Ökologie und Fernerkundung

Uni Bonn: "Intensivierung des Grünlands führt zum Artenschwund"

Wissenschaftler aus Vegetationsökologie und Fernerkundung der Uni Bonn untersuchen nun in drei Gebieten, welchen Einfluss die reale Landwirtschaft dort auf die Grünlandökologie hat.

In den vergangenen Jahrzehnten haben die Landwirte in Mitteleuropa die meisten Grünlandökosysteme durch höhere Düngergaben und durch häufigeres Mähen oder Beweiden verändert. Diese Landnutzungs-Intensivierung hat dazu geführt, dass diese Ökosysteme mehr Futter produzieren. Allerdings ging dadurch die Diversität der Arten zurück, stellen Forscher der Uni Bonn fest.

Ob damit aber auch Einschränkungen in den Ökosystemleistungen verbunden sind, wollten Wissenschaftler aus Vegetationsökologie und Fernerkundung gemeinsam untersuchen. Wie Privatdozentin Dr. Anja Linstädter vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES) der Universität Bonn erklärt, finden nun in drei großräumigen Langzeituntersuchungsgebieten die Analysen statt. Nördlich von Berlin, im Westen Thüringens und auf der Schwäbischen Alb untersuchen die Fachleute systematisch den Einfluss unterschiedlich intensiver Landnutzung auf die Artenvielfalt.

Dabei arbeiten Landwirte, Waldbauern und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen eng zusammen. „Die Exploratorien bieten daher die europaweit einmalige Möglichkeit, auf real bewirtschafteten Flächen ein funktionales Verständnis zu Biodiversitätsveränderungen zu erlangen“, sagt Linstädter. Angesichts der alarmierenden Meldungen zum Verlust an Artenvielfalt in Deutschland sei eine solche Grundlagenforschung dringend notwendig.

Verknüpfungen von ökologischen mit Fernerkundungsdaten

„Anders als in den meisten bisherigen Grünlandstudien wollen wir nicht nur Punktinformationen auswerten, sondern Aussagen für managementrelevante Flächen treffen – also für Wiesen, Weiden, landwirtschaftliche Betriebe und sogar für ganze Landschaftsräume“, sagt Privatdozentin Dr. Olena Dubovyk vom Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche (ZFL) der Universität Bonn. Dazu sollen ökologische Daten, die auf den Grünland-Dauerflächen der Exploratorien erhoben werden, mit Fernerkundungsdaten verknüpft werden. Hier sind Drohnenbefliegungen und die Nutzung hochauflösender Satellitenbilder geplant.

Die Kombination aus Vegetationsökologie und Fernerkundung ermöglicht es, Zusammenhänge zwischen der Landnutzung und den Veränderungen von Ökosystemprozessen und -leistungen auf verschiedenen räumlichen Skalen zu untersuchen. Das Forscherteam plant eine Hochskalierung der Daten zur Grünland-Biodiversität bis auf die nationale oder sogar internationale Ebene. In Kombination mit angemessenen Überwachungsstrategien könnten auf diese Weise Gebiete identifiziert werden, in denen die biologische Vielfalt auf verschiedenen Maßstabsebenen bedroht ist, heißt es.


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

"Intensivierung des Grünlands führt zum Artenschwund"

Eine wahnsinnige Erkenntnis!!! Allerdings nicht ganz stimmig. Denn jede Art von Nutzung des Grünlandes, ja grundsätzlich der Natur, führt zu einer Änderung der Artzusammensetzung und Anzahl der Individuen. Genausogut könnten sie ja dann auch sagen: "das Zupflastern, Zubetonieren, ... mehr anzeigen

von Josef Feichtenschlager

Leider lesen dass wieder nur die Bauern

von Wilhelm Grimm

In meiner Lehrzeit wurde das Grünland bedeutend intensiver geführt als heute.

Außer Gras von täglich neuen Portionsweiden und hoher Nachdüngung wuchs da nichts anderes. Aber wir hatten eine hohe Milchleistung aus Grundfutter und konnten am zugekauften Kraftfutter sparen. Diese"Erkenntnisse" zur Grünlandökolgie sind ein alter Hut und wurden in der ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Stimmt!!!

mehr braucht man dazu nicht sagen.

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