraussetzung für hohe Erträge ist allerdings, dass die Unkrautkontrolle gelingt. Besonders während der Jugendentwicklung reagiert Mais sehr empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Im späteren Vegetationsverlauf können die Bestände dagegen eine gewisse Begleitflora „verkraften“ – das wiederum ermöglicht die Anlage von Untersaaten.

Wirkstoffe unter druck

Die Packs beinhalten verschiedene Wirkungsmechanismen, die sich auch in ihrer Resistenzneigung unterscheiden. Am anfälligsten sind in dieser Hinsicht die Wirkstoffe Flufenacet und die sogenannten ALS-Hemmer (= Sulfonyle). Am robustesten sind dagegen die Triketone einzustufen.

Einer verschärften Diskussion zum Wasserschutz – vor allem hinsichtlich der Metabolitproblematik – unterliegt der Wirkstoff S-Metolachlor. Aufgrund einer gemeinsamen Beratungsinitiative ließ sich in den Hotspot-Gebieten der Einsatz mittlerweile um über 50% reduzieren. Es bleibt zu hoffen, dass dieser wichtige Wirkstoff auch aus Gründen des Resistenzmanagements erhalten bleibt. Ähnliches gilt auch für den Wirkstoff Flufenacet, der ebenfalls durch häufigere Funde eines Metaboliten unter Druck geraten ist. In diesem Fall drohen evtl. Einschränkungen, die den Mais- und Getreideanbau betreffen.

Neuheiten und Auflagen

Neu zugelassen wurde das Flüssigprodukt Zingis mit einer maximalen Aufwandmenge von 0,29 l/ha kombiniert mit dem Formulierungshilfsstoff Mero (2,0 l/ha). Das Fertigpräparat besteht aus Thiencarbazone – dem Bodenwirkstoff aus MaisTer power – und Tembotrione, dem Wirkstoff aus Laudis. Durch diese beiden Komponenten wirkt das Produkt relativ breit gegen im Mais vorkommende Arten wie Hühner- und Borstenhirse sowie einer ganzen Reihe von breitblättrigen Unkräutern wie Gänsefußarten und Schwarzen Nachtschatten.

Der Zusatz eines klassischen Bodenherbizids wie Spectrum Gold, Spectrum Plus, Aspect oder SuccessorT ist auf Hirsestandorten allerdings dringend zu empfehlen. Feuchte Böden zur Zeit der Anwendung unterstützen dabei sowohl die Wirkung des Zingis als auch der Bodenkomponente. Der empfohlene Einsatztermin für Zingis liegt aufgrund der Wirkweise im 3- bis 6-Blattstadium des Maises – demnach in die erste Unkrautwelle hinein. Erste Versuche bestätigen die erwarteten Wirkpotenziale der bekannten Wirkstoffe. Allerdings sind noch Erfahrungen zur Verträglichkeit möglicher Kombinationen mit anderen Herbiziden nötig.

Eine weitere Neuzulassung ist Botiga. Es ist eine Fertigformulierung (OD) der blattaktiven Wirkstoffe Pyridat (300 g/l) und Mesotrione (90 g/l). Mit dieser Kombination lassen sich einjährige zweikeimblättrige Unkräuter und Hühnerhirse erfassen. Der Einsatztermin liegt in BBCH 12 bis 18 des Maises und BBCH 9 bis 12 des Unkrauts. Die Anwendung darf einmal pro Kultur und Jahr mit 1,0 l je ha und als Splitting innerhalb von 7 Tagen mit 0,5 l/ha erfolgen.

Bei Botiga soll der Zusatz von Pyridat die Wirkung von Mesotrione verstärken. Der Zulassungsinhaber spricht sogar von einem „Boost-Effekt“ in dieser Kombination. Positiv hervorzuheben ist der günstige Gewässerabstand im Vergleich zum ebenfalls pyridat-haltigen Onyx. Insbesondere auch wegen einer eventuellen Wirkungsverstärkung gegen Hirsearten und Problemunkräuter wie Erdmandelgras und Kartoffeldurchwuchs ist es wichtig, weitere Erfahrungen mit dem Produkt zu sammeln.

Positiv ist, dass wichtige Maisherbizide in 2021 auch solo angeboten werden. Das ermöglicht eine standortgerechte Auswahl. Zu nennen sind hier z.B. Spectrum Gold, Laudis, MaisTer power und Peak. Bei letzterem ist zu beachten, dass es innerhalb von drei Jahren nur einmal auf derselben Fläche mit maximal 20 g/ha angewendet werden darf.

In diesem Zusammenhang sei noch auf die Anwendungsbestimmung NG326 für nicosulfuronhaltige Herbizide wie Motivell forte, Milagro forte, Kelvin und andere hingewiesen. Demnach darf man bei diesen Produkten die maximale Aufwandmenge von 45 g Wirkstoff/ha auf derselben Fläche – auch in Kombination mit anderen Mitteln – nicht überschreiten. Zusätzlich begrenzt die NG327 den Wirkstoff auf einen einmaligen Einsatz innerhalb eines Zweijahreszeitraums auf derselben Fläche.

Zulassungsbedingt darf man die Restmengen von Herbiziden mit dem Wirkstoff Bromoxynil (B 235, Buctril, Bromotril 225 EC/Caracho 235, Nagano, Zeagran Ultimate) in dieser Saison letztmalig bis zum 21. September...


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