Zwischenbericht

Umweltverbände zufrieden mit Umsetzung von Masterplan Ems

Bei einem Treffen mit Umweltminister Lies zeigten sich Umweltverbände zufrieden mit der Renaturierung der Ems. Eine echte Sanierung des Flusses rücke näher, auch wenn große Hürden bleiben.

Vor fünf Jahren hatte der Start des Masterplans Ems in Niedersachsen für kontroverse Diskussionen gesorgt. Umweltverbände und Vertreter des Landes haben nun eine erste positive Zwischenbilanz gezogen. Viele Maßnahmen aus dem Plan seien angegangen worden, um die Ems zu einem besseren Lebensraum zu machen, zitiert die dpa Vertreter von WWF, Nabu und BUND. Dennoch erwarteten sie weitere Verbesserungen.

In einem Gespräch mit Umweltminister Olaf Lies kamen auch erste Ergebnisse einer flexiblen Tidesteuerung am Emssperrwerk Gandersum (Kreis Leer) auf den Tisch. Damit bestehe die Chance, die Wasserqualität in der Ems zu verbessern, hieß es.

Außerdem seien schon mehr Flächen für den Wiesenvogelschutz gekauft worden als bis zum jetztigen Zeitplan vorgesehen waren, so die dpa weiter. Fische könnten wieder die Seitengewässer der Ems erreichen. Auch würden nun Planungen bei der Uferrenaturierung konkret, was die Sanierung der Ems in Reichweite rücken lasse. Kritisch sehen die Naturschützer aber die geplante Vertiefung der Außenems. So leide der Fluss seit Jahrzehnten unter massiver Verschlickung und Sauerstoffmangel und transportiere zuviel Salz und Stickstoff.

Ziel ist, bis zum Jahr 2050 die Interessen der maritimen Wirtschaft und des Umweltschutzes bestmöglich zu vereinen. So soll die Wasserqualität verbessert werden und flusstypische Lebensräume geschaffen werden. Nächster Schritt ist laut Minister Lies in diesem Sommer der Baubeginn des Biotops Tidepolder Coldemüntje.

Hintergrund

Der „Masterplan Ems 2050“ der niedersächsischen Landesregierung hatte die betroffenen Emsanlieger im Jahr 2015 kalt erwischt. Sie müssen demnach in den kommenden Jahrzehnten mehrere Hundert Hektar an Fläche abgeben, um sie für den Naturschutz zur Verfügung zu stellen.

Landwirte warfen der Regierung damals vor, bei den Verhandlungen über die Größe der Ausgleichsflächen nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Schriftlich dokumentiert waren als Ergebnis der Verhandlungen 700 ha Ausgleichsfläche musste das Umweltministerium eingestehen. Zuvor hatte es argumentiert, dass die EU-Kommission 1.500 ha verlange, was aber wohl nie so festgelegt wurde.

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