Berufungsverfahren

US-Berufungsgericht mildert Glyphosat-Urteil für Bayer

Das US-Berufungsgericht reduziert den Schadenersatz im „Johnson-Fall" um fast drei Viertel auf 20,5 Mio. Dollar. Der Schuldspruch wurde jedoch nicht – wie von Bayer gefordert – aufgehoben.

Bayer hat das erste Berufungsverfahren in den USA um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat verloren. Knapp zwei Jahre sind seit dem ersten Urteil im US-Prozess für den Bayer-Konzern vergangen. Das US-Berufungsgericht senkte den Schadensersatz, den Bayer Krebs-Opfer Dewayne Johnson zahlten sollte, deutlich. Von den ursprünglich geforderten 289 Mio € muss der Konzern noch 20,5 Mio.Dollar (17,9 Mio €) zahlen.

Der Kläger habe „reichlich“ Belege dafür geliefert, dass seine Krebserkrankung durch Glyphosat und anderen Substanzen aus dem Produkt Roundup ausgelöst worden sei, heißt es in dem veröffentlichten Urteil des Berufungsberichts. Allerdings müsse die zu zahlende Summe reduziert werden, weil im kalifornischen Recht eine verkürzte Lebenserwartung nicht entsprechend geltend gemacht werden könne.

Bayer: Schritt in die richtige Richtung

Der Pharmakonzern sprach in einer Stellungnahme von einem Schritt in die richtige Richtung. „Dennoch sind wir weiterhin der Meinung, dass sowohl das Jury-Urteil als auch die Schadenersatzzahlungen nicht mit den im Verfahren vorgebrachten Beweisen und der Rechtslage vereinbar sind.“ Man werde die rechtlichen Optionen prüfen bis hin zum Gang vor dem Obersten Gericht Kaliforniens. Das Unternehmen stehe weiterhin fest hinter der Sicherheit und dem Nutzen von Roundup.

Teilsieg liefert Bayer-Aktie nur bedingt Rückenwind

Analysten und Händler äußerten sich teils zurückhaltend und sehen grundlegende Probleme weiterhin als nicht beseitigt an. Am Dienstagvormittag klettern die Papiere von Bayer im XETRA-Handel zeitweise um 1,67 % auf 63,29 € nach oben, berichtet finanzen.net.

Die Redaktion empfiehlt

Mit 10,9 Mrd. Dollar will sich Bayer in den USA aus dem Glyphosatprozess herauskaufen. 1,25 Mrd. Dollar sind für weitere Prozesse eingeplant. Ein Bundesrichter will das nun evt. ablehnen.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Sie besetzen die Begriffe, Gerd Steffek !

Da liegt unser Problem. Aber unser Bauernverband ist zu gut für diese Welt und überlässt den Grünen und deren Gefolge die Hoheit der Sprache, die von denen dann zu Unwahrheiten und Irreführungen benutzt wird. Sehr professionell machen die das und wir stehen dem hilflos gegenüber. ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

@Frank Sieweke

"Das Gleichsetzen RoundUp = Glyphosat geschah dann in den Medien". __ __ Genau, und das ist ja die Schweinerei. Eine Schweinerei, die aber auch genau bei den Grünen gang und gäbe ist. Nachdem ja auch gerade unter den Journalisten viele linksgrün versifft sind braucht diese ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Beweislast und Auslegung!

"Der Kläger habe „reichlich“ Belege dafür geliefert, dass seine Krebserkrankung durch Glyphosat und anderen Substanzen aus dem Produkt Roundup ausgelöst worden sei" __ __ Hier wird eigentlich deutlich, wie sehr Glyphosat als Sündenbock herhalten muß. Es stellt sich doch ... mehr anzeigen

von Frank Sieweke

Die Klageschrift nennt explizit das Produkt "Roundup", welches als Wirkstoff Glyphosat enthält und dazu selbstredend Formulierungshilfsstoffe wie z.B. die inzwischen nicht mehr verwendeten Tallowamine. Das Gleichsetzen von Roundup = Glyphosat geschah dann in den öffentlichen Medien....

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