Trockenheit

Thüringen: Zu wenig Futter für Tiere

Aufgrund der Trockenheit stocken Tühringer Landwirte Ihre Tierbestände ab. Durch die Einrichtung einer kostenlosen Onlinebörse für Futter, Stroh und Substrat versucht der Thüringer Bauernverband zu helfen.

Eine Befragung von heimischen Landwirtschaftsunternehmen durch den Thüringer Bauernverband zur diesjährigen Ernte hat ergeben, dass trotz einer um 7.200 Hektar vergrößerten Anbaufläche von Grünfutter und Mais zahlreiche Landwirte im Freistaat zu wenig Futter für die Versorgung ihrer Tiere haben.

Grund seien fehlenden Reserven aufgrund der Dürre 2018 in Verbindung mit der anhaltenden Trockenheit sowie hohen Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius in diesem Jahr, welche die Futterpflanzen zum großen Teil verkümmern ließen. Betroffen von der Futterknappheit seien vor allem Betriebe im Thüringer Becken, in Südthüringen sowie im Saale-Holzland-Kreis und im Saale-Orla-Kreis. Einige Betriebe schätzen die Futterknappheit so gravierend ein, dass sie ihre Tierbestände verringern müssen. Dadurch würde der im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (0,7 GVE/ha) geringe Tierbestand in Thüringen (0,4 GVE/ha) noch weiter sinken.

Stagnation beim Aufwuchs

Während der erste Schnitt beim Grünland relativ gute Erträge brachte, sorgte die Trockenheit für eine Stagnation beim Aufwuchs, so dass beim zweiten Schnitt teilweise weniger als 20 Prozent im Vergleich zu den Jahren davor eingefahren werden konnten. Der dritte Schnitt wird bei den meisten Betrieben entfallen. Der Mais, welcher vorrangig als Silage für die Fütterung eingesetzt wird, ist in seiner Entwicklung zwei Wochen zu früh. Dieser hat bisher nur wenig Masse und teilweise kaum Kolbenansatz aufgebaut. Hier sind rund ein Drittel weniger Erträge zu erwarten als im Durchschnitt der Vorjahre.

Futter-,Stroh- und Substratbörse im Internet

Der Thüringer Bauernverband versucht durch die Einrichtung einer kostenlosen Internet-Futter-,Stroh- und Substratbörse zu helfen. Hierdurch soll es ermöglicht werden, dass sich Landwirte mit guten und schlechteren Futtererträgen in Kontakt treten und sich austauschen.


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Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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