Syngenta Hybridgerste: „Starsorten“ nicht verfügbar

Die Hybridgerstensorten Hobbit und SY Leoo von Syngenta werden für die kommende Aussaat 2013 nicht verfügbar sein. Grund dafür ist, dass bei den amtlichen Feldbegehungen sogenannte Abweicher in den Vermehrungsbeständen auftraten, die eine Mutterlinie dieser Hybridgerstensorten betreffen.

Die Hybridgerstensorten Hobbit und SY Leoo werden für die kommende Aussaat 2013 nicht verfügbar sein. Das teilte kürzlich das Unternehmen Syngenta mit.
 
Grund dafür ist, dass bei den amtlichen Feldbegehungen sogenannte Abweicher in den Vermehrungsbeständen auftraten, die eine Mutterlinie dieser Hybridgerstensorten betreffen. Dadurch lässt sich der notwendige Hybridisierungsgrad bei Hobbit und SY Leoo derzeit nicht erreichen. Wer diese Sorten bereits bestellt hat, wird gebeten, auf alternative Hybridsorten, wie z. B. Zzoom, Galation oder Volume, auszuweichen. Dieses Saatgut ist von den Verunreinigungen nicht betroffen.
 
Derzeit prüfen die Züchter das Vorstufensaatgut aller Sorten, das aus einem neuen Elternlinien-Aufbau stammt und im Herbst in die Vermehrung gehen soll, auf Reinheit. Das soll sicherstellen, dass nur einwandfreies Saatgut in die Vermehrung gelangt.
 
Das Unternehmen will den Weg der Hybridtechnologie bei Gerste dennoch konsequent weiterverfolgen. Im Frühjahr 2014 soll ausreichend Saatgut der Hybridsorten Hobbit und SY Leoo verfügbar sein. Zudem stehen im kommenden Jahr neue Hybridgerstensorten zur Zulassung an.
 
Die angekündigte Ertragsgarantie von 5 dt/ha Mehrertrag der Hybridsorten gegenüber den besten Liniensorten wird damit verschoben auf das Jahr 2014.

AbL: Das könnte auch mit GVO passieren

In diesem Zusammenhang warnt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) erneut vor den Gefahren gentechnisch veränderten Saatguts in der Landwirtschaft. Die Versprechen der Gentechnik-Konzerne, dass sich gentechnisch veränderte Sorten isoliert anbauen ließen, ohne dass sich diese unkontrolliert über alle Felder verbreiteten, seien durch den Vorfall bei Syngenta abermals widerlegt. Es sei ein Glück, dass die europäische Landwirtschaft noch weitgehend gentechnikfrei sei, so dass es sich beim aktuellen Vorfall noch um konventionelle Sorten gehandelt habe. Die AbL forderte das Unternehmen auf, die betroffenen Gersten-Anbauer vollumfänglich zu entschädigen.

Denkbar sei, dass die Verunreinigung durch Pollenflug in die eigentlich sterile Mutterlinie geschehen sei oder dass bei der Saatgutaufbereitung Fehler passiert seien. Deshalb könne das geerntete Getreide nicht als Saatgut für die weitere Aussaat anerkannt werden. (mb/ad)

Niederlande diskutieren über Halbierung des Viehbestandes

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

Schreiben Sie Alfons Deter eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen